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Ostholstein „Man wird nicht dümmer, wenn man sich einer Aufgabe stellt“
Lokales Ostholstein „Man wird nicht dümmer, wenn man sich einer Aufgabe stellt“
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15:21 21.09.2017
Dr. Joachim Rinke möchte für die FDP das Direktmandat im Wahlkreis 9 gewinnen und in den Bundestag einziehen. Quelle: Susanne Peyronnet
Bosau

Dr. Joachim Rinke weiß, dass seine Chancen gering sind. Trotzdem legt sich der FDP-Direktkandidat für den Wahlkreis 9 (Ostholstein/Nordstormarn) mächtig ins Zeug, um für sich zu werben. Der 61-Jährige möchte nach Berlin, in den Bundestag. „Jetzt oder nie“, lautet seine Devise.

Als FDP-Mann dürfte er gegen die Kandidaten von CDU und SPD in der Direktwahl keine Chance haben. Sein siebter Platz auf der Landesliste - daraus wird wegen des Rückzugs des Kieler Verkehrsministers Bernd Buchholz noch ein sechster - ist ebenfalls nicht aussichtsreich. „Das wusste ich vorher“, sagt Rinke zu seiner schlechten Ausgangsposition, nimmt die Sache aber sportlich: „Man wird nicht dümmer, wenn man sich einer Aufgabe stellt. Aufgaben sind wichtig und machen Spaß.“

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In seiner politischen Arbeit legt Rinke den Schwerpunkt auf drei Themen: Gesundheitspolitik, Bildungspolitik und Windkraft. „Es geht mir so gegen den Strich, dass wir eine Gesundheitsreform haben, die den Namen nicht verdient“, sagt Rinke, der in Eutin eine orthopädische Praxis betreibt. Er möchte eine einheitliche Ausbildung für alle Arten von Pflegekräften, ob Schwestern, Pfleger oder Hebammen, damit die Qualität und ihre Entlohnung besser werden. Das Budget der Krankenhäuser dürfe nicht nur für Geräte, sondern müsse verstärkt für Personal ausgegeben werden.

Ein weiteres wichtiges Feld ist für Rinke die Infrastruktur, auch die digitale. „Schleswig-Holstein braucht dringend die Digitalisierung, schneller, als es jetzt vorgesehen ist.“ Der Bund müsse helfen, die Glasfasernetze auszubauen, damit die Kommunen nicht die gesamten Kosten tragen müssten.

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Mehr Geld möchte Rinke in die Bildungspolitik stecken. Das Kooperationsverbot müsse abgeschafft werden. Es besagt, dass der Bund keine finanziellen Hilfen geben darf für Politikfelder, für die die Länder zuständig sind, etwa für die Schulen. Rinke regt an, mit den Überschüssen im Bundesetat Lehrer und Schulrenovierungen zu bezahlen, mehr Geld vom Bund in Kitas, Schulen und Universitäten zu stecken, um die Kommunen, Kreise und Länder zu entlasten. So soll das Ziel „weltbeste Bildung“ erreicht werden.Schließlich wendet sich Rinke gegen die Windkraft. Die „Verspargelung“ der Landschaft müsse aufgehalten werden.

Ob der Arzt in den Bundestag einzieht, wird sich am 24. September zeigen. Sollte er scheitern, nimmt er es mit Gelassenheit.

Die Direktkandidaten

Die Bundestagswahl ist am 24. September.

Im Wahlkreis 9 (Ostholstein/Nordstormarn) treten acht Parteien an.

Die Mitbewerber von Joachim Rinke sind Bettina Hagedorn (SPD), Ingo Gädechens (CDU), Jakob Brunken (Grüne), Klaus Eickmeyer (Linke), Dr. Axel Gehrke (AfD), Stephanie Lubnow (Freie Wähler) und Thomas Vollbracht (Familie).

Mit der Wahlbenachrichtigung können Sie persönlich Ihre Stimme in dem Ihnen zugewiesenen Wahlraum am Wahltag abgeben. Alternativ können Sie per Briefwahl wählen. Dann müssen Sie einen Wahlschein beantragen.

181577 Menschen sind im Wahlkreis 9 wahlberechtigt.

sas

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