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Ostholstein Luftsportclub Condor: Ende der Ära Horst Both
Lokales Ostholstein Luftsportclub Condor: Ende der Ära Horst Both
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20:25 12.03.2016
Noch einmal ehrte der scheidende Vorsitzende Horst Both (Mitte) langjährige Mitglieder: Eckardt Landt (l.) und Rüdiger Braun. Quelle: Schwennsen

Einen schöneren Abschied hätte sich Horst Both kaum vorstellen können. Ein echter Weltmeister in den eigenen Reihen — wer hätte das gedacht? Denn erst im Februar hat der Luftsportclub Condor Mitglied Thilo Scheffler für seinen in Australien errungenen Junioren- WM-Titel im Segelfliegen geehrt. Auch gestern Nachmittag wurde der 23-jährige Stockelsdorfer bejubelt.

Neuer Vorsitzender: Jens Griebel.

Die Jubilare beim LSC Condor

60 Jahre: Eckardt Landt

50 Jahre: Rüdiger Braun

40 Jahre: Gerald Dehn, Ulrich Koerner und Wolfgang Nowak

30 Jahre: Ingeborg Axt und Sohn Florian Axt sowie Holger Kuchel

20 Jahre: Jens Fabian Plesmann und Jonathan Scheffler; außerdem 10 Jahre: Luise Braun und Feline Rinck

Doch auf der Jahresversammlung in Grube rückte dann Both selbst noch einmal in den Vordergrund. Ein letztes Mal hielt er im vereinseigenen Clubheim den Jahresbericht für den rund 190 Mitglieder starken LSC Condor. 2017 wird diese Aufgabe Jens Griebel aus Lensahn übernehmen. Die Mitglieder wählten ihn zum Nachfolger von Both, der nicht wieder kandidierte.

Die offiziellen Gruß- und Dankesworte kamen gleich zu Beginn — noch vor der Jahresbilanz. Grubes Bürgermeister Volkert Stoldt (CDU) würdigte das starke Engagement in diesem Verein: „Wir werden weiter ohne Wenn und Aber den Flugplatz unterstützen.“ Ähnlich äußerte sich der Oldenburger Bürgermeister Martin Voigt (parteilos): „Die Bedeutung des LSC Condor geht weit über Grube hinaus. Er ist eine Bereicherung für die gesamte Region.“

Both revanchierte sich bei Voigt — mit einem Blick weit zurück in die Entstehungszeit des Flugplatzes 1951 in Grube. Schon damals habe einer der Vorgänger Voigts den Flugpionier Cuno Wendt maßgeblich unterstützt.

Dazu passte es, dass Both bei den Ehrungen zwei Männer besonders hervorhob: Eckardt Landt ist seit 60 Jahren und Rüdiger Braun seit 50 Jahren dabei. Mehr noch: Beide haben — wie auch zahlreiche andere Mitglieder — ihr Hobby zum Beruf gemacht: Landt als Flugingenieur bei der Lufthansa, Braun als Pilot, der weltweit in den Lüften unterwegs gewesen ist.

Es folgte — wie in den Vorjahren — eine sehr detaillierte Bilanz für den Flug- und Schulungsbetrieb auf dem Flugplatz in Grube. 2015 gab es dort über 3800 Landungen, darunter 642 von Fremden. Both hob die erfolgreiche Nachwuchswerbung hervor, vor allem die Projekte mit den Gymnasien Eutin, Oldenburg und Ahrensburg, aber auch den zehntägigen Schnupperlehrgang. Die Teilnehmer stammten aus Lübeck: „Die haben ja dafür keinen Flugplatz mehr.“ Dass der NDR darüber umfassend berichtete, sei eine außerordentlich gute TV-Werbung für den LSC Condor gewesen.

Viele Flugstarts in Grube konzentrierten sich auf die Region, vor allem bei Schulungen. Zwei Rekordmarken setzten die Segelflieger: den längsten Flug mit 950 Kilometern und den schnellsten mit 130 km/h. Erfreulich für den Verein: Der technische Leiter Holger Kuchel bilanzierte die unverhoffte und sehr akribische Prüfung durch das Luftfahrtbundesamt. Bis hin zur Haltbarkeit der Lackfarben-Dosen wurde alles geprüft: „Am Ende haben wir die Freigabe erhalten.“

Keinen freien Zugang zum Flugplatz mehr haben indes die Wildschweine. Ein Elektrozaun hindert sie daran, dort ihr Unwesen zu treiben. Kuchel: „Sie sind gelehrig.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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