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Ostholstein „Man lernt sich selbst einzuschätzen“
Lokales Ostholstein „Man lernt sich selbst einzuschätzen“
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20:25 31.07.2015
Freiwilliger Dienst bei der Brücke: Julia Ohlf (20), Kay-Uwe Rosenbaum (23) und Svenja Rieck (21, v.l.), bei einem Treffen in der Tagesstätte Neustadt. Quelle: Regine Tams (hfr)
Neustadt

Wer sich nach der Schulzeit engagieren und zeitgleich mögliche Berufsfelder ausprobieren möchte, für den gibt es unter anderem das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder auch den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Dieser ist zum Beispiel bei der Brücke Ostholstein möglich, von Eutin über Bad Schwartau bis nach Heiligenhafen.

Drei junge Menschen, die hier derzeit als Freiwillige arbeiten, berichten von ihren Erfahrungen: „Man lernt, sich selbst einzuschätzen“, sagt Svenja Rieck, die sich in der sozialpsychiatrischen Tagesstätte Neustadt engagiert. In der Regel dauere der Dienst ein Jahr, die Möglichkeit der Verkürzung bestehe aber, sagt die 21-Jährige. Pflicht sei es an 25 Bildungstagen, die auf verschiedene Seminare aufgeteilt sind, teilzunehmen. Unter anderem gebe es ein Kompetenztraining, berichtet die junge Frau. „Die Kernfragen, die jeder selbst beantworten kann, sind: Wo stehe ich, was will ich erreichen und wo will ich hin?“ Bei den Fachtagungen würden verschiedene Workshops mit unterschiedlichen Themen wie sexualisierte Gewalt, Autismus und psychische Erkrankungen angeboten.

Als „Bufdi“, also im Rahmen des BFD, arbeitet Julia Ohlf in den Wohngruppen und der Ambulanten Betreuung der Brücke in Bad Schwartau. „Wir frühstücken und kochen zusammen“, erzählt die 20-Jährige.

„Gemeinsame Arbeiten in Haus und Garten werden erledigt. Viel Spaß machen mir die Ausflüge, dabei habe ich schon viele interessante Menschen und Orte kennengelernt.“

Sie berichtet von den unterschiedlichen Projekten mit den Betreuten: „In der Kochgruppe haben wir zum Beispiel ein Buch mit den Lieblingsrezepten zusammengestellt.“ Zudem leiste sie verschiedene Fahrdienste und helfe bei der Garten-AG, mit der ein Hochbeet angelegt wurde — mit Erdbeeren, die kürzlich geerntet werden konnten.

Der gelernte Dachdecker Kay-Uwe Rosenbaum (23), der in der Tagesstätte Eutin arbeitet, berichtet von seiner Holzwerkgruppe, die er ins Leben gerufen hat. „Die wird sehr gut angenommen und ich kann dabei eigene Erfahrungen weitergeben“, sagt er stolz. Nach dem Freiwilligendienst will der junge Mann eine Ausbildung zum Erzieher in Lensahn beginnen. Zuvor kann er jedoch als Bufdi zum Beispiel auch an politischen Bildungsseminaren teilnehmen.

Alle drei fühlen sich wohl in ihren Teams und sind glücklich mit ihrer Entscheidung, ein Jahr dem Freiwilligendienst zu widmen. Sie betonen aber zugleich, dass sie auch viel Verantwortung tragen.

„Ich würde jedem empfehlen, so ein soziales Jahr abzuleisten“, sagt Kay-Uwe Rosenbaum. Und für Svenja Rieck war das FSJ bereits jetzt eine große Hilfe bei der Berufswahl: „Mir ist klargeworden, dass ich meine berufliche Zukunft auf einen anderen Bereich ausrichten will. Ich beginne eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten.“

Nähere Informationen zu Freiwilligendiensten bei der Brücke Ostholstein gibt es bei Gustav Bargholz unter Telefon 04361/4182 oder per E-Mail an:

g-bargholz@bruecke-oh.de.

„Ich empfehle jedem, so ein soziales Jahr abzuleisten.“
Kay-Uwe Rosenbaum

Regine Tams

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