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Ostholstein Mehr Schutz für Kröten, Frösche und Molche
Lokales Ostholstein Mehr Schutz für Kröten, Frösche und Molche
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11:54 19.05.2017
Der Kohlborn im FFH-Gebiet „Middelburger Seen“ ist Teil eines Rückzugsgebietes für gefährdete Tiere. Quelle: Foto: Carsten Burggraf (hfr)
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Süsel

Das Umweltministerium in Kiel hat jetzt den Managementplan für das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Middelburger Seen“ in Kraft gesetzt. Darauf verweist der Verein „Wasser Otter Mensch“, der die Managementplanung übernommen hatte. Vor gut einem Jahr hatte die Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen. Nach einer Auftaktveranstaltung, zwei Runden Tischen und einer abschließenden Abstimmungsrunde ging der Planentwurf an das Umweltministerium.

Der Managementplan für das FFH-Gebiet „Middelburger Seen“ steht – Besucherweg zum Aussichtspunkt im Westen soll zugänglich bleiben.

Schutzziel sei es, die meist nährstoffarmen Seen, ein ebensolches Verlandungsmoor sowie das artenreiche Feucht- und Nassgrünland zu erhalten. Gleiches gelte für die Magerstandorte auf den angrenzenden Hängen, erläutert Lea Pietsch von „Wasser Otter Mensch“. Der Managementplan enthält dazu verschiedene Einzelmaßnahmen. Middelburger und Achtersee bleiben weiterhin ohne fischereiliche Nutzung, im Peper See und im Kohlborn gibt es Besatzbeschränkungen. Die Verlandungsbereiche an den Seen sollen sich natürlich entwickeln und damit die Gewässer vor Schad- und Nährstoffeinträgen schützen.

Die sich anschließenden Grünlandflächen werden nur noch extensiv bewirtschaftet, nämlich in zusammenhängenden Weidesystemen oder als spät zu mähende Wiesen. Außerdem soll das Verlandungsmoor im Süden des Middelburger Sees als besonders schützenswerter Lebensraum durch Offenhaltungsmaßnahmen erhalten werden. Weiter wird vorgeschlagen, im gesamten Schutzgebiet Lebensräume für Amphibien und Reptilien zu fördern und anzulegen. Erfreulich für Spaziergänger: Der Besucherweg zum Aussichtspunkt im Westen des Gebiets soll zugänglich bleiben.

Das FFH-Gebiet „Middelburger Seen“, zum Großteil auch Naturschutzgebiet, ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Für die Schutzgebiete dieses länderübergreifenden Biotopverbunds müssen Bewirtschaftungspläne, die sogenannten Managementpläne, erarbeitet werden. Sie sollen sicherstellen, dass sich der Zustand der besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume nicht verschlechtert, sondern möglichst sogar verbessert. Die Erarbeitung dieser Managementpläne erfolgt in Schleswig-Holstein unter Beteiligung von Flächeneigentümern und -nutzern, Behörden und Verbänden, Gebietskennern, weiteren lokalen Akteuren und interessierten Bürgern.

 pet

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