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Ostholstein „Menschlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit“
Lokales Ostholstein „Menschlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit“
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20:23 17.10.2015
Ballons für einen Moment der Stille: Matthias und Cornelia Kohlhardt setzen mit Clara und Ida auf ein buntes Malente. Quelle: Fotos: Astrid Jabs

Von „Assalam Alaikum“ bis „Moin Moin“ — in 25 Sprachen begrüßten Kerstin Emma Ahrens und Verena Grimm gestern die Besucher im Malenter Kurpark. Ahrens und Grimm und hatten zu einem Fest für Mitmenschlichkeit eingeladen und es als Sinnbild für Vielfalt unter das Motto „Malente macht bunt“ gestellt. „Wir beide können nicht die Welt verändern, doch mit diesem Fest und Ihrer aller Unterstützung können wir dazu beitragen, den Menschen, die jetzt akut am meisten Hilfe benötigen, ein wenig zur Seite zu stehen“, sagte Ahrens zum Auftakt.

In fünf Wochen Planung und Organisation ist ein Programm entstanden, das neben Musik und Interviews Gelegenheit für Begegnung und Gespräche bot. Unterstützt wurden die Initiatorinnen von 20 Unternehmen der Region, 30 Helfern, Kuchenspendern und Institutionen wie der Jugendfeuerwehr, dem Jugendrotkreuz, dem Kindergarten „Pusteblume“, der Awo und Roundtable Malente/Eutin. Der Serviceclub war mit einem Grillstand dabei, der Erlös aus dem Verkauf von Würstchen und Fleisch soll ebenso wie der Überschuss an den anderen Ständen und die gesammelten Spenden in die Anschaffung von Lehr- und Lernmaterial für den ehrenamtlichen Deutschunterricht der Gemeinde fließen.

„Man denkt immer, man muss etwas machen, und dann ist wieder ein Tag vorbei und man hat wieder nichts gemacht“, erklärte Cornelia Kohlhardt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthias, Mitglied bei Round Table, und ihren Zwillingstöchtern Clara und Ida war sie gern gekommen, um zu unterstützen — und um Offenheit zu zeigen: „Das Geschehen bewegt mich, weil das auch Mütter, Väter und Kinder sind, die da zu uns kommen. Und wir haben es so gut, leben im Überfluss“, sagte sie.

Von diesem Überfluss allen, die es brauchen, etwas abzugeben, ist die Motivation für zehn Malenter Frauen, die im Intermar die „Malenter Kleiderkammer“ eingerichtet haben: „Wer warme Winterkleidung, auch für Kinder, benötigt, kann dienstags und mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr zu uns kommen“, lud Miranda Krützfeldt ein. Ihren Infozettel gab sie auch an Merhawi, Haben und Maru aus Eritrea und den Kurden Emin.

Die jungen Männern ließen sich gerade von Christel Buchholz deren Fotoalbum zeigen: Sie hatte eine Aufnahme ihrer Münchener Familie mitgebracht — darauf zu sehen ihre Enkeltochter mit Einschulungstorte und Molit aus Eritrea, der sie ihr gebacken hat: „Ich wollte zeigen, was möglich ist“, sagte sie und berichtete von der Freundschaft zwischen ihren Kindern und drei jungen Afrikanern. Dass Menschlichkeit eine Selbstverständlichkeit sei, betonte Malentes stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Kienle (CDU). Er appellierte wie der Migrationsmanager des Kreises, Uwe Wille, an die Malenter, bezahlbaren Wohnraum im Rathaus anzubieten.

Zwischen Information, Darbietungen, Spiel und Kennenlernen gab es einen Moment der Besinnung auf das Leid der Flüchtlinge, als 500 Luftballons in den Malenter Himmel stiegen.

„Wir können nicht die Welt verändern, aber wir können helfen.“
Kerstin Emma Ahrens, Organisatorin

Astrid Jabs

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