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Ostholstein Luther-Rose für St. Antonius in Neukirchen
Lokales Ostholstein Luther-Rose für St. Antonius in Neukirchen
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20:44 04.08.2017
Diese Lutherrose schmückt St. Antonius in Neukirchen. Quelle: Foto: Mantik

Die St.-Antonius-Kirche in Neukirchen hat eine Aufwertung erfahren. Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum wurde ein lutherisches Symbol in Form einer Luther-Rose im Spitzbogenfenster über der Südtür (in Richtung Doppeleiche) realisiert.

Initiiert hatte der Kirchen-Förderverein das Projekt. Umgesetzt haben es der Künstler Andreas Wolff aus Berlin sowie die Glaswerkstätten Schneemelcher aus Quedlingburg. Im Vorfeld hatte es Ausschreibungen gegeben. Innerhalb dieses Prozesses kam es zu Missstimmung mit einem Künstler aus Itzstedt im Kreis Segeberg. Bereits vor zwei Jahren habe Uwe Fossemer das Placet vom Kirchengemeinderat bekommen. Wenig später nahm ihm das Landeskirchenamt Kiel den Auftrag wieder weg.

Als Michael Thermann, früher Pastor im Segebergischen Neuengörs und seit der Jahrtausendwende in Neukirchen tätig, sich Gedanken darüber machte, die schmucklose Verbindungstür aufzuwerten, da fiel ihm der graduierte Künstler Uwe Fossemer ein. Der hatte schon vielfach künstlerische Glasfenster für Kirchen geschaffen.

Thermann konnte Fossemer dafür gewinnen, einen Entwurf einzureichen. Dem Neukirchener Gemeinderat gefiel die Idee, wie erstaunt aber waren die Kirchenvorsteher, als ihnen Dr. Heiko Seidel vom Dezernat Bauwesen des Landeskirchenamtes Kiel antwortete, dass es so nun nicht gehe. Beschluss hin oder her – eine solche Arbeit müsse ausgeschrieben werden. Unterm Strich: keine Ausschreibung, kein Geld von der Nordkirche. Pastor Michael Thermann versteht den Groll des Itzstedter Künstlers: Für Uwe Fossemer, so der Neukirchener Geistliche, sei nach allem klar gewesen, dass er den Auftrag bekomme. Einen Auftrag wieder entzogen zu bekommen, ist eine Sache. Eine andere sind Formulierungen des Baudezernenten Dr. Seidel in dessen Brief an den Kirchengemeinderat (liegt den LN vor). In einigen Formulierungen spricht Seidel dem Itzstedter schlichtweg ab, ein Künstler zu sein: „Sie fragen nach der Genehmigung des Fossemer-Entwurfs. – Ich kenne Beispiele für sakrale Dekorationen (der Begriff Kunst scheint mir unpassend) von noch geringerer Qualität, die auch in jüngster Zeit noch in unseren Kirchen zur Ausführung gekommen sind.“

Zu den Zweifeln an Fossemers Befähigung schreibt der Oberkirchenrat auf Anfrage: „Herr Dr. Seidel war kein Jurymitglied und somit nicht an dem Verfahren beteiligt. Eventuelle Äußerungen Dr. Seidels zu möglichen anderen Entwürfen des Herrn Fossemer sind uns nicht bekannt.“

Uwe Fossemer wird jedenfalls immer, wenn er nach Neukirchen kommt, nicht frei und ungezwungen auf die Luther-Rose – kombiniert mit kunstvoll arrangierten Lutherzitaten – blicken können . . .

In Neukirchen ist man mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. Alle Beteiligten sind zum Festakt am 17. September um 17 Uhr eingeladen. Dann wird auch das zehnjährige Jubiläum des Fördervereins begangen und Pastor Michael Thermann in einen dreimonatigen Sabbatical verabschiedet.

Lothar Kullack und Peter Mantik

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