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Ostholstein Löschtrupp im Big Apple
Lokales Ostholstein Löschtrupp im Big Apple
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22:34 28.09.2017
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Neustadt/New York

„Bunte, laute, schrille, verchromte Autos, coole Helme – das Bild von drei Feuerwehrleuten, die in den Trümmern des World Trade Centers die Fahnen hissen. Dieser Idealismus fasziniert mich. Das wollte ich erleben“, sagt Alexander Wengelewski. Der Neustädter war schon oft in den USA, immer als Tourist. Diesmal hatte er seine Uniform im Gepäck. Die Kleidung wirkte wie ein Türöffner. Wildfremde Menschen bedankten sich bei der Ostholsteiner Reisegruppe für ihren ehrenamtlichen Einsatz, luden sie auf ein Bier ein, machten gemeinsame Fotos.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke der Reise der Feuerwehrleute nach New York zu sehen!

„Als wir am Ground Zero standen, hat mich eine Frau angesprochen. Sie sagte, dass Feuerwehrleute immer einen besonderen Platz in ihrem Herzen hätten“, erzählt Alexander Wengelewski. „Sie war eine Überlebende des Anschlags, hat in dem Gebäude gearbeitet. Die Feuerwehrleute hätten sie motiviert, aus dem Turm mit letzter Kraft herauszukommen, sie gerettet. All das hat sie mir erzählt. Dann haben wir uns umarmt. Das war krass.“ Gänsehautmomente wie diese haben die USA-Reise der Feuerwehrleute geprägt. Die Gedenkfeiern anlässlich des Anschlags waren jedoch nur ein kleiner Teil ihres Trips. Mit rund 90 weiteren Feuerwehrleuten aus Deutschland waren sie unterwegs. Sie besuchten Wachen in der Bronx und Chinatown, durften sich Einsatzfahrzeuge anschauen und Übungen in der Ausbildungsakademie verfolgen. „Dort gibt es eine komplett nachgebaute U-Bahn-Station“, schwärmt Sebastian Papke aus Neustadt.

Die Tour, organisiert von einem Feuerwehrmann aus Bocholt, der gute Kontakte zum New York City Fire Department pflegt, war für die Ostholsteiner ein Wahnsinnserlebnis. Doch damit nicht genug: Mit Leihwagen fuhren sie nach Washington. „Wir haben das Lincoln Memorial gesehen, die Wasserbecken von ,Forrest Gump’ und den nicht weit entfernten Nationalfriedhof Arlington besucht“, so Papke.

Zurück in New York hätten sie bei der „German-American Steuben Parade“ mitmarschieren dürfen. Es folgte eine Feier in der Deutschen Schule, bevor es auf das Oktoberfest im Central Park ging. „Dort haben wir mit anderen Feuerwehrleuten Uniformteile getauscht“, sagt Wengelewski.

Längst sind die Ostholsteiner zurück, rücken aus, wenn Brandmeldeanlagen spinnen, Gewitter Bäume entwurzeln, ihre Hilfe bei Unfällen benötigt wird. Alles ehrenamtlich. „Wir machen diese Arbeit gerne und unentgeltlich“, betont Wengelewski. „Etwas mehr Wertschätzung wäre jedoch manchmal toll.“

Von Sebastian Rosenkötter 

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