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Ostholstein Lollands Bürgermeister ärgert sich über die Beltretter
Lokales Ostholstein Lollands Bürgermeister ärgert sich über die Beltretter
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11:49 28.02.2018
Holger Schou Rassmussen, Bürgermeister von Lolland.
Fehmarn/Lolland

Rasmussen hat sich den Zorn der Beltretter mit der Auffassung zugezogen, ein erster Spatenstich für den Fehmarnbelt-Tunnel könne auf dänischer Seite bereits 2019 erfolgen. Eine mögliche Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht könne keine aufschiebende Wirkung haben. Die Beltretter bezeichneten einen vorgezogenen Baubeginn als „völligen Quatsch“. Das wiederum ärgert Rasmussen, und er macht seinem Ärger jetzt Luft.

„Wenn der Verein Beltretter in einer Pressemitteilung meine Aussage über einen vorgezogenen Baustart 2019 als ,Nonsens‘ bezeichnet, ist das abermals ein Ausdruck der einseitigen Haltung der Gegner des Fehmarnbelt-Projekts. Die Beltretter haben sich in eine Position begeben, aus der sie den Tunnel ausschließlich als ein großes Unglück sehen können und sich nicht mit den positiven Chancen und Gewinnen auseinandersetzen, den der Tunnel für die Bevölkerungen beider Seiten bringt“, sagt der Bürgermeister.

Die Beltretter sähen anscheinend nur ein mögliches Ergebnis des deutschen Genehmigungsverfahrens, vermutet Rasmussen, was ein Ausdruck mangelnden Respekts für den Prozess sei. „Ich respektiere, dass ein mögliches Gerichtsverfahren aufschiebende Wirkung haben kann, und ich kann das Ergebnis nicht vorhersagen, aber es gibt auch die Möglichkeit für ein Szenario, bei dem ein Gerichtsverfahren keine aufschiebende Wirkung hat und bei dem grünes Licht gegeben wird, um mit dem Projekt 2019 fortzufahren. Allein darauf habe ich hingewiesen – mit Respekt für das deutsche Planfeststellungsverfahren und mit den Gedanken bei den vielen Menschen, die sich auf die Verbindung freuen“, betont Rasmussen.

Ein Baubeginn 2019 fiele nach Auffassung der Beltretter mitten in ein noch laufendes Gerichtsverfahren auf deutscher Seite. Karin Neumann, Sprecherin der Beltretter: „Auf dänischer Seite ist immer wieder gesagt worden, man achte die deutschen Gesetze und das deutsche Genehmigungsverfahren. Solch eine Aussage aber zeigt, dass man es eben nicht tut. Die Verkehrsminister in Berlin und Kiel müssten jetzt auf den Tisch hauen.“ Zudem sei ein Baubeginn vor einem abschließenden Urteil für die Dänen finanziell viel zu riskant.

Rasmussen betont, von dänischer Seite her werde das deutsche Planfeststellungsverfahren in Gänze anerkannt. „Wir sind ebenfalls ganz klar der Meinung, dass die Konsequenzen für die Umwelt durch den kommenden Tunnel gründlich untersucht werden müssen, genau wie wir das in Dänemark von anderen bedeutenden Infrastrukturprojekten wie zum Beispiel der Großen-Belt-Brücke und der Øresundbrücke kennen.

Genau deshalb ist das Fehmarnbelt-Projekt eines der am besten dokumentierten Bauprojekte, sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Wir schauen das nächste halbe Jahr gespannt auf den Ausgang des deutschen Genehmigungsverfahrens und eines eventuellen Gerichtsverfahrens.“

 Von Susanne Peyronnet

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