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Lob vom Innenminister für die Kunst der Flüchtlingskinder

Eutin Lob vom Innenminister für die Kunst der Flüchtlingskinder

Mehrere Veranstaltungen in Eutin zum internationalen Gedenktag.

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Die Kinder aus zwei Daz-Klassen in Bad Schwartau haben Bilder gemalt, die auf der Landesgartenschau ausgestellt werden.

Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Eutin/Bad Schwartau. Täglich beschäftigt sich Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) mit Flüchtlingsfragen. Er kennt nahezu alle Facetten dieses großen Themas.

LN-Bild

Mehrere Veranstaltungen in Eutin zum internationalen Gedenktag.

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„Wir haben

es hier mit

einem Dauerlauf zu tun.“ Minister Stefan Studt

Und dennoch erlebt auch er immer wieder Überraschendes. So geschehen gestern in Eutin.

An dem von der UN-Vollversammlung zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufenen 20. Juni besuchte er zunächst die Aktion „Gärten unserer Heimat“ auf der Landesgartenschau und dann den von der Stadt Eutin organisierten Weltflüchtlingstag in der Kreisbibliothek. Dort traf er auch Stefan Schmidt, den Flüchtlingsbeauftragten des Landes.

Der Innenminister nutzte gleich mehrfach die Gelegenheit, an dem besonderen Tag „Danke“ zu sagen. Damit richtete er sich hauptsächlich an die zahlreichen ehrenamtlich tätigen Helfer. Studt sagte aber auch voraus: „Wir haben es hier nicht mit einem 100-Meter-Sprint, sondern mit einem Dauerlauf zu tun.“ Die Integration der Geflüchteten werde noch sehr lange dauern.

Studt nahm auch zu der umstrittenen sogenannten „Wohnsitzzuwendung“ Stellung. Er könne die Befürworter verstehen, stimme ihnen aber nur dann zu, wenn es an den Orten wirklich gründliche Integrationsmöglichkeiten gibt. „Es darf nicht passieren, dass wir Menschen an den Deich schicken, damit sie dort Schafe zählen“, so Studt.

Auch nach seiner Ansprache blieb der Minister noch einige Zeit in der Kreisbibliothek und erlebte dort einige der Programmpunkte, die Eutins stellvertretende Bürgermeisterin Elgin Lohse (CDU) und Sophia Schutte, Koordinatorin zur Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der Stadt, zusammengestellt hatten. Information wechselten sich dabei ab mit Musik, Lesungen, Filmvorträgen und vor allem Begegnungen. Themenschwerpunkte waren die Integration von anerkannten Flüchtlingen, ein Erfahrungsbericht über Flüchtlingshilfe auf der griechischen Insel Lesbos sowie arabische Kultur.

In Eutin setzte die große Hilfsbereitschaft für Geflüchtete Ende 2014 ein, blickte Elgin Lohse zurück. Inzwischen könne nicht mehr gesagt werden, wie viele Menschen überhaupt sich für inzwischen 300 Menschen engagieren. Koordinatorin Sophia Schutte nannte einen Beweggrund für die gestrige Veranstaltung: „Nichts macht uns ängstlicher als nicht zu wissen, was es heißt, ein Flüchtling zu sein.“

2015 sei das Jahr der Notaufnahme gewesen, jetzt folge das Jahr der Integration.

Und die kann auch durch die Kunst verwirklicht werden. Das zeigen die Bilder, die von elf- bis 14-jährigen Kindern, die aus verschiedenen Krisengebieten nach Ostholstein kamen, gemalt wurden. Die „Gärten unserer Heimat“ ist ein Flüchtlings-Kunstprojekt im Rahmen der Landesgartenschau. Betreut wurden die Kinder aus zwei Daz-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) in der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule von der Lehrerin Birgit Clemens sowie von Karin Klindwort, Maribel Brandis und Brita Klang, alle Mitglieder im Förderverein Bildende Kunst Ostholstein.

Innenminister Studt zeigte sich überwältigt: „Ganz großartig“ fand er die Bilder, die auf der Aktionsfläche an der Oldenburger Landstraße zu sehen sind. Bei einigen Kindern sei in der ersten Malsstunde eine erheblich innere Unruhe vorherrschend gewesen, berichtete ihm Karin Klindwort. Je länger aber die Beschäftigung mit Farben und Pinsel gedauert habe, desto ruhiger seien die Schüler geworden. Einige hätten in ihren Bildern schreckliche Erlebnisse, wie etwa das Ertrinken der Eltern, verarbeitet. Es gebe aber auch das Flüchtlingskind, das eine Deutschland-Flagge malte und oben drüber „Danke Deutschland“ schrieb. Karin Klindwort: „Als wir das sahen, haben wir alle ein bisschen geweint.“

Christina Düvell-Veen

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