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Ostholstein Mehr als 100 Feuerwehrleute bei Bauernhofbrand im Einsatz
Lokales Ostholstein Mehr als 100 Feuerwehrleute bei Bauernhofbrand im Einsatz
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11:19 24.07.2018
In Bujendorf hat es am Montag auf einem Bauernhof gebrannt. Quelle: Susanne Peyronnet
Bujendorf

Auslöser des Feuers war offenbar ein brennender Trecker, der an einem Unterstand an der Scheune stand. Vom Trecker griff das Feuer auf eine Rundballenpresse, von dort auf den Unterstand, dann auf die Scheune und schließlich auf das daran anschließende Wohnhaus über.

Nur den großen Kuhstall konnten die Feuerwehren mit einem Wasservorhang vor einem Übergreifen der Flammen schützen. Über dem Hof stieg eine dicke, grauschwarze Qualmwolke auf, die in Eutin und Neustadt, ja sogar in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen war.

Ein Großfeuer hat am Montag ein kombiniertes Wohn- Wirtschaftsgebäude auf einem Bauernhof im Außenbereich von Bujendorf vernichtet. Verletzt wurde niemand. An die 200 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen. Ein Problem war nicht nur die Wasserversorgung.

Einsatzleiter Nils Rave, stellvertretender Gemeindewehrführer von Süsel, hörte schon bei der Anfahrt, dass die Rettungsleitstelle den ursprünglich als Fahrzeugbrand gemeldeten Einsatz auf ein Großfeuer hochstufte. In der Folge rückten beinahe alle greifbaren Feuerwehren an: alle neun Ortswehren der Gemeinde Süsel, die Eutiner und die Neustädter Wehren mit ihren Drehleitern, die Feuerwehr Griebel-Vinzier. Dann wurde weiter alarmiert: die technische Einsatzleitung des Kreises Ostholstein, die die Führungskräfte unterstützt, und schließlich die auf Wasserbeschaffung spezialisierte 5. Feuerwehrbereitschaft des Kreisfeuerverbandes, unter anderem mit den Wehren Bad Malente-Gremsmühlen, Stockelsdorf- Mori, Bad Schwartau-Rensefeld, Haffkrug und Niendorf, aber auch Oldenburg und Giddendorf-See-Gremersdorf.

(Video: Mopics)

Probleme mit der Wasserversorgung

Sie alle drängelten sich mit ihren Fahrzeugen auf dem schmalen Roger Weg sowie auf der nicht minder schmalen Stichstraße zum Hof. Ganz vorne, am brennenden Bauernhaus, standen die beiden Drehleitern.

Von oben pumpten die Feuerwehrleute unablässig Wasser ins Gebäude. Wasser, das drohte knapp zu werden, wie Einsatzleiter Rave berichtete. Zwar standen mehr oder weniger in der Nähe vier Hydranten zur Verfügung. Der Zweckverband fährt in solchen Fällen die Pumpen hoch. Doch der auch sonst wegen der Trockenheit hohe Wasserverbrauch stellte die Wasserlieferanten vor Probleme. Zumal, wie Rave erklärte, auch Kliniken an der Wasserleitung hingen. Um die Trinkwasserversorgung von Neustadt und Umgebung nicht zu gefährden, mussten andere Wasserquellen für die Löscharbeiten gefunden werden.

Also bauten die Wehren der 5. Feuerwehrbereitschaft, die spezialisiert sind auf die Wasserversorgung, je 5000 Liter fassende Bassins aus starker Kunststofffolie auf, die im Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen befüllt wurden. Parallel dazu ließ Rave eine Schlauchverbindung zum drei Kilometer entfernten Redingsdorfer See legen.

Alles Bemühen half aber nichts. Zwar bezwang die Feuerwehr irgendwann die hell lodernden Flammen, aber „Feuer aus“ konnte noch lange nicht gemeldet werden. Rave forderte einen Bagger an, der die Mauern der mit Stroh gefüllten Scheune einriss. Anders, so der Einsatzleiter, ließe sich das Feuer nicht löschen. Am Abend ging Rave davon aus, dass die Löscharbeiten noch lange dauern könnten.

Trinken, trinken und nochmal trinken

Der Einsatz war harte Arbeit. Die dicke Kleidung brachte die Feuerwehrleute ins Schwitzen. Zumal sie darin körperlich schwere Löscharbeiten zu verrichten hatten. „Wir brauchen Getränke, ganz viele Getränke“, schallte es denn auch aus der ersten Reihe weiter nach hinten. Dort lief die Organisations- und Versorgungsmaschinerie reibungslos. Am Whiteboard behielt Einsatzleiter Rave den Überblick, wer gerade wo im Einsatz ist, wo Kräfte fehlen, wo zu viele sind. Unterstützt wurde er von den Wehrführern der anderen Wehren und den Spezialisten des Kreisfeuerwehrverbandes. Der Rettungsdienst stand bereit, um die Atemschutzträger abzusichern, ein Vertreter des THW war vor Ort, um bei Bedarf den in Eutin stationierten Bagger und Radlader in Marsch zu setzen. Nachbarn schleppten Getränkekisten heran. Süsels Bürgermeister Adrianus Boonekamp (CDU) stellte mit Blick auf die mangelhafte Wasserversorgung fest: „Hier müsste ein Löschteich hin.“

Von Susanne Peyronnet

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