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Ostholstein Mit Bildern Geschichten erzählen
Lokales Ostholstein Mit Bildern Geschichten erzählen
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20:40 21.11.2016
Gemeinsam die Fantasie auf Bildern festhalten: Der Fünftklässler Titus (12, r.) zeichnet zusammen mit seinen Mitschülern Thies (10, 2.v.r.) und Jan (11) in der Kreisbibliothek in Eutin seinen ersten Comic. Jan-Olav Hinz vom Bund Bildender Künstler zeigt ihnen, wie es geht. FOTOS: BEKE ZILL

Ein Flugzeug ist zu erkennen, Menschen, Wolken, Rauch. Dramatische Szenen spielen sich auf dem Papier von Titus ab. „Das Flugzeug wurde entführt“, erklärt der Schüler des Voß-Gymnasiums aus Eutin. Der Zwölfjährige sitzt mit seinen Klassenkameraden der 5a in der Eutiner Kreisbibliothek vor seinem ersten Comic. Mithilfe von ein paar Stichworten, vorgegeben von Workshop-Leiter Jan-Olav Hinz, basteln sich Titus und die anderen Kinder mit Bildern ihre ganz eigene Geschichte. Dass jeder mit einfachen Stilmitteln und Bildbearbeitungstechniken schnell zum Comiczeichner werden kann, zeigt der Bildhauer den Kindern.

Die Fünftklässler des Voß-Gymnasiums entwickeln im Comic-Workshop Vertrauen ins Zeichnen.

„Ich möchte, dass die Schüler Vertrauen ins eigene Zeichnen entwickeln“, erklärt der 59-Jährige. Nachdem er die Stilmittel Totale, Halbtotale, Großaufnahme und Detailaufnahme anhand von Beispielen erklärt hat, sollen die Fünftklässler nun mit einer eigenen Detailaufnahme erklären, warum ihr Flugzeug abgestürzt ist. „Wie soll ich denn zeichnen, dass es entführt wurde?“, fragt Titus. „Vielleicht durch eine Pistole?“, hilft ihm Hinz. Justus weiß bereits, was er zeichnet. Er malt die Umrisse des Cockpits und viele Punkte. „Das ist die Gänseschar, die das Flugzeug zum Absturz gebracht hat“, sagt der Elfjährige, der sichtlich Spaß am Zeichnen hat. „Man muss nicht wie im Kunstunterricht so genau sein, sondern kann mit Fantasie zeichnen“, sagt Justus.

Auch Kunstlehrerin Petra König ist begeistert, dass die Kinder so gut mitmachen. „Sie haben sehr viel Freude, langsam sind sie auch angekommen und tauschen sich aus. Es kommt gut an“, sagt die 49-Jährige.

Während Vögel und Entführer bei Titus und Justus Grund für den Absturz waren, haben sich Mieke, Mia und Muriel etwas anderes ausgedacht. „Bei meinem Flugzeug ist die Tür aufgegangen“, erzählt Mieke.

Bei Mia (11) hat der Pilot die Maschine in einen See gelenkt. Und bei Muriels Flieger fehlte eine Schraube. „Es bringt Spaß, sich alberne Unfälle auszudenken und aufzumalen“, sagt Mieke.

Im nächsten Schritt zeigt Hinz den Kindern anhand eines Gesichts, wie man einem Wesen mit einem Bleistift Stimmungen und Gefühle geben kann. „Dafür brauchen wir Butterbrotpapier“, sagt Hinz und hält es hoch. Von einer kleinen Tafel paust er drei Gesichter mit unterschiedlichen Kopfhaltungen ab. „Und schon gucken die Augen nach unten – das Wesen ist traurig“, sagt er. Die Schüler eifern ihm nach.

„Super sieht das aus“, lobt Petra König Muriel (10).

Danach sollen die Wesen jeder einzelnen Geschichte eine Beziehung zueinander aufbauen. Und das Happy End darf auch nicht fehlen. Hinz bringt es Spaß, den Kindern Vertrauen ins eigene Gestalten zu vermitteln. Denn er ist überzeugt: „Jeder kann zeichnen.“

Workshop-Unterstützer

Der Förderverein der Kreisbibliothek wurde im Jahr 2000 gegründet und hat sich die Kinder- und Jugendleseförderung zum Schwerpunkt gesetzt. So veranstaltet der Verein beispielsweise den Comic-Workshop – unterstützt wird er diesmal durch die Karl-Gustav-Jürgensen-Stiftung. „Comics sind als Leseförderung besonders geeignet, weil die Kinder übers Bild zur Sprache und zum Lesen finden“, sagt die Fördervereinsvorsitzende Ute Griep und ergänzt: „Die Schüler werden auf ihrer Ebene abgeholt.“

Beke Zill

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