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Ostholstein Malenter Schulausschuss stimmt für Fusion mit Hutzfeld
Lokales Ostholstein Malenter Schulausschuss stimmt für Fusion mit Hutzfeld
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02:15 29.08.2013
Eltern und Lehrer protestierten gegen die geplante Schulfusion. Die Kinder hielten Plakate hoch. Quelle: Foto: Peyronnet

Der vorletzte — oder vorvorletzte — Akt der Debatte um die Fusion der Schulen von Malente und Hutzfeld ist vorbei: Nach einer hochemotionalen, dreieinhalb Stunden dauernden Marathonsitzung beschloss der Schulausschuss von Malente gestern mit sieben Ja- und zwei Neinstimmen die Fusion. Ein von den Grünen beantragter Bürgerentscheid wurde abgelehnt. Nun könnte Malente aber noch ein Bürgerbegehren zu dieser Frage ins Haus stehen. Denn Eltern und Lehrer der Schule an den Auewiesen hatten aus ihrer Ablehnung der Fusion keinen Hehl gemacht und angekündigt, weiter dagegen zu kämpfen.

Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung, der der Ausschuss mit seiner Entscheidung empfiehlt, der Fusion zuzustimmen. Hat der gestrige Beschluss Bestand, ist die Hutzfelder Heinrich- Harms-Schule gerettet. Ihre Schülerzahlen sind zu niedrig, ohne die Fusion würde sie ab dem nächsten Schuljahr keine neuen Schüler mehr aufnehmen dürfen und auslaufen. Die Malenter Eltern wendeten sich aber trotzdem vehement gegen die Fusionspläne — mit Plakaten in der Sitzung, mit Wortbeiträgen und mit Unterschriften. 253 davon überreichte Schulelternbeiratsvorsitzender Marc Fenske an den Ausschussvorsitzenden Helmut Wagner (SPD).

Was die Eltern an der Fusion stört, fasste eine Mutter zusammen. „Die Schule hat viel durchgemacht. Unsere Sorge ist, dass es wieder Unruhe gibt. Was sich als gut erwiesen hat, wird über den Haufen geworfen.“ Andere schlugen einen härteren Ton an. Die Personalratsvorsitzende der Malenter Schule, Heidrun Müschen: „Wir sind nicht der Retter der Welt, und wir müssen auch nicht Hutzfeld retten. Die Hutzfelder sollten sich darum kümmern, Alternativen zu suchen.“

Befürworter der Fusion hatten einen schweren Stand. Bürgermeister Michael Koch (CDU) begründete, warum er die Fusion empfiehlt und dem Ausschuss einen entsprechenden Beschlussvorschlag unterbreitet hatte: „Ich mache mir auch Sorgen um unsere Schule. Wir wissen nicht, wie sich die Schulpolitik weiter ändert. Ich möchte eine Perspektive haben, die den Schulstandort Malente auch in zehn Jahren noch sichert.“ Peter Blenski (CDU) argumentierte ebenfalls mit der Sicherheit des Schulstandorts: „Mit der Fusion wird eine Schülerzahl erreicht, die weit weg ist von allen Befürchtungen.

Wir müssen sehen, dass auch kommende Generationen in Malente noch einen Schulstandort vorfinden.“ CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon bemühte sich, die Ängste der Eltern zu entkräften. „Der Schulrat hat gesagt, es wird keinen Schülertourismus geben. Die Malenter Schüler müssen nicht nach Hutzfeld pendeln.“

Die SPD-Vertreter schwiegen in der Debatte, die Grünen machten deutlich, dass sie die Fusion ablehnen. Ihre Fraktionsvorsitzende Dagmar Nöh-Schüren: „Niemand zwingt uns, eine Fusion mit Hutzfeld einzugehen. Das ist selbstgemachtes Leid.“

Zu wenige Schüler

240 Schüler lautet die Grenze, die das Kultusministerium für die Gemeinschaftsschulen (Klasse 5 bis 10) gezogen hat. Die Heinrich-Harms-Schule hatte im vergangenen Schuljahr 236 Schüler.

373 Schüler zählte die Schule an den Auewiesen im vergangenen Schuljahr.


Der Bosauer Schulausschuss tagt heute um 19.30 Uhr in der Harms-Schule. Dann geht es auch um die Schulfusion, die Bosau bereits beschlossen hat.

Susanne Peyronnet

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