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Ostholstein Mehrfamilienhaus ausgebrannt: Polizei ermittelt
Lokales Ostholstein Mehrfamilienhaus ausgebrannt: Polizei ermittelt
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13:16 07.11.2018
Von der Drehleiter aus versuchte die Feuerwehr, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Quelle: Arne Jappe
Heiligenhafen

Großalarm für die Feuerwehr Heiligenhafen am Dienstagabend: Um 19.30 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Hafenstraße gerufen. Es sollte einer der schwersten Einsätze der vergangenen Zeit werden. Über Stunden war das Feuer nicht unter Kontrolle zu bringen.

Zunächst war völlig unklar, ob sich noch Menschen in dem 100 Jahre alten Haus befanden. Gerüchten zufolge sollten noch eine Frau und mehrere Kinder vermisst werden. Ein Gerücht, dass sich schnell als falsch herausstellte. Nach Angaben der Polizei sind drei Menschen in dem Haus gemeldet, deren Verbleib bereits gegen 20 Uhr geklärt war. Wegen der Gefahr, die von dem Feuer ausging, mussten allerdings 16 Menschen ein Nachbarhaus verlassen. Sie wurden im Gerätehaus der Feuerwehr Heiligenhafen durch die SEG, die schnelle Eingreifgruppe des Kreises Ostholstein, betreut und mit Getränken versorgt. Unterdessen versuchte die Feuerwehr über Stunden, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Großeinsatz der Feuerwehr und vom Rettungsdienst in der Hafenstraße in Heiligenhafen. Dort brannten das Dachgeschoss und der Dachstuhl in einem Wohnhaus komplett aus.

Kein Innenangriff möglich

Als die Feuerwehrleute an der Hafenstraße eintrafen, brannte die rechte Seite des Daches in voller Ausdehnung. Dann zündete das Feuer durch und erfasste das gesamte Dach. Eine viel zu gefährliche Situation, so dass der Einsatzleiter, der Heiligenhafener Gemeindewehrführer Michael Kahl, keinen Innenangriff verantworten konnte. Die große Hitze und die Gefahr weiterer Durchzündungen machten es zunächst unmöglich, im Inneren des Gebäudes gegen die Flammen vorzugehen. Zumal der Fußboden der Dachgeschosswohnung bereits durchgebrannt und eingestürzt war.

Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als von außen gegen das Feuer vorzugehen. Die Drehleiter der Feuerwehr Heiligenhafen war längst in Stellung gebracht, um von oben Wasser in das Haus zu pumpen. Die Reste der Dachhaut wurden aufgerissen, um besser an den Brandherd heranzukommen. Immer wieder schlugen helle Flammen in den Nachthimmel.

Es flammten immer wieder Brandnester auf

Erst um 21.45 Uhr konnte es die Einsatzleitung riskieren, Atemschutztrupps ins Erdgeschoss und ins ersten Obergeschoss des Hauses zu schicken. Unter Kontrolle war das Feuer da noch lange nicht. Das Obergeschoss blieb bis in die Nacht nicht zugänglich für die Löschmannschaften. Noch am späten Abend flammten immer wieder Brandnester auf. Die Löscharbeiten dauerten bis weit in den Mittwoch hinein.

Im Einsatz waren die Feuerwehren Heiligenhafen und Großenbrode. Nur so konnte die benötigte Zahl der Atemschutzträger in den Einsatz geschickt werden. Der Rettungsdienst, der zunächst in großer Stärke vor Ort war, konnte bald zum Teil wieder abrücken, da sich die Befürchtung, es könnten noch Menschen im Haus sein, nach Meldungen vom Dienstagabend nicht bewahrheitete.

Abriss wegen Einsturzgefahr beschlossen

Die Bewohner des Nebengebäudes konnten am Mittwochmorgen wieder zurück in ihre Wohnungen. Das ausgebrannte Haus ist durch das Löschwasser unbewohnbar. Die Hafenstraße ist zwischen Ecke Röwersgang und Poststraße weiterhin abgesperrt. Die Brandursache ist zurzeit noch unklar. Die Ermittlungen wurden aufgenommen. Nach der Begehung der Brandstelle mit einer Sachverständigen wurde der Abriss des Hauses beschlossen.

„Wir kommen nicht an die Brandnester im Haus heran“, so Michael Kahl. Es herrsche Einsturzgefahr. Das Technische Hilfswerk wurde zur Absicherung zu den Nachbargebäuden angefordert, ehe dann noch im Laufe des Mittwochs mit dem Abriss begonnen werden soll.

Arne Jappe

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