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Ostholstein Malente rückt zusammen: Bürgerbus nimmt Fahrt auf
Lokales Ostholstein Malente rückt zusammen: Bürgerbus nimmt Fahrt auf
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14:43 10.01.2017
Als ersten echten Fahrgast begrüßen Fahrer Holger Bröhl (l.) und Fahrdienstleiter Ingo Wagner die Rachuterin Karin Link. Quelle: Fotos: Dirk Schneider
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Malente

Großer Bahnhof für den Lütten Lenter: Nach der sonntäglichen Präsentation der Fahrer, des Fahrzeugs und des Fahrplans im Kurpark startete der Bürgerbus Malente am Montag mit großem Medienauflauf zur Jungfernfahrt. Die ersten Fahrgäste zeigten sich begeistert von dem neuen Angebot, das die neun Dorfschaften enger mit dem Zentralort der Gemeinde vernetzen soll.

„Wir schließen mit dem Bürgerbus eine Versorgungslücke im öffentlichen Personennahverkehr und verbessern die Mobilität in der ländlichen Region“, sagte Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) über den endlich erfolgten Startschuss. Vor allem für viele älteren Menschen biete der Bus die Möglichkeit, häufiger und regelmäßig am sozialen Leben und an kulturellen Veranstaltungen teilzuhaben, sagte Rönck. Hinter dem Großprojekt und Motto „Bürger fahren für Bürger“ stehe ein breites ehrenamtliches Engagement, erklärte Michael Winkel, der Sprecher des Vereins Bürgerbus Malente. Der Motor des Vorhabens seien die 21 Fahrer, die künftig den neunsitzigen Kleinbusse im Linienverkehr auf der sogenannten Malenter Acht steuern werden. Die Chauffeure – meist rüstige Rentner – haben sich zuvor einem Gesundheitscheck unterzogen.

Der Bus, ein VW-Crafter, wurde mit EU-Fördermitteln der Aktivregion Schwentine-Holsteinische Schweiz und der entsprechenden Ko-Finanzierung durch den Kreis Ostholstein und der Gemeinde Malente angeschafft, erläuterte der ÖPNV-Koordinator des Kreises, Oscar Klose. Einschließlich des elektrischen Liftes im Heck, mit dem schnell und sicher auch Rollstuhlfahrer „einsteigen“ können, habe der Bus rund 60000 Euro gekostet. Die jährlichen Betriebskosten einschließlich Treibstoff und Versicherung werden auf etwa 20000 Euro geschätzt. „Prinzipiell sind die Fahrten kostenfrei – aber freiwillige Beiträge sind willkommen und erbeten“, stellte Winkel mit Blick auf die Spendendose fest.

Den ersten Obolus steuerte Karin Link bei, die als erster regulärer Fahrgast das neue Angebot nutzte. „Ich komme gerade mit dem Zug aus Preetz und fahre jetzt mit dem Bus weiter nach Hause“, sagte die 74-jährige Rachuterin. Ohne den Bürgerbus hätte ihr Mann sie mit dem Auto vom Bahnhof abholen müssen. „So ist das sehr bequem, einfach toll, ich werde bestimmt häufiger mitfahren“, sagte Link.

Ebenfalls begeistert zeigte sich Hilde Milbrodt. „Wir sind vor fünf Jahren aus Niederkleveez nach Malente gezogen. Jetzt kann ich problemlos und spontan wieder alte Freunde besuchen“, sagte die 78-Jährige und strahlte.

Auch die Vorsitzende des Malenter Seniorenbeirats, Elke Malchau, will den Lütten Lenter schon jetzt nicht mehr missen. „Für die vier Kilometer von Malente nach Sieversdorf zahlt man mit dem Taxi jedes Mal elf bis zwölf Euro, da überlegt man sich jede Fahrt“, erläuterte Malchau. Wer in Benz oder Malkwitz wohne, müsse noch mehr zahlen. „Und da sind die Lücken im Linienbusverkehr noch größer.

Manche Dörfer werden nur vom Schulbus angefahren“, sagte Malchau. Aus diesem Grund gehe sie davon aus, dass der Bürgerbus nach einer Anlaufphase gut angenommen werde. „Wir haben lange darauf gewartet, jetzt geht es los.“

 Dirk Schneider

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