Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Lübbersdorf: Kreis schließt Unterkunft für Asylbewerber
Lokales Ostholstein Lübbersdorf: Kreis schließt Unterkunft für Asylbewerber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:59 07.10.2016
Die Unterkunft für Asylbewerber in Lübbersdorf hat aktuell nur noch zwei Bewohner. Zum Ende des Jahres wird sie geschlossen. Quelle: jen

 Dort ist man offenbar nicht abgeneigt, will laut Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) jedoch zunächst abwarten, welche Preisvorstellungen der Kreis hat. Als Unterkunft für Asylbewerber will die Stadt die Räume allerdings keinesfalls weiterbetreiben.

 

„Der Kreis braucht die Einrichtung nicht mehr. Wir werden sie verkaufen.“Ostholsteins Landrat Reinhard Sager

Die Gemeinschaftsunterkunft ist die letzte von ehemals fünf Einrichtungen des Kreises zur Aufnahme von Flüchtlingen. Sie waren in den 90er Jahren im Zuge der Konflikte im ehemaligen Jugoslawien entstanden. Grund für die Schließung sind die deutlich zurückgegangenen Zuweisungen von Asylbewerbern und Flüchtlingen.

Wie Landrat Reinhard Sager (CDU) berichtete, sind aktuell noch zwei Personen in Lübbersdorf untergebracht, insgesamt 21 waren es von Januar bis August. Ausgelegt ist die Unterkunft für 58 Plätze.

Musste der Kreis auf dem Höhepunkt des Flüchtlings-Zustroms in den letzten vier Monaten des Jahres 2015 knapp 1400 Menschen aufnehmen, waren es von Mai bis August zuletzt nur noch 193. Die Kommunen haben aktuell noch Kapazitäten für deutlich mehr als 600 Menschen. Vor diesem Hintergrund hält der Kreis die Gemeinschaftsunterkunft Lübbersdorf für verzichtbar, zumal sie bei einem Anwachsen der Flüchtlingsströme keine wirksame Pufferfunktion für die Kommunen habe.

Oldenburgs Bürgermeister Voigt sieht für seine Stadt keine spürbaren Auswirkungen durch die geplante Schließung. Es habe mit der Einrichtung nie Probleme gegeben; maximal 58 Bewohner seien zudem eine überschaubare Anzahl gewesen.

Ob die Stadt die Lübbersdorfer Immobilie kaufen wird, lässt sich laut Voigt bisher nicht sagen: „Wir werden erst einmal das entsprechende Angebot des Kreises abwarten und dann beraten, ob es für Oldenburg Sinn macht, das Objekt zu erwerben.“ Wofür die Gebäude gegebenenfalls genutzt werden sollen, bleibt zunächst ebenfalls unklar. Dass die Stadt dort künftig selbst Asylbewerber unterbringen könnte, schließt Voigt allerdings bereits aus: „Das wäre nicht im Sinne der Integration“, betont er, die Stadt wolle nach Möglichkeit am bisherigen Konzept der dezentralen Unterbringung festhalten.

Auf Sammelunterkünfte wolle man nur im Notfall zurückgreifen.

Der Kreis spart mit der Aufgabe der Lübbersdorfer Unterkunft laut Landrat Sager Personal- und Betriebskosten von 119000 Euro im Jahr, bei einem Leerstandsbetrieb wären es noch immer rund 94

000 Euro. Mit der Schließung gehen dem Kreis jedoch 56 000 Euro Fördermittel des Landes für einen 2013 vorgenommenen Anbau verloren. Damit einher ging der Abriss eines maroden Holzbaus sowie die Verringerung der Platzzahl von 85 auf 58. Beim Kreis blieben Baukosten von 123000 Euro hängen, rechnete der Landrat vor. Spätestens 16 Monate nach der Schließung seien diese aber durch die eingesparten Betriebskosten wieder aufgefangen.

 pet/jen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige