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Ostholstein Linken-Politiker fordern weiter Widerstand
Lokales Ostholstein Linken-Politiker fordern weiter Widerstand
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20:28 05.07.2017
Sie informierten in Scharbeutz: Lorenz Gösta Beutin, Sylvia Zanella-Foritto de Belmar und Herbert Behrens (v. l.) von der Linken. Quelle: Foto: Cd

Seit acht Jahren begleitet Herbert Behrens aus Osterholz-Scharmbeck bei Bremen die Debatte um die geplante feste Fehmarnbeltquerung. Der Bundestagsabgeordnete der Partei „Die Linke“ ist Obmann seiner Fraktion im Verkehrsausschuss des Bundestages und Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses. Aus seiner Sicht klingt die Zukunft der Großbaustelle so: „Auch wenn etliche Millionen Euro schon versenkt wurden, kann das Projekt noch gestoppt werden.“ Schließlich sei die Finanzierung noch nicht gesichert, und einen Spatenstich habe es auch noch nicht gegeben.

Behrens hatte zu einer Informationsveranstaltung rund um das Thema Fehmarnbeltquerung mit geplanter Hinterlandanbindung nach Scharbeutz eingeladen. Mehr als 40 Zuhörer kamen aus allen Teilen des Kreises, unter ihnen Vertreter von anderen Parteien, Beltretter aus Fehmarn, Angehörige weiterer Bürgerinitiativen, Dorfvorsteher und betroffene Bürger. „Ich bin froh über den Optimismus, der hier herrscht“, fasste der Bundespolitiker seinen Eindruck am Ende der Veranstaltung zusammen. Gemeinsam mit Lorenz Gösta Beutin, dem Landessprecher der Linken Schleswig-Holstein, und Sylvia Zanella-Foritto de Belmar, der Linken-Abgeordneten im ostholsteinischen Kreistag, war er sich einig: „Das Projekt Fehmarnbeltquerung ist ökologisch unsinnig, verkehrspolitischer Blödsinn und es droht, finanziell aus dem Ruder zu laufen“, sagte Behrens. Eine nachhaltige touristische und wirtschaftliche Entwicklung entstehe nicht durch Güter-Transitverkehr.

Der Linken-Politiker bot sich den Zuhörern als „Dienstleister“ an: „Ich werde Ihre Vorstellungen nach Berlin transportieren und sie dort dem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vortragen.“

Einig waren sich die Politiker mit dem Großteil der Zuhörer darin, dass die Öffentlichkeit weiter über das Projekt und deren verheerende Folgen für die Umwelt sowie für Klima und Tiere, aufgeklärt werden müssten. Schon jetzt habe der Widerstand zum „Sand im Getriebe der Planer“ geführt, merkte Behrens an.

Großen Raum in der Diskussion nahm denn auch die Frage ein: „Wie schaffen wir es, möglichst viele Bürger für das Thema feste Fehmarnbeltquerung zu interessieren?“ Dazu ein Gesprächsteilnehmer: „Das Geschrei geht doch erst dann los, wenn vor der eigenen Haustür die ersten Bagger anrollen.“ Menschen, die dem „ökologischen und ökonomischen Wahnsinn entgegenwirken wollen“, sagte Behrens unter dem Beifall der Veranstaltungsteilnehmer, müssten enger zusammenarbeiten.

Der Politiker warnte allerdings auch: „Hüten Sie sich davor, Experte in eigener Sache zu werden, so dass niemand Sie mehr versteht.“ Die Angehörigen von Bürgerinitiativen und Gruppen, die sich gegen eine Querung wenden, sollten Klartext reden und weiter offen sein für Neues. Zwei Aktionen fanden die besondere Sympathie von Behrens: Zum einen die blauen Holzkreuze, zum anderen der Dobrindt-Betonkopf.

Christina Düvell-Veen

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