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Ostholstein Malenter Tennisclub kämpft um Kreiszuschuss
Lokales Ostholstein Malenter Tennisclub kämpft um Kreiszuschuss
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22:16 28.08.2013

Malentes Tennis-Vorsitzender Jochen Torpus ist verzweifelt. Gerade erst hat der Verein dem Land für 23 500 Euro die einst vom Club selbst erstellten Tennisplätze samt Clubhaus abkaufen müssen. Ein Zuschuss des Kreises von gut 2000 Euro war dabei eigentlich eingeplant. Doch der droht nun auszufallen. Das Problem: Die Förderrichtlinien des Kreises sehen zwar den Neubau oder die Sanierung vor, nicht aber den Kauf einer „gebrauchten“ Anlage. Allerdings hatte der Kreis vor Jahren in Heiligenhafen den dortigen Verein beim Kauf einer zuvor gepachteten Tennishalle finanziell unterstützt.

„Das war ein absoluter Sonderfall und kein Präzedenzfall“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Hans-Peter Birkner. Der Entscheidung seien lange politische Diskussionen vorausgegangen. Diese Möglichkeit sehe er im Fall des Tennisclubs Rot-Weiß Malente nicht. „Sonst würden wir genau den Präzedenzfall schaffen und möglicherweise eine Lawine lostreten“, so Birkner. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Kreispolitiker das anders sehen.

Manfred Konitzer-Haars, Hauptgeschäftsführer des Landessportverbandes, sieht das sehr wohl anders. „Dass ein Kauf gebrauchter Sportanlagen in den Förderrichtlinien oft nicht vorgesehen ist, hat ganz einfach den Grund, dass so etwas kaum vorkommt“, sagt Konitzer-Haars. Eine Verwaltung hingegen könne nur auf der Grundlage von Richtlinien entscheiden. Und wenn etwas, wie jetzt im Fall des Tennisclubs Malente, nicht geregelt sei, müsse eben die Politik entscheiden. Üblicherweise werde dann „pro Sport entschieden“, so Konitzer-Haars. Dass daraus eine Lawine von Anträgen entstehen könne, halte er für sehr unwahrscheinlich.

Auf eine politische Entscheidung „pro Sport“ hofft auch Vereinsvorsitzender Jochen Torpus. „Wir hatten nur die Möglichkeit, die Anlage zu übernehmen“, sagt der Vorsitzende. Alles andere hätte den Ruin oder die Auflösung des Vereins bedeutet. So wäre der Bau neuer Plätze mit Clubhaus an anderer Stelle für den gut 100 Mitglieder starken Verein aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen. Ein weiterer Verbleib auf der seit 1955 zunächst im Pacht- und dann im Mietverhältnis genutzten Landesfläche sei vom Land nicht gewollt gewesen. So habe man in den „sauren Apfel beißen müssen“, die einst selbst gebauten Plätze und das Clubhaus erneut bezahlen zu müssen. Tennis sei eben keine Sportart, die auf öffentliche Schulsportanlagen kostengünstig oder kostenfrei zurückgreifen könne, sagt Torpus.

Die Sportförderung steht heute auf der Tagesordnung im Bildungs- und Sportausschuss des Kreises (17 Uhr, Kreishaus). Insgesamt wird der Kreis in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 62 000 Euro an Sportvereine und Kommunen als Teilbeträge für 31 Projekte ausschütten. Das Gesamtvolumen der Förderung für die Projekte beläuft sich auf 247 000 Euro.

Holger Marohn

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