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Millionenprojekt „Neue Mitte“ in Bliesdorf verzögert sich

Bliesdorf Millionenprojekt „Neue Mitte“ in Bliesdorf verzögert sich

Landesplanung muss Anbindung an die B 501 genehmigen — Bau einer Ampel gilt als wahrscheinlich — Anvisierte Fertigstellung im Sommer 2016 ist unrealistisch.

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Links neben der B 501 soll die „Neue Mitte“ entstehen. Die Zufahrt könnte über den Schashagener Weg erfolgen.

Quelle: Fotos: Rosenkötter

Bliesdorf. Supermarkt, Kaufhaus, Marktplatz, Café, Kinderattraktion — all dies gehört zum Millionenprojekt „Neue Mitte“. Verwirklicht werden soll es in dem kleinen Örtchen Bliesdorf. Zwischen Neustadt und Grömitz, so der im September 2014 erstmals öffentlich vorgestellte Plan, sollen etwa 30 Ganzjahresarbeitsplätze entstehen. Das Schalten von Stellenanzeigen rückt jedoch in weite Ferne. Das Großprojekt verzögert sich. Die Befürchtungen einiger Gemeindevertreter haben sich bestätigt. Die verkehrliche Anbindung des im Zentrum gelegenen Grundstücks gestaltet sich schwierig. Eine direkte Zufahrt auf die Bundesstraße 501 sei laut Bürgermeister Rainer Holtz aus dem Rennen.

Der Christdemokrat berichtet den LN von einer großen Diskussionsrunde. Zusammen mit Vertretern aller Fraktionen, der Stolz Holding, des Planungsbüros Ostholstein sowie des Amtes Ostholstein- Mitte und Mitarbeitern des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr sei die Situation besprochen worden. „Die direkte Anbindung hat der Landesbetrieb abgelehnt. Wir haben uns daraufhin andere Varianten angesehen.“ Eine Alternative wäre die Anbindung vom Schashagener Weg. Dafür müsste eine Ampelanlage inklusive Fußgängerüberweg gebaut werden, da es sonst ein Verkehrschaos gäbe.

Für Fahrzeuge aus Richtung Neustadt müsste dann ein Linksabbieger gebaut werden. „Dieser muss so breit sein, dass es keinen Rückstau des Verkehrs in Richtung Grömitz gibt“, betont Uwe Fischer (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses. Zudem müsste die bereits bestehende Ampelanlage in ein Konzept eingebunden werden, was wiederum eine Abstimmung mit der Kreisverkehrsbehörde erforderlich mache.

Fischer legt Wert darauf, dass bislang nichts entschieden sei und es sich nur um Überlegungen handle. „Die Landesplanung muss eine Variante befürworten, vorher geht auch nichts anderes voran“, verdeutlicht er.

Etwas zuversichtlicher klingt Rainer Holtz. „Der Landesbetrieb hat signalisiert, dass es funktionieren könnte.“ Die Folge wären umfangreiche Straßenbauarbeiten. Nicht nur müsste ein Linksabbieger entstehen und eine Ampelanlage installiert werden, auch eine Verbreiterung des Schashagener Wegs wäre im unteren Bereich unumgänglich. Holtz rechnet mit Kosten im sechsstelligen Bereich. „Wir haben das noch nicht durchgerechnet, aber ich gehe von etwa 200000 Euro aus.“ Für den Bürgermeister ist klar, dass die Gemeinde die Summe keinesfalls zahlen könne und auch der Landesbetrieb habe laut Holtz bereits abgelehnt. Bleibt nur noch Investor Martin Stolz von der gleichnamigen Kaufhaus-Kette.

Der Unternehmer war es auch, der vor 15 Monaten das Konzept „Neue Mitte“ mit dem Grömitzer Geschäftsmann Oliver Sinner vorstellte. Eben dieser weiß um die Schwierigkeiten mit der Verkehrsanbindung.

Dennoch geht er davon aus, dass im kommenden Jahr der Baubeginn erfolgen kann. „Ich gehe fest davon aus. Bislang gibt es aber keinen Aufstellungsbeschluss und auch keinen Bauantrag.“

Zudem betont er, dass die Straßenführung erheblichen Einfluss auf die Umsetzung des Vorhabens haben könne. „Es kann rauskommen, dass die Zufahrt genehmigt wird, aber dann ein Gebäude wegfällt. Darauf haben wir keinen Einfluss“, so Sinner. Fakt sei, dass die ursprünglichen Pläne weiterhin Bestand hätten und das Millionenprojekt realisiert werde. Lediglich der Bau eines Edeka-Marktes habe sich zerschlagen. Stattdessen werde sich aber ein anderer Supermarkt-Betreiber finden.

Die Planung rund um die „Neue Mitte“ werde im Februar auf der Agenda des Bauausschusses der Gemeinde stehen. Dies teilte Bürgermeister Rainer Holtz mit.

Sebastian Rosenkötter

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