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Ostholstein Marode Brücke: Rotterdam soll’s richten
Lokales Ostholstein Marode Brücke: Rotterdam soll’s richten
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17:10 08.10.2016
Das Modell „Rotterdam“: Die Stahlkonstruktion könnte eine deutlich günstigere Querung der Schwentine sein. Quelle: Janson-Bridging
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Malente

Halb so teuer wie befürchtet: In Malente zeichnet sich eine zwar nicht viel schnellere, aber deutlich preisgünstigere Lösung für das Problem der kleinen Schwentinebrücke ab. Wenn der Planungsausschuss in der kommenden Woche zustimmt und die Gemeindevertretung die Mittel dafür bereitstellt, könnte im Frühjahr 2017 eine Stahlbrücke anstelle der maroden Holzbrücke beim Intermar über die Schwentine geschlagen werden. Voraussichtliche Kosten: 164200 Euro. Im April war noch von einer Stahlkonstruktion mit Bohlenbelag und Geländer für 333000 Euro die Rede gewesen.

Stahlkonstruktion über die Schwentine in Malente wäre nur halb so teuer wie ein konventionelles Bauwerk.

Der Planungsausschuss tagt am Dienstag, 11. Oktober, um 17 Uhr im Klönzimmer im Haus des Kurgastes. Weitere Themen sind der B-Plan Nr. 84 in Nüchel, der Spielplatz Berliner Straße, die Parkgebühren für Bad Malente-Gremsmühlen und der Holzbergturm in Neversfelde, ebenfalls ein Sorgenkind der Gemeinde.

Jetzt soll es Rotterdam richten. Das ist der Name der Stahlbrücke, die die Firma Janson-Bridging aus Emmerich am Rhein einschließlich Statik und Montage für 71400 Euro angeboten hat. Die 21 Meter lange und zweieinhalb Meter breite Brücke ruht auf vier Stahlpfählen, an jedem Ufer zwei, die miteinander verbunden sind. Für die Pfahlgründung sind noch einmal 38400 Euro zu zahlen, außerdem schlagen der Abbruch der alten Brücke und ein paar Nebenarbeiten zu Buche.

Dass sich die Kosten gegenüber der ursprünglichen Schätzung annähernd halbiert haben, erklärt Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) damit, dass die jetzt vorgeschlagene Brücke nur auf den Ufern aufliegt, keine Gründung in der Schwentine braucht und keine Holzkonstruktion mehr gewählt wurde. Bei der Stahlbrücke „Rotterdam“ handelt es sich vom Typ her um eine zu vermietende Behelfsbrücke, die die Gemeinde Malente aber kauft. „Das Mieten lohnt sich nicht, wir müssten für ein Jahr Miete zahlen und hätten immer noch nichts“, so Rönck. Auch eine längerfristige Mietdauer rechne sich nicht.

Die alte Brücke, eine Konstruktion aus Holz aus den 1970er-Jahren, ist seit Ende 2015 gesperrt. Sie ist so marode, dass zwei Fachleute dem Planungsausschuss im April mitteilten, es sei rätselhaft, warum sie überhaupt noch stehe. Die Querung des Flusses am Intermar verbindet Hindenburgallee und Diekseeufer und wird von Fußgängern geschätzt. Seit der Sperrung der Brücke müssen sie einen Umweg über die Diekseepromenade in Kauf nehmen. Deshalb forderten vor allem Gastronomen und Touristiker eine schnelle Lösung. Es gibt aber noch einen anderen Grund zur Eile: Im kommenden Jahr wird auch der Umweg abgeschnitten.

Die 1898 gebaute große Brücke über die Schwentine unterhalb der Gremsmühle wird 2017 erneuert. Über den Planungsstand berichten Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in der Sitzung des Planungsausschusses. Ohne die Schwentine-Fußgängerbrücke würde der Umweg noch viel, viel größer. Rönck: „Ich bin guter Dinge, dass wir die Erneuerung schaffen, bevor die andere Brücke weg ist.“

Die gesperrte Brücke bewegt die Malenter seit ihrer Schließung und war auch eines der großen Themen im Bürgermeisterwahlkampf.

Die Idee einer Stahlbrücke von Ufer zu Ufer, so Rönck, habe sie schon länger im Hinterkopf gehabt. „Ich kann mir vorstellen, dass andere das auch hatten.“ Beim Miteinanderreden und Ideen-Wälzen sei die Lösung gefunden worden. „Wenn es beschlossen wird, wäre es ein gutes Beispiel dafür, wie die Fraktionen mit der neuen Bürgermeisterin zusammenarbeiten“, so Rönck.

 Susanne Peyronnet

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