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Ostholstein Malente will Strom und Gas liefern
Lokales Ostholstein Malente will Strom und Gas liefern
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21:23 08.11.2017
Die Gemeindewerke Malente, die das Wasserwerk Benz betreiben, wollen ihr Geschäftsfeld weiter verzweigen in Richtung Gas und Strom. Quelle: Fotos: Peyronnet

In einer Doppelsitzung – erst Hauptausschuss, dann Gemeindevertretung – stellten die Kommunalpolitiker die Weichen für die Gründung der Gemeindewerke Malente GmbH. Im etwas geschraubten Verwaltungsdeutsch war der Tagesordnungspunkt mit „Geschäftsfelderweiterung“ überschrieben. Mit dem deutlich größeren Geschäftsfeld geht eine neue Organisationsform einher, die der GmbH. Mit 23 Ja- bei drei Nein-Stimmen beschloss die Gemeindevertretung die Geschäftsfelderweiterung und stellte die dafür nötigen 20000 Euro bereit.

Die Gemeinde Malente erweitert ihr Wasserwerk zu vollwertigen Gemeindewerken. Die heißen zwar auch jetzt schon so, liefern aber bisher nur Wasser. Künftig sollen sie die Kunden darüberhinaus mit Strom und Gas versorgen und vielleicht sogar E-Ladesäulen betreiben.

Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) und der neue Werkleiter, der Diplom-Wirtschaftsingenieur mit Vertriebserfahrung Mario Lüdemann, setzen darauf, dass die Kunden regionale Versorger mit Ansprechpartnern vor Ort und gutem Kundenservice zu schätzen wissen. Für Malente lautet das Ziel, die Gemeindewerke weiterzuentwickeln und mittel- bis langfristig mehr Gewinn zu machen sowie Arbeitsplätze zu schaffen. Bereits Anfang 2018 sollen die Gemeindewerke mit ihrem neuen Angebot auf den Markt gehen. Dabei greifen sie auf die vorhandene Infrastruktur zurück: 3390 Wasserzähler von Malenter Kunden, allesamt laut Verwaltungsvorlage potenzielle Zähler für die Stromversorgung, 1000 davon auch für die Gasversorgung.

Idee und Umsetzung fanden viel Zuspruch bei den meisten Kommunalpolitikern. Einzig der CDU-Gemeindevertreter Hans-Werner Salomon stimmte dagegen sowie die beiden FDP-Politiker Wilfred Knop und Anja Kuhlmann. Knop begründete die Ablehnung seiner Fraktion damit, dass sich Malente zurzeit zu viel vornehme. „Ein Plan jagt den nächsten, sicher alles grundsätzlich gut, aber weder personell noch finanziell zu Ende gedacht.“ Auf dem Markt würden sich die Gemeindewerke mit ihren Strom- und Gasangebot nicht durchsetzen können, fürchtet er. „Es reicht nicht aus, dass die Malenter Bürger die Gemeindewerke als nette Dienstleister vor Ort ansehen, sondern wer wechselt, macht dies überwiegend, um Geld zu sparen.“ Die Gemeindewerke Malente würden wohl kaum im Ranking der Vergleichsportale unter den ersten zehn oder 20 auftauchen. Hans-Werner Salomon erteilte den Plänen bereits im Hauptausschuss eine Absage, weil der Gesellschaftervertrag nicht ausreichend in den Gremien debattiert worden sei.

Die Mehrheit der Kommunalpolitiker dagegen sieht in den Gemeindewerken eine Chance. Sie böten die Möglichkeit, zu höheren Einnahmen zu kommen, und könnten Arbeitsplätze schaffen, sagte SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning. „Wir sind überzeugt, dass die Gründung der Gemeindewerke zum richtigen Zeitpunkt erfolgt und dass Herr Lüdemann der richtige Mann dafür ist.“ CDU-Fraktionschef Uwe Potz pflichtete Redepenning bei: „Dem kann ich mich nur anschließen. Ich möchte der erste Kunde sein.“ Zustimmung kam auch von Dagmar Nöh-Schüren (Bürger-innen für Malente). „Wir freuen uns, dass sich Malente verändert und versucht, am wirtschaftlichen Erfolg teilzuhaben.“

Dass Schlusswort hatte Bürgermeisterin Rönck. Sie sagte begeistert: „Das ist ein relativ historischer Augenblick für Malente.“

Von Susanne Peyronnet

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