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Ostholstein Militärbischof zu Gast bei Eutiner Aufklärern
Lokales Ostholstein Militärbischof zu Gast bei Eutiner Aufklärern
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21:00 21.06.2016
Frank-Eckhard Brand (v. l.), Sigurd Rink, Jan Weihmann, Armin Wenzel.

„Die Soldaten im Ausland sagen uns: ,Wir brauchen im Einsatz unseren Pfarrer’.“ Diese Aussage hört der Evangelische Militärbischof Dr. Sigurd Rink bei seinen Visitationen immer wieder. Seit Juli 2014 ist er im Amt, hat seitdem rund die Hälfte der Standorte in Deutschland – es gibt 100 evangelische und 75 katholische – besucht. Gestern war er in Eutin, feierte dort einen Gottesdienst und ließ sich über den aktuellen Mali-Einsatz (120 Soldaten sind vor Ort) berichten.

Willkommen geheißen wurde der erste hauptamtliche Evangelische Militärbischof in der Rettbergkaserne vom amtierenden Kommandeur Frank-Eckhard Brand (Oberstleutnant Alexander Radü ist derzeit in Mali), Standortpfarrer Jan Weihmann und dem Leitenden Militärdekan Armin Wenzel aus Kiel. In Rinks Aufgabenbereich fällt es unter anderem, Menschen für die Aufgabe als Standortpfarrer zu suchen und zu finden. Diese kommen stets aus kirchlichen Gemeinden und kehren nach ihrer Amtszeit, die nicht mehr als zwölf Jahre dauern sollte, auch in Gemeinden zurück. „Zurzeit haben wir eine geradezu historische Situation: Es gibt keine einzige vakante Stelle“, freut sich Sigurd Rink. Auf die letzten Ausschreibungen hätten sich zwar nicht viele gemeldet, „aber ich bin sehr zufrieden mit der Qualität der Bewerber“. Die Tätigkeit der Militärseelsorger sei „beanspruchend, herausfordernd und manchmal belastend. Ein Beruf auf der Grenze zur Berufung“, sagt der Bischof.

Im Ausland spürten die Soldaten die Nähe von Leben und Tod, sie bräuchten vermehrt Partner für Gespräche, um ihre Erlebnisse zu verarbeiten, betont Armin Wenzel. Das kann der Eutiner Standortpfarrer Weihmann nur bestätigen. Er war mehrfach in der Türkei und für vier Monate in Kabul: „Dort geht es um sehr intensive Seelsorge, und auch die Gottesdienste sind immer voll.“

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