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Ostholstein Malenter Curtius-Klinik plant neue Tagespflege
Lokales Ostholstein Malenter Curtius-Klinik plant neue Tagespflege
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22:57 13.02.2018
Auch die schwierige Parkplatzsituation rund um die Curtius-Klinik, die gerade erweitertet wird, soll mit dem Neubau einer Tagesklinik auf der grünen Wiese mit zusätzlichen Stellplätzen entschärft werden. Quelle: Fotos: Dirk Schneider
Malente

Dieses neue Projekt hat nichts mit der aktuellen Erweiterung des Haupthauses der Curtius-Klinik zu tun. In dem halbrunden Anbau werden neue Behandlungsräume, Patientenzimmer und Büros für den Bereich der psychosomatischen Medizin geschaffen.

Die Curtius-Klinik will ihr Leistungsspektrum mit einer Station für Tagespflege erweitern. Für die neue Einrichtung soll ein Neubau auf der Brache zwischen Janusallee, Kampstraße und Kellerseepromenade entstehen. Der Malenter Planungsausschuss gab grünes Licht, den Bebauungsplan für das Vorhaben zu ändern.

Für die Tagesklinik, die auf dem knapp 5000 Quadratmeter großen Nachbargrundstück entstehen soll, ist ein eigenständiges, bis zu elf Meter hohes Gebäude geplant, das auf zwei Geschossen über eine Nutzfläche von etwa 3500 Quadratmetern verfügen wird, erläuterte Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein, der im Auftrag der Gemeinde die Änderung des Bebauungsplans betreut. In der Tagespflege, die von 8 Uhr bis 17 Uhr angeboten wird, sollen sich bis zu zehn Mitarbeiter um 18 Patienten kümmern. Neben den hierfür vorgesehenen 35 Parkplätzen sollen auf dem Gelände zusätzliche 20 Stellplätze für die „alte“ Curtius- Klinik geschaffen werden, um die angespannte Parkplatzsituation in der Lindenallee und dem Wöbbenredder zu entlasten. Diese Zusicherung wollte Thomas Paprotta (BfM) schriftlich fixiert wissen, was der Ausschuss unterstützte. Zudem äußerte Paprotta angesichts der Dimension des Bauwerks Zweifel, dass es langfristig bei 18 Patienten bleibe werde. Um eine bessere Kontrolle über das künftige Geschehen zu haben, regte er die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes an. „Das würde einen kompletten Neustart des im Sommer 2015 begonnenen Bauleitverfahrens bedeuten“, verdeutlichte der Ausschussvorsitzende Jürgen Redepenning (SPD) die Folgen des Antrags, der mit allen außer Paprottas Stimme abgelehnt wurde.

Anwohner bleiben skeptisch

Bei vielen Anwohnern stieß diese Entscheidung auf wenig Gegenliebe. Im Rahmen der Diskussion nutzten sie die Gelegenheit, Einwände zu wiederholen und erneut zu begründen. Jens Müller befürchtet Schäden am eigenen Haus in Folge der Erschließungsarbeiten für den geplanten Klinikkomplex. So stehe die Wohnanlage „Kellerseepark“ auf bis zu 40 Meter tiefen Pfählen. In unmittelbarer Seenähe sei der Baugrund noch problematischer. „Der Modderboden ist kaum tragfähig“, sagt Müller. Eine schwierige Pfahlgründung, die möglicherweise mit Rammarbeiten, Bodenaustausch, Absenkung des Grundwasserspiegels und dem Einsatz schwerer Maschinen verbunden sei, habe oft negative Auswirkungen auf die Substanz benachbarter Gebäude.

Und die große Oberflächenversiegelung könne auch Auswirkungen auf die ohnehin schwierige Situation des hohen Grundwasserspiegels, warnt Müller. Aus diesem Grund fordere man ein schlüssiges Entwässerungskonzept sowie eine Bestandsaufnahme des aktuellen Ist-Zustandes, um etwaige Schäden durch künftige Baumaßnahmen nachweisen zu können.

Auch der Zustand von Janus- und Lindenallee sollte detailliert erfasst werden, um die zusätzliche Belastung durch Schwerlastfahrzeuge in der Bauphase ermitteln zu können, damit etwaige Sanierungskosten nicht auf die Anwohner abgewälzt werden können. Ein weiterer Einwohner sorgt sich um die Sicherheit wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens in dem Wohngebiet durch zusätzliche An- und Abfahrten.

Entgegenkommen der Planer

Die Ausschussmitglieder zeigten großes Verständnis für die vorgebrachten Bedenken und wollen diese soweit sinnvoll und rechtlich umsetzbar in die weitere Planung einbeziehen. Einige Forderungen wie beispielsweise ein generelles Verbot von Rammarbeiten könne man allerdings nicht erfüllen, da die eigentliche technische Umsetzung des Bauvorhabens Sache des Architekten und des Bauherren sei, erklärte Nagel.

In Gesprächen sei jedoch zugesagt worden, dass die Pfähle nicht gerammt, sondern die Fundamente und Stützen in vibrationsarmen Verfahren in den Boden eingebracht würden. „Bestimmte Details sind in dieser Phase der Planung noch nicht regelbar“, stellte der Ausschussvorsitzende Jürgen Redepenning fest.

Klinik in Kürze

Die Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin wurde 1991 gegründet. Sie hat sich auf die Behandlung psychosomatischer Störungen und Erkrankungen mit ganzheitlicher Ausrichtung spezialisiert. Die Klinik steht nach eigenem Bekunden in der „Tradition der internistischen Psychosomatik der Lübecker Schule, begründet vom Namensgeber Prof. Friedrich Curtius und seinem Schüler Prof. Hubertus Feiereis“.

Das Klinikum verfügt über 156 Betten

 Dirk Schneider

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