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Ostholstein Millionen-Offensive soll Burgtiefe attraktiv machen
Lokales Ostholstein Millionen-Offensive soll Burgtiefe attraktiv machen
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20:17 06.02.2017
Tristesse im Yachthafen: Auf 1300 Meter Länge soll hier eine attraktive Promenade entstehen.

Mit zwei Millionen Übernachtungen im Jahr ist Fehmarn Spitze. Campingtourismus, Wassersport und Urlaub auf dem Bauernhof sind ein Dauer-Hit. Doch ausgerechnet am Top-Strand in Burgtiefe und gleich nebenan im Yachthafen herrscht riesiger Nachholbedarf. Jetzt bringt Tourismusdirektor Oliver Behncke neuen Schwung in alte Planungen. Es reifen erste realistische Planspiele — und Visionen, die schon bald Wirklichkeit werden könnten.

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Am Yachthafen entsteht eine zweite Flanier-Promenade — Neue Chance für Seebrücke — Starten die Holländer ihr Hotelprojekt neu, braucht Fehmarn ein neues Festivalgelände.

Ganz obenan steht der Neubau der Yachthafenpromenade. Mit Millionenaufwand soll, gefördert vom Land, die jahrelange Tristesse ein Ende haben. Direkt am Burger Binnensee ist auf 1300 Meter Länge eine zweite Flaniermeile in Burgtiefe geplant: mit Veranstaltungsfläche, einem zwölf Meter hohen Aussichtsturm, Kinderspielplätzen, kleinen Ruheecken oder auch kombiniertem Geh- und Radweg. Behncke: „Ziel sind eine erhebliche Steigerung der Aufenthaltsqualität und die Klassifizierung mit drei bis vier Sternen.“

Gestartet wird bereits in diesem Herbst. Fertiggestellt werden soll das Ganze bis 2018 — laut Behncke hoffentlich so attraktiv, dass gastronomische Anbieter den fast verwaisten Yachthafen wiederentdecken. Die Neugestaltung korrespondiert mit einer Aufwertung am gegenüberliegenden Ufer bis zum Kommunalhafen Burgstaaken.

Nur der ursprünglich geplante 400 Meter lange Binnenseesteg wurde vorerst geopfert, um bei den Genehmigungsbehörden nicht unnötig Zeit zu verlieren. Behncke: „Das gibt uns aber vielleicht den finanziellen Spielraum dafür, dass endlich am Südstrand eine Seebrücke gebaut werden kann.“ Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Bereits bis zur Saison soll aber auf einer 130 Quadratmeter großen Fläche am Strand nach dem Vorbild anderer Bäder eine Ostseelounge entstehen. Die Frist für Bewerber läuft heute aus.

Weitere Fördergelder in Millionenhöhe winken durch den städtebaulichen Denkmalschutz. Im Zentrum steht die Arne-Jacobsen-Siedlung — der berühmte dänische Architekt und Designer hatte seit Ende der 60er Jahre das Feriencentrum geschaffen, das heute unter Denkmalschutz steht. Nicht alle Fehmaraner sind beigeistert. Doch Fakt ist: Die Spuren eines Architekten von Weltrang sind im touristischen Wettbewerb ein Pfund, mit dem die Insel werben kann.

Es bleibt noch ein großes Fragezeichen hinter dem Hotel-Projekt: Nachdem eine Fehmarn-Delegation aus Holland zurückkehrt ist, gibt Behncke dem seit 2008 geplanten Vorhaben der van-Herk-Gruppe eine neue Chance, allerdings nicht mehr mit 1000 Betten. Behncke: „Vielleicht gibt es einen Neustart 2017.“ Er hat in Rotterdam erste interne Zeichnungen gesehen.

Kommt es dazu, entsteht aber ein Problem. Ob Kite-Surfer oder Bulli-Festival: Fehmarn müsste dann einschließlich Parkraum seine Eventflächen an die Holländer zurückgeben. „Wir suchen ein alternatives Festivalgelände, eventuell im Bereich Gold“, bestätigt Behncke erste Planspiele. Er hält sogar eine Überraschung parat: „Dann könnte das Hendrix-Revival wiederbelebt werden.“

Zahlen und Fakten

350 000 Gäste (inklusive Camping) bescheren Fehmarn jährlich rund zwei Millionen Übernachtungen. In den vergangenen zwei Jahren gab es ein Gästeplus von zehn und ein Übernachtungsplus von 15 Prozent.

14 000 Gästebetten gibt es auf der Insel. Dazu kommen 17 Campingplätze mit etwa 6600 Stellplätzen (das entspricht zusätzlich rund 20 000 Betten).

5,8 Tage umfasst die durchschnittliche Aufenthaltsdauer, auf den Campingplätzen sogar 6,8 Tage.

70 bis 80 Prozent des Umsatzes werden durch Urlaubs- und Tagesgäste verbucht. Laut Tourismusverband S-H geben Gäste in gewerblichen Beherbungsbetrieben 105,70 Euro pro Kopf/Übernachtung aus (Vergleich: Privatvermietung 84,20 Euro, Camping 28,30 Euro, Tagesgäste 24,10 Euro).

Von Gerd-J. Schwennsen

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