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Timmendorfer Strand Mit Bildern die neue Welt erklären

Die Schüler der 6a der Timmendorfer GGS haben ein Wörterbuch für Flüchtlinge gestaltet. Die Gemeindeverwaltung will das bunte Lexikon nun vervielfältigen und verteilen.

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Was im Klassenzimmer wichtig ist, erklärt das Wörterbuch den neuen Schülern, die aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Timmendorfer Strand. Auf dem Schulhof steht ein Tor, und der Lehrer schreibt etwas an die Tafel: Das wissen wir, und das ist nicht schwer. Es sei denn, man kennt die Wörter „Schulhof“, „Tor“, „Lehrer“ und „Tafel“ gar nicht — und an diesem Punkt setzt das Projekt der 6a der Grund- und Gemeinschaftsschule (GGS) Timmendorfer Strand an. Die 22 Mädchen und Jungen haben ein Bilderwörterbuch für Flüchtlinge gestaltet. Dafür gibt es großes Lob, unter anderem von Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD). Die Gemeindeverwaltung will das bunte Lexikon nun vervielfältigen und verteilen.

„An der Schule wachsen die neuen Hüter unserer Demokratie heran.“

Bürgermeistern Hatice Kara (SPD)

„Was muss man wissen, damit man sich hier zurechtfindet?“ Diese Frage haben sie sich im Weltkunde-Unterricht gestellt, berichten Vanessa, Viviana, Carlotta und Chiara (elf und zwölf Jahre jung) stellvertretend für die gesamte Klasse. Ihre Lehrerin Bettina Kammholz hatte die Idee vom Bilderwörterbuch ins Spiel gebracht — auf eine Anregung von Joachim Nickel von den Grünen hin. Rasch waren sechs Themenfelder gefunden: Schulhof und Gebäude, Klassenzimmer und Lehrer, Mensa und Straße. Die Schüler sammelten die wichtigsten Begriffe, schossen Fotos dazu, malten Bilder, erstellten die Layouts — und nach fünf Wochen war das 40 Seiten starke Bilderwörterbuch fertig. „Es war uns eine große Freude“, sagt Vanessa.

Derzeit besuchen fünf Flüchtlingskinder die GGS, erklärt Schulleiter HansGeorg Rath. „21 weitere, die zu unserem Einzugsgebiet gehören, lernen derzeit noch am DaZ-Zentrum in Bad Schwartau.“ Es sei also damit zu rechnen, dass in spätestens einem halben Jahr zahlreiche weitere Schüler an die GGS kommen, für die Deutsch eine neue Sprache ist. Darauf wollen die Mädchen und Jungen der 6a vorbereitet sein, und sie wollen alle anderen Schüler ebenfalls vorbereiten. „Jede Klasse bekommt ein Bilderwörterbuch“: Das haben sie sich vorgenommen. Mit dem Buch wollen sie dann den Neuankömmlingen helfen, sich an der GGS und in deren Umgebung zurechtzufinden.

„Das Tolle ist, dass das Bilderlexikon aus Sicht der Kinder zusammengestellt wurde“, findet Bürgermeisterin Kara. „Kinder sind aufmerksamer, wenn sie mit ihren Augen ihre Umgebung entdecken.“ Die 6a habe sich einer großen Aufgabe gestellt, so Kara: „An der Schule wachsen die neuen Hüter unserer Demokratie heran.“ Ein ähnlich großes Lob sprach auch Initiator Joachim Nickel aus. „Die Empathie der Kinder ist die erste Form des Humanismus“, meinte er. „Ein Ruhmeslicht fällt auf die Schule und die Klasse.“

Die Gemeinde plant erst einmal mit einer kleinen Auflage von 60 Exemplaren. Neben den Klassen der GGS sollen auch die Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde damit ausgestattet werden. Weitere Projekte werden folgen, kündigt die Lehrerin Bettina Kammholz an, und zwar im Zusammenhang mit der „Vorhabenwoche soziales Engagement“ ab dem 7. März. Die Schülerinnen und Schüler der 6a würden einen Flohmarkt organisieren und auf diese Weise Spenden sammeln. „Und die 6b wird an einer Fortsetzung des Bilderwörterbuchs arbeiten“, so Kammholz. Darin sollen Alltagsfragen von „Wie spät ist es?“ bis zu „Wo ist die Apotheke?“ zusammengestellt werden — auf Deutsch, Englisch und Arabisch, wobei Hilfe von der Migrationsbeauftragten der Gemeinde kommen soll.

Die Mädchen und Jungen an der GGS bleiben in puncto Integration also weiter am Ball — und die Schüler der 6a sind sichtlich stolz auf ihr Bilderwörterbuch. Sehr zufrieden ist auch ihre Lehrerin, und auch wenn es keine konkrete Bewertung für dieses Projekt gibt, will Bettina Kammholz diesen Einsatz „wohlwollend bei der Zeugnisnote berücksichtigen“.

• Ein kleines Video zum Wörterbuch gibt‘s bei www.facebook.com (Suchwort: Lübecker Nachrichten Ostholstein).

Sabine Latzel

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