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Malente soll Sporthallen abreißen

Malente Malente soll Sporthallen abreißen

Experte empfiehlt, zwei von drei Sporthallen neu zu bauen. Politik denkt über ein Sportstätten-Konzept nach.

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Malente. Wohin steuert Malente mit seinen Sportstätten? Eine Frage, mit der sich jetzt der Schul- und der Planungsausschuss der Gemeinde in einer gemeinsamen Sitzung befassten.

Dafür hatten sich die Kommunalpolitiker fachkundigen Rat geholt: Professor Robin S. Kähler vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Kiel legte eine erste Analyse vor — mit überraschenden Ergebnissen.

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Der Experte empfiehlt, die Sporthalle an der Ringstraße abzureißen, den Platz als Bauland zu verkaufen und vom Erlös anderswo eine neue Halle zu bauen.

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Abreißen und neu bauen — auf diese knappe Formel lässt sich seine Analyse der Sporthallen Ringstraße und Neversfelder Straße bringen. Sie seien nicht mehr zeitgemäß, müssten dringend teuer saniert werden und entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Etwa die Sporthalle an der Schule an den Auewiesen. „Wir werden eine Schulsituation bekommen, wo wir eine Kantine und Bewegungsräume für den Ganztagsbetrieb brauchen. Die Räume werden in Zukunft ganz andere sein und sich nicht mehr nach dem Verbandssport richten, sondern nach zehn Stunden Schule.“ Eine Situation, auf die sich auch die Sportvereine einstellen müssten: „Gehe ich mit dem Sport in die Schule, weil ich sonst keine Kinder mehr dafür bekomme?“ Das sei die Frage der Zukunft.

Den ungewöhnlichsten Vorschlag machte Kähler für die Sporthalle an der Ringstraße, die vom Ende des 19. Jahrhunderts stammt. Die sei zwar sehr hübsch, aber ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Deshalb der Vorschlag: „Wenn Platz und Halle wegkommen und das Grundstück als Bauland verkauft wird, erlösen Sie zehn Millionen Euro, die Sie in die Infrastruktur stecken können.“ Dafür erntete Kähler Gelächter.

Mehr als fünf Millionen Euro seien nicht drin, schallte es ihm entgegen. „Sie kriegen eine Dreifelderhalle heute für zweieinhalb Millionen, eine kleine Halle für eine Million,“ konterte der Kieler Professor.

Kähler hatte aber auch Positives zu verkünden: Die Halle an der Grundschule in der Marktstraße sei architektonisch sehr schön und weise keine Probleme auf. Und die Außenanlage an der Neversfelder Straße sei in einem exzellenten Zustand. „Sie haben einen hervorragenden Techniker“, lobte Kähler. Für den Schulsport seien die Sportplätze allerdings weniger geeignet, da zu viel Gewicht auf dem Fußball liege.

Fazit des Vortrags: „Sie müssen wissen, wo Sie hinwollen“, rief Kähler den Kommunalpolitikern und Vereinsvertretern zu. Entsprechen die Rahmenbedingungen dem Bedarf der Gäste? Erfüllt die Sportstadt das, was sie mit ihrer Marke verspricht. Eine Analyse seinerseits würde samt Begutachtung von drei Sportstätten, Bevölkerungs- und Vereinsbefragung zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten. Die Kommunalpolitiker und Kähler waren sich einig darin, dass ein Sportstätten-Konzept im Einklang mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) stehen müsse, das Malente plant. Bürgermeister Michael Koch (CDU): „Isek ist der Oberbegriff, wir müssen sehen, welche Mosaiksteinchen wir hineinnehmen.“ Dabei betonte er, dass neben dem Hauptort Bad Malente-Gremsmühlen auch alle Dorfschaften mit einbezogen würden. Übrigens auch in eine Sportstätten-Analyse. Die Kommunalpolitik in Malente wird weiter beraten, ob sie sich ein Sportstätten-Konzept leistet und wie es in ein Stadtentwicklungskonzept eingebunden werden kann. Experte Kähler empfiehlt, beides Hand in Hand gehen zu lassen. Dass Malente etwas tun muss, machte er unmissverständlich klar. „Sie haben den Charme der 80er-Jahre.“

„Sie müssen wissen, wo Sie hinwollen.“
Prof. Robin S. Kähler

Susanne Peyronnet

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