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Ostholstein Marode Straßen auf Fehmarn: Politik will 2018 mehr ausgeben
Lokales Ostholstein Marode Straßen auf Fehmarn: Politik will 2018 mehr ausgeben
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20:14 13.10.2017
Völlig marode sind viele Banketten an der engen Straße nach Wulfen.
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Fehmarn

Anhaltend kräftiger Regen, Mais- und Kohlernte, aber auch der Transport von Yachten ins Winterlager bringen das Fass einmal mehr zum Überlaufen. Vor allem auf den schmalen Straßen, die schon sommertags von Wohnmobil- oder Bullifahrern stark frequentiert werden, sind die Banketten stark in Mitleidenschaft gezogen. Überall tiefe Löcher – der Inselbauhof kommt kaum noch hinterher.

Zahllose marode Straßen auf Fehmarn bringen die Kommunalpolitiker in Zugzwang. Nach jahrelangem Sparkurs setzt der Bau- und Umweltausschuss Fehmarn jetzt ein Signal. Das bisher vorgesehene Budget für 2018 soll um insgesamt mehr als 2,6 Millionen Euro kräftig erhöht werden.

Besonders betroffen sind derzeit die Zuwegungen von und nach Wulfen. Denn wegen der erneut monatelangen Vollsperrung der Kreisstraße 43 (Blieschendorfer Allee) verlagert sich viel Verkehr auf diese Parallelstrecke, obwohl sie baulich dafür gar nicht taugt.

Das sorgt für politischen Unmut. Es gibt kräftig Schelte in Richtung Eutin. Ihr Tenor: Der Kreis Ostholstein habe den seit Jahrzehnten überfälligen Ausbau der K 43 seit 2016 zwar endlich in Angriff genommen, benötige dafür aber drei Bauabschnitte bis 2018. „Warum lässt die Stadt es zu, dass deswegen jetzt unsere Straßen kaputtgefahren werden?“, erboste sich bereits Dienstagabend im Hauptausschuss Hans-Peter Thomsen (WUW).

Zwei Tage gab es ein heftiges Nachspiel. Im Bau- und Umweltausschuss mahnten Malte Riechey (Campingplatz Wulfener Hals), Hans Klingenberg (Golfclub Fehmarn) und andere Betroffene dringenden Handlungsbedarf an. Ihre Appelle an die Politik, mehr Geld bereitzustellen, verpufften nicht. Ausschuss-Vorsitzender Andreas Herkommer (SPD) betonte: „Wir vernachlässigen viele Straßen.“ Er erteilte einer strikten Budget-Zuweisung – etwa durch den Finanzausschuss – eine klare Absage.

Die Diskussion wurde von der Verwaltung noch zusätzlich beflügelt. Bauamtsleiter Marcel Quattek verwies auf drastisch gestiegene Preise: „Unsere Ausschreibungsergebnisse liegen im Schnitt um 15 bis 20 Prozent höher als die kalkulierten Kosten.“ Und Bauhofleiter Timo Jädke warb dafür: „Die Politik sollte offen über über eine Heraufsetzung des Ansatzes diskutieren.“

Klar ist ohnehin allen: Die Stadt müsste geschätzt 80 bis 90 Millionen Euro aufbringen, um alle Straßen wieder auf Vordermann zu bringen. Hinnerk Haltermann (CDU) und Gunnar Mehnert (WUW) preschten vor und forderten eine kräftige Erhöhung der Ansätze. Mehnert: „Wir haben fünf Jahre keinen Kredit mehr aufgenommen.“ Im Ergebnisplan liegt der Ansatz jetzt bei 3,5 und bei den Investitionen bei 11,5 Millionen Euro. Ob damit die Straße nach Wulfen oder andere in der Prioritätenliste für 2018 nach oben rücken, entscheidet die Stadtvertretung aber erst am 14. Dezember.

Von Gerd-J. Schwennsen

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