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Meerjungfrauen kämpfen gegen Plastikmüll im Meer

Fehmarn Meerjungfrauen kämpfen gegen Plastikmüll im Meer

Zehn Tage lang ist der Nabu mit dem Zweimaster „Ryvar“ unterwegs, um auf sein Anliegen hinzuweisen. Unter dem Motto „Nabu macht Meer“ setzen die Naturschützer dabei in sechs Häfen ganz unterschiedliche Akzente für den Schutz der Nord- und Ostsee. Los ging es in Warnemünde, Ziel ist am 25. August Hamburg.

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Imposanter Segeloldtimer: Heute verlässt der Zweimaster „Ryvar“ Fehmarn. Nächstes Ziel ist der Hafen vor dem Kieler Landtag.

Quelle: Foto: Nabu

Fehmarn. Der Naturschutzbund (Nabu) schlägt Alarm. Über ein Drittel aller maritimen Arten und Lebensräume in Ost- und Nordsee gelten als bedroht. Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Nabu, fordert daher mindestens die Hälfte der Meeresschutzgebiete ganz der Natur zu überlassen.

LN-Bild

Nabu-Segeltörn zum Schutz von Nord- und Ostsee nach Burgstaaken.

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Das Schiff

„Ryvar“: 1916 in Rotterdam erbaut, seit 1995 in Besitz von Joachim Kowalski (Hamburg).

Der Name stammt aus Norwegen. Er bezeichnet einen Fels mitsamt Leuchtturm nördlich von Haugesund.

Technische Daten: Heringslogger, 28 Betten für bis zu 50 Tagesgäste. Länge 38,40 Meter, Tiefgang bis 2,85 Meter, Zwei-Mast-Gaffelketch

Originelle Ideen wurden hierfür auch vor Ort entwickelt: Drei farbenfrohe Meerjungfrauen, allesamt junge Mitarbeiterinnen im Wasservogelreservat Wallnau, huschten gestern Mittag über den Steg im Kommunalhafen Burgstaaken. Ein hübsches Fotomotiv für Urlauber und Einheimische – und eine gezielte Werbeaktion für die im September 2016 auf Fehmarn gestartete Initiative „Mehrweg fürs Meer“. Das Projekt steht für einen sorgsamen Umgang mit Plastik in der strandnahen Gastronomie. Hauptziel ist, Inselurlauber dafür zu gewinnen, lieber auf eine umweltschonende Mehrwegvariante zu setzen, statt Plastik-Einwegbehältnisse zu verwenden. Dafür gibt es ein Pfandsystem. Projektleiterin Lea Schenkelberg: „Es haben sich bereits viele Cafés und Gastrobetriebe angeschlossen.“

Für den Nabu, der in Burgstaaken bereits 2011 das längst überregional erfolgreiche Projekt „Fishing for Litter“ gestartet hat, ist es ein kleiner Mosaikstein gegen die zunehmende Plastikflut. „Wir dürfen die Meere nicht als Müllkippe missbrauchen“, warnt Miller.

Er nennt beklemmende Zahlen. Weltweit gelangten Jahr für Jahr zwischen fünf und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll allein von Land in die Weltmeere. Davon würden auch Nord- und Ostsee nicht verschont.

An den Stränden des Wattenmeeres liegen durchschnittlich 389 Müllteile auf 100 Meter Küstenlänge, auf Fehmarn knapp 70 und auf Rügen fast 140 – so die Ergebnisse des Spülsaum-Monitorings. Betriebe, Insulaner und Feriengäste könnten jetzt ihren Beitrag dazu leisten, gemeinsam die Ostsee sauber zu halten. Aber auch von der Politik fordert Miller ein stärkeres Engagement für den Naturschutz: „Eisbären in Berlin allein reichen nicht.“

Mit an Bord sind zudem Wissenschaftler des Instituts für Technische und Angewandte Physik Oldenburg und der Uni Magdeburg- Stendal. Mit einer Membranpumpe sowie weiteren Sonden erhebt das Team um Gilian Gerke Daten für eine Langzeituntersuchung zu Mikroplastik: „Wir wollen klären, was mit dem Kunstsoff durch UV-Strahlung passiert?“

Ein Team um Hendrik Schoof (Oldenburg) konzentriert sich auf den Unterwasserlärm. Mit einem Hydrophon wird an sechs Standorten, darunter vor Staberhuk und im Fehmarnbelt, der natürliche Hintergrundschall mit dem menschengemachten Lärm etwa durch Offshore-Windparks, Schiffe oder Häfen verglichen. „Pro Jahrzehnt hat sich die Lärmbelastung verdoppelt“, so der Nabu-Meeresbiologe Kim Detloff.

Am Abend schloss sich eine Debatte über die feste Beltquerung an. Nikola Vagt (Wallnau): „Wir können noch was tun, der erste Spatenstich ist noch nicht sicher.“

Weitere Informationen: www.nabumachtmeer.de

 Gerd-J. Schwennsen

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