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Ostholstein Mächtiger Gegenwind für Daniel Günther auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Mächtiger Gegenwind für Daniel Günther auf Fehmarn
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20:26 19.05.2016

Für Daniel Günther war das ein ungemütlicher Inselbesuch. Mächtig Gegenwind blies dem CDU-Fraktionschef im Landtag ins Gesicht – und das ausgerechnet aus der eigenen Partei. Auf einer turbulenten Diskussion in Bannesdorf kam der jüngste Vorstoß aus Kiel, den Mindestabstand von Windrädern zu Wohngebieten von 800 auf 1200 Meter zu vergrößern, gar nicht gut an.

„Die Akzeptanz für Windkraft ist in Schleswig- Holstein im Sinkflug.“Daniel Günther, CDU-Landtagsfraktion

Ganz im Gegenteil: Prominente Unions-Mitglieder – wie der frühere Kreisbauernführer Matthias Witt – sprachen von „grottenschlechter Politik“. Auch der heutige Amtsinhaber Klaus-Dieter Blanck und der Ex-Landtagsabgeordnete Klaus Klinckhamer wiesen die neuen Windkraft-Töne aus der Landeshauptstadt brüsk zurück. Und sie teilten heftigst gegen die – so Witt – „Kieler Kehrtwende von heute auf morgen“

aus. Lieber das Kreuzchen woanders setzen oder gar ein Austritt aus der CDU – diese Vorboten für die Landtagswahl 2017 fielen für Günther ziemlich schmerzhaft aus. Genau aus diesem Grund hatte Ortsvorsitzender Josef Meyer ihn auf die Insel eingeladen. Denn seit Wochen rumort es an der Basis.

Günther verteidigte die neue Linie der Kieler Opposition: „Die Akzeptanz für Windkraft ist in Schleswig-Holstein im Sinkflug. Bei immer größer werdenden Anlagen müssen wir auch die Abstände verändern.“ Er bekannte sich als Befürworter der Energiewende, kritisierte aber den schleppenden Fortgang beim Netzausbau. Die Folge: Allein 2015 seien in Schleswig-Holstein 300 Millionen Euro an Windkraft-Betreiber gezahlt worden, deren Strom die Netzbetreiber nicht abgenommen hätten. Günther: „Macht es da noch Sinn, mit der bisherigen Ausbaugeschwindigkeit fortzusetzen?“

Klaus-Dieter Blanck hielt ihm „maßlos verärgert“ entgegen: Natürlich stoße die „sehr übereilte“ Energiewende an die Grenzen des schwerfälligen deutschen Planungsrechts. Doch andererseits habe das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) viel Wirtschaftskraft in den ländlichen Raum gebracht. Laut Detlef Scheel (Fehmarn-Netz) fließen jährlich 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuer durch die Windkraft an die Stadt Fehmarn.

Blanck bemängelte, dass immer mehr zugezogene Rentner versuchten, gegenzusteuern: „Die wollen, dass alles so bleibt wie bisher!“ Prompt protestierte Utta Mallach von der neuen Initiative „Windstill“

in Altenteil: „Sind wir Menschen 2. Klasse? In Altenteil sollen die Windmühlen bis zu 400 Meter an unsere Häuser heranrücken.“

Die Mehrheit im Saal, darunter viele Windmüller, stärkten dem Repowering-Konzept der Stadt Fehmarn den Rücken. Scheel rechnete vor, dass von geplant 550 Hektar nur noch 230 übrig blieben, sollten die neue Kieler CDU-Offensive greifen. Dabei hätten die Fehmaraner bislang die Windkraft maßvoll im Einklang mit Tourismus, Natur und anderen Bürgerinteressen entwickelt. Scheel zitierte einen aktuellen LN-Artikel und warf Günther vor: „Die Nord-CDU möchte von den Bayern lernen. Populismus haben Sie schon gelernt!“

Gerd-J. Schwennsen

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