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Ostholstein Mit Gold im Gepäck zurück aus Ungarn
Lokales Ostholstein Mit Gold im Gepäck zurück aus Ungarn
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22:28 12.07.2018
Weitsprung-Europameister Nick Schmahl präsentiert vor den Teamkameraden des TSV Heiligenhafen und Trainer Frank Meier die Goldmedaille von den Titelkämpfen in Ungarn. Quelle: Fotos: Billhardt
Heiligenhafen/Fehmarn

„Ihr seid ja verrückt“, sagt Nick Schmahl, als er durch ein Spalier seiner Vereinskollegen in Richtung der Trainingsgrube geht. „Ich bin völlig überrascht. Ich wusste zwar, dass mein Verein irgendetwas geplant hat, aber damit habe ich nicht gerechnet“, erzählt der Europameister. Wie bei den großen Olympioniken muss natürlich auch er das glänzende Prunkstück aus Ungarn vorzeigen: die Goldmedaille. Jeder seiner jungen Vereinskameraden darf sie einmal tragen und ein Foto mit dem Vorbild machen. „Es ist meine erste internationale Medaille, überhaupt die erste goldene abseits von Landesmeisterschaften“, sagt Nick.

Der 16-jährige Fehmaraner Nick Schmahl ist wieder zu Hause und hat Gold im Gepäck dabei. Mit einem Sprung auf 7,60 Meter wurde er U18-Weitsprung-Europameister in Ungarn. Vom TSV Heiligenhafen, seinem Heimatverein, wurde der Leichtathlet jubelnd empfangen.

Erstmals mit dem Bundesadler auf der Brust am Start

Trainer Frank Meier nutzt die Gelegenheit und lässt den Werdegang seines Schützlings der vergangenen fünf Jahre Revue passieren. Er verweist auf die jährlichen Steigerungen, die trotz der einen oder anderen Verletzung dann in diesem Jahr beim Qualifikationswettkampf für die U18-EM in Györ im Landesrekord von 7,46 Meter gipfelten. „Da lag was in der Luft“, sagt Meier rückblickend. Schließlich ging es dann Anfang vergangener Woche mit dem deutschen Team nach Ungarn. „Ich durfte zum ersten Mal die Nationalmannschaftskleidung tragen“, berichtet Nick, der an diesem Tag auf dem Sportplatz in Heiligenhafen auch den Trainingsanzug mit dem Bundesadler und darunter das „Germany“-Shirt trägt.

Vor dem Wettkampf am Sonntag sei er gar nicht so aufgeregt gewesen, erzählt Ostholsteins neuer Goldjunge. „Nach den 7,60 Meter war ich recht gelassen.“ Während er bei den Gegnern nun doch etwas mehr Anspannung registriert habe. Das Emotionalste sei das Jubeln nach dem Ende des Wettkampfs gewesen, berichtet Nick. Er sei gleich seiner Mutter in die Arme gefallen. Aber auch die Siegerehrung mit Flagge und Nationalhymne habe ihn sehr bewegt: „Ich hatte Tränen in den Augen.“

„Für einen jungen Athleten sind eigentlich Deutsche Meisterschaften in einer Saison das Größte“, sagt Meier. „Nun ist er Europameister und das nächste Highlight folgt schon in drei Monaten.“ Der Coach muss eine ganz neue Trainingssteuerung mit Nick absprechen, denn im Herbst geht es erstmals nach Südamerika. Durch den Erfolg in Ungarn ist ihm die Nominierung für die Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires (Argentinien) vom 6. bis 18. Oktober sicher. Der Trainer, dem Nick als Geschenk das offizielles Namensschild, auf dem früher die Startnummern verzeichnet waren, mitgebracht hat, betont: „Der Junge hat eine tolle Entwicklung gemacht. Jetzt heißt es aber erst einmal zu versuchen, die Leistung zu stabilisieren. In Acht-Meter-Sphären wollen wir noch gar nicht denken.“

Allerdings, „ein bisschen geht noch was“, ergänzt Nick. Doch Gratulant und Bürgermeister Heiko Müller sieht leicht schmunzelnd ein Problem: „Da müssen wir wohl die Sprunggrube erst noch verlängern.“

Für die kommenden Jahre formuliert Nick Schmahl seine Ziele ganz offen. 2019 möchte er sich für die U20-EM qualifizieren und er träumt von den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Die Topathleten seines Sports kann er schon Anfang August bei den Europameisterschaften in Berlin bewundern. Er wurde ins dortige Jugendcamp des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eingeladen.

Von Markus Billhardt

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