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Ostholstein Mercedes-Standort: Initiative Bürgerpark will Erhalt der Natur
Lokales Ostholstein Mercedes-Standort: Initiative Bürgerpark will Erhalt der Natur
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20:07 04.10.2016
Pro Bürgerpark: Wolfgang Bartel (v. l.), Gerda Müller, Dr. Ellen Rades, Renate Neitzel und Monika Stappenbeck. Quelle: Peter Mantik

Es ist eines der Themen, die in Heiligenhafen aktuell heiß diskutiert werden: die geplante Ansiedlung des Mercedes-Vertriebspartners Klaus + Co. Bekanntlich hat der Unternehmer ein großes Grundstück am neuen Friedhof von der Kirche gekauft (LN berichteten). Doch trotz des Erwerbs ist noch völlig unklar, ob sich die Firma dort auch ansiedeln wird. Denn hierfür benötigt sie von der Stadtvertretung eine Änderung im Flächennutzungsplan. Ohne diese fehlt Klaus + Co. die rechtliche Grundlage für den Bau einer großen Servicestation.

Ideen für Nutzung

Die Initiative Bürgerpark hat einige Ideen, wie das parkähnliche Mercedes- Grundstück sinnvoll genutzt werden könnte: Heimat für einen Waldkindergarten, Naturerlebnispfad, grünes Café, Areal für Jugend- und Pfadfinderarbeit, Wander- und Joggingtrail, Nutzung für den praxisnahen Biologieunterricht der benachbarten Warderschule.

Bisher äußert sich die Politik kritisch zur Ansiedlung von Mercedes, doch offiziell gibt es noch kein Votum in der Stadtvertretung. Deswegen macht sich dieser Tage die Initiative „Bürgerpark“ – bestehend aus Freunden und Mitgliedern des Nabu-Ortsvereins – für den Erhalt der Natur-Idylle stark. Die LN trafen einige Mitstreiter auf dem besagten Grundstück.

„Wir stehen im Kontakt zu den Parteien und erhalten Rückmeldungen, die uns Mut machen, dass wir dieses Stück Natur erhalten können“, sagt Klaus Dürkop und ergänzt mit Blick auf Klaus + Co:

„Das Unternehmen wusste um das Risiko, als es das Grundstück kaufte.“ Die Mitglieder der Initiative betonen, nichts gegen Mercedes zu haben, doch Wolfgang Bartel findet: „Der bessere Standort wäre das neue Gewerbegebiet Jahnshof.“

Wenig Licht ins Dunkel bringt der Grundstückskäufer selbst. Kay-Bernhard Bugislaus von Klaus + Co erklärte gegenüber den LN: „Wir möchten dazu augenblicklich nichts sagen. Wir warten ab.“ Er stünde jedoch mit Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) in Kontakt.

Müller würde eine Ansiedlung von Klaus + Co. sehr begrüßen – vor allem auch in Hinblick auf neue Arbeitskräfte und Wirtschaftskraft im Ort. Zumal das Kirchengrundstück seit Jahren zum Kauf gestanden und niemand Interesse daran gezeigt habe. Auch bei den Naturschützern ist das Idyll lange Zeit in Vergessenheit geraten. Jetzt argumentieren sie, dass der Baumbestand auf dem Friedhof einer der letzten im Ort sei. „Wir haben doch in Heiligenhafen sonst nichts mehr“, sagt Dürkop. „Es wäre schrecklich, wenn hier ein massiver Bau die Natur verdrängen würde“, befindet auch Bartel.

Gerda Müller bringt einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein: „Vielen Menschen ist gar nicht mehr bewusst, welch positiven Einfluss Bäume auf ihre Umwelt haben.“ Monika Stappenbeck von der Initiative sagt mit einem Augenzwinkern: „Hier könnte ja der Mercedes-Naturpark entstehen.“

Ob der Stern die Natur verdrängt, liegt weiter allein in der Hand der Stadtvertretung.

 Peter Mantik

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