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Ostholstein Malente soll mehr Bürgernähe wagen
Lokales Ostholstein Malente soll mehr Bürgernähe wagen
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23:16 20.05.2016

Ist das Malenter Rathaus ein Bollwerk, das Wünsche und Ideen der Bürger vorzugsweise abblockt? Manche Malenter empfinden es offenbar so. Am Donnerstagabend in Benz, bei der dritten Vorstellungsrunde der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 29. Mai, kam es zu solchen Vorhaltungen. Lebhaften Beifall ernteten zugleich alle Ankündigungen der Kandidaten, im Falle der Wahl offen auf die Bürger zuzugehen und Anregungen aufzugreifen.

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Die Kandidaten geben in Benz ihre gemeinsame Abschlussvorstellung im Bürgermeister-Wahlkampf.

Wie schon zuvor, war auch dieser Termin ausgesprochen gut besucht. Über 100 Interessierte waren in die Alte Schule gekommen. Jörg Meyer (SPD), Tanja Rönck (parteilos mit Unterstützung von Freien Wählern und Grünen) und Hans-Werner Salomon (CDU) äußerten sich erfreut über die große Resonanz in diesem Wahlkampf.

In Benz saßen auch Jüngere im Publikum. Aus ihren Reihen kam heftige Kritik. Für Jugendliche sei Malente „ausgestorben“, Feten oder Open-Air-Kino im Kurpark kenne die junge Generation nur noch aus den Erzählungen der Eltern, lautete eine Klage. Schwer hatte es bei diesem Thema CDU- Kandidat Salomon. Zwar stimmte er dem Kritiker ausdrücklich zu, in den Kurpark müsse „viel mehr Leben rein, auch für Jugendliche.“ Doch die müssten mit ihren Wünschen und Bedürfnissen vorstellig werden, so Salomon. Prompt setzte es ein Kontra. „Die CDU hat alles abgelehnt“, ob Stoppelfeld-Fete oder Skaterbahn, fuhr eine Frau dazwischen. Überhaupt brauche es viel zu viel Anlauf, um im Rathaus gehört zu werden. Verena Grimm, die im Herbst das Kurpark-Fest „Malente macht bunt“ mitorganisiert hatte, griff diese Klage auf. Als Ehrenamtler habe man es schwer, beim Bürgermeister einen Termin zu bekommen, regte sie feste monatliche Sprechstunden an.

Alle drei Kandidaten wollen es besser machen, gemeinsam und zusammen waren ihre Lieblingsvokabeln. Rönck will es nicht bei einer Sprechstunde belassen. „Ich habe mir vorgenommen, 20 Prozent der Arbeitszeit für Bürgerkommunikation zu nutzen.“ Meyer meinte: „Ein Bürgermeister sollte 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche für die Bürger da sein.“ Auch Salomon hat „kein Problem“ mit einem regelmäßigen Ohr am Bürger.

Schwerer taten sich alle drei mit Patentrezepten für mehr Kinder- und Jugendfreundlichkeit. Die Anstöße müssten von diesen selbst kommen. „Das Entscheidende ist die Mitbestimmung“, formulierte Meyer, dem aufgefallen ist, dass es im Kurpark nur Schachfiguren, aber keine Spielgeräte gibt. Rönck sicherte den Jugendlichen Interesse und Neugier zu. Sie will Ideen sammeln, in Workshops auswerten lassen und voranbringen, was immer geht. Salomon schlug eine Fun-Sporthalle vor, für die sich allerdings ein Investor finden müsse oder eine Mountainbike-Bahn in der Kiesgrube.

Viel Potenzial sehen die Kandidaten in der Kiesgrube Sieversdorf, die gern als Grillplatz und Treffpunkt genutzt wird. Da ließe sich „ein tolles Projekt ausheben“, bemerkte Rönck, das Einverständnis des Besitzers vorausgesetzt. „Ein Paradies“, schwärmte Salomon. Erschlossen werden könne es aber nur im Konsens mit Anwohnern und dem Besitzer. Geht es nach Meyer, dann wird alles umgesetzt, was gesetzlich möglich ist und Rücksicht auf die Natur nimmt.

Ein weiteres Thema des Abends waren Schulfusionen. Keiner will sie, aber ausdrücklich ausschließen mochte sie auch keiner. Die Schulen müssten attraktiver werden, damit die Schülerzahlen steigen, empfahl Rönck. Meyer mochte sich erst auf Nachfrage festlegen. Bei Unwirtschaftlichkeit käme man um Zusammenschlüsse kaum herum. Salomon wurde am deutlichsten: Wenn es darum gehe, den Schulstandort Malente zu sichern, sei er unverändert für Fusionen – aber nach aktuellen Zahlen seien die Schulen bis 2030 gesichert.

Die beiden Moderatoren des Abends, Susanne Peyronnet von den LN und Bernd Schröder vom Ostholsteiner Anzeiger, hatten auch diesmal spitze Fragen in petto, etwa zum Schluss: Wen sie denn wählen würden, wären sie nicht selbst Kandidat. Alle vier seien wählbar und verdienten Respekt für ihr Antreten, befanden Meyer und Salomon. Rönck entschied sich für Christian Witt, denn: „Mein Herz schlägt unparteiisch.“ Dass sie kein Parteibuch hat, gefällt offenbar. Für ihre Erklärung, sie könne besser ohne Partei arbeiten, nämlich „offen und wertschätzend für alle“, hatte Rönck schon zuvor deutlichen Beifall geerntet. pet

Nummer vier war krank

Aus dem Bewerber-Quartett war in Benz ein Trio geworden. Einzelbewerber Christian Witt konnte wegen einer akuten Erkrankung das Bett nicht verlassen und musste kurzfristig absagen. Der Polizeibeamte hatte als letzter Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Ob sich der Einsatz gelohnt, wird sich am Sonntag, 29. Mai, zeigen. Schafft kein Kandidat die absolute Mehrheit, was wahrscheinlich ist, wird es am 19. Juni zur Stichwahl kommen.

LN

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