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Ostholstein Löffel und Kannen: Ostholsteiner zeigen ihre Silberschätze
Lokales Ostholstein Löffel und Kannen: Ostholsteiner zeigen ihre Silberschätze
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00:00 14.10.2012
„Wunderschön!“, freut sich Silber-Fachmann Dieter Schönke (r.), als zwei Kännchen aus Hamburger Silber auf seinem Tisch landen. Museumsleiterin Dr. Julia Hümme hilft bei der Untersuchung der guten Stücke.
Ostholstein

Silberbesitzer sind zumeist scheue Wesen. Sorgsam wachen sie über ihre Schätze und zeigen sie nur ungern her, auf dass kein ruchloses Diebesvolk angelockt werde. Selten, sehr selten aber wagen sich die Hüter des Edelmetalls mit demselben hinaus in die Welt, oder vielmehr nach Eutin – wenn nämlich zur Silbersprechstunde geladen ist und ein Experte erklärt, woher das glänzende Sammelgut überhaupt stammt und was es wert ist.Der Experte, der an diesem Sonnabendnachmittag im Dachgeschoss des Ostholstein-Museums sein Equipment aufbaut, heißt Dieter Schönke und ist Uhrmachermeister und Juwelier in Eutin. „In die Wiege gelegt worden“ sei ihm der Umgang mit dem schönen Silber, sagt er, vom Vater habe er im Geschäft viel darüber gelernt. „Sehen Sie, das hier zum Beispiel“, legt er los und hält einen Silberlöffel unters Mikroskop, um Jahreszahl und Punze, also den Stempel, zu studieren. „Von 1768, ein Vierteljahrtausend ist dieses Stück alt. Und da, die Glücksgöttin Fortuna ist eingraviert – der Löffel stammt eindeutig aus Glückstadt.“Nicht aus Glückstadt, sondern offenbar aus Skandinavien kommt ein anderer, bizarr geformter Löffel, den ein schweigsamer Sammler dem Fachmann reicht. „Ein Pastetenheber?“, überlegt Schönke. „Zu sehen sind jedenfalls ein Fisch und ein Elch.“ Ein weiteres Besteck wird von drei Kronen geziert, „eindeutig Schweden, kein Zweifel“, so der Juwelier. „Wunderschön!“, ruft er dann, als zwei hübsche Kännchen vor ihm auf dem Tisch landen. „Hamburger Silber, um 1860, sehr kostbar, fast schon museumsreif“, lautet das Urteil, und der glückliche Besitzer schreitet lächelnd davon.Und zwar vorbei an Vitrinen, in denen es verlockend schimmert, denn die Silbersprechstunde ist eingebettet in die Sonderausstellung „Glanzpunkte“, die Eutiner Silber präsentiert. „Das wird sehr gut angenommen“, berichtet Museumsleiterin Dr. Julia Hümme, die dem Silberkenner Schönke zur Hand geht. Den regt die Umgebung offenbar an, lehrreich und spannend über sein Fachgebiet zu sprechen. Darüber, dass Silber früher viel mehr wert war als heute, und dass es gern in Vitrinen aufbewahrt wurde, die „Prahlhans“ hießen, und über die Feuervergoldung mit Quecksilber, eine überaus gesundheitsschädliche Methode.Die Stuhlreihen im Dachgeschoss füllen sich mehr und mehr, es klirrt und scheppert zuweilen aus den hereingeschleppten Taschen. Einen stattlichen Silberschatz, sorgsam in Handtücher gehüllt, hat ein Besucher aus Timmendorfer Strand mitgebracht: Kaffeekanne, Teekanne, Sahnegießer und Zuckertopf, alles zusammenpassend und mit kleinen Affen verziert. Bei einem Antiquitätenhändler in Dänemark sei er auf diese Kostbarkeiten gestoßen, sagt Ninnemann. „Kopenhagen, 1917 und 1925“, findet Schönke schnell heraus. „Schwer und wertig, 826-er Silber, also zu 82,6 Prozent aus reinem Silber, und dann auch noch vierteilig. Drei- bis viertausend Euro könnten Sie dafür erzielen.“ Verkaufen will der Timmendorfer die Silberkannen aber gar nicht. „Es sei denn, es geht uns irgendwann richtig schlecht“, sagt er lachend, „bei der Renten-Entwicklung weiß man ja nie.“ Und da ist es doch gut zu wissen, welche Werte sich im heimischen Küchenschrank aufhalten. Die Ausstellung „Glanzpunkte. Eutiner Silber aus drei Jahrhunderten“ ist noch bis zum 18. November im Ostholstein-Museum am Schlossplatz 1 in Eutin zu sehen: mittwochs bis freitags von 15 bis 17 Uhr, sonnabends von 11 bis 17 Uhr. Eintritt vier Euro (ermäßigt zwei Euro).

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