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Ostholstein Mit Hightech unterwegs: Gas-Spürer auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Mit Hightech unterwegs: Gas-Spürer auf Fehmarn
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22:10 06.07.2017
Bevor er seinen Einsatz in Landkirchen startet, prüft und justiert Stephan Albers das Messgerät – natürlich mit Computereinsatz.
Landkirchen a. F

Das Messgerät von Stephan Albers schlägt nur einmal richtig laut Alarm. „Schuld“ ist ein Insulaner, der mit einem Benzin-Rasenmäher über sein Grundstück huscht. Ansonsten gibt es – zum Glück – deutliche Entwarnung. Auch in diesem Jahr entdeckt der Gasspürer von HH Netz, der im Auftrag von SH Netz auf Fehmarn unterwegs ist, nirgends ein Leck.

In Ostholstein überprüft SH Netz binnen vier Jahren alle Erdgasleitungen.

Sicherheit steht über allem. Regelmäßig werden daher landesweit die unterirdisch verlegten Erdgasleitungen überprüft – auch in den insgesamt elf von SH Netz versorgten Städten und Gemeinden in Ostholstein. Zum Beispiel auf Fehmarn: Rund 50 Kilometer lang ist dort das Netz, die ältesten Leitungen sind erst rund 20 Jahre alt. Ende der 90er Jahre gab es dort, von der Politik damals gefördert, einen Erdgas-Boom. „Heute haben wir etwa 3000 Erdgas-Anschlüsse auf der Insel“, rechnet Lars Loewitz, Projektleiter Gas in Burg, vor.

Durch die regelmäßigen Prüfungen ist gewährleistet, dass das Netz binnen vier Jahren komplett überprüft wird. Nicht nur im öffentlichen Raum – auf den Privatgrundstücken geht es bis an die Hauswand heran.

Kein Wunder, dass so mancher den Gasspürer verwundert nach seinem Anliegen fragt, wenn er plötzlich zwischen Gartenzaun und Blumenbeeten mit seinem Messgerät „herumschnüffelt“. Natürlich können sich Gasspürer wie Albers oder auch externe Kräfte jederzeit ausweisen.

Albers hat noch Zeiten kennengelernt, als die Gasspürer mit dem gesamten Kartenwerk unterwegs waren. Doch längst gehört Hightech zum Arbeitsalltag. Ein großer Pluspunkt: Albers muss längst nicht mehr so viel Gewicht wie früher mit sich herumschleppen.

Mit einer am Stab vor sich hergeführten Messsonde, die über einen Schlauch mit dem Gasspürgerät auf dem Rücken verbunden ist, sowie einem Tablet-Computer ausgerüstet, macht sich Gasspürer Albers zu Fuß auf den Weg durch Straßen und Vorgärten. Das Tablet zeigt die Lage der Versorgungs- und Hausanschlussleitungen genau an – bei Bedarf parzellengenau.

Das Gerät selbst saugt die Luft direkt über dem Boden ab und kann bereits kleinste Mengen Gas erkennen. „Das kann aber auch Faulgas im Abwasserkanal sein“, so Albers. Ein Millionstel Anteil an Gas-Luft-Gemisch reicht. „Unter einer Million weißer Bälle findet das Gerät den roten heraus“, laute die simple Formel, so Pressesprecherin Christine Pinnow.

Wenn es tatsächlich einen Schadenshinweis gibt, lokalisiert der Gasspürer den Ursprung des Gases und kann feststellen, ob es sich hierbei wirklich um austretendes Erdgas handelt. Er kann mit seinem Gerät im Ernstfall sogar die Dringlichkeit schnellstens überprüfen und klären. Falls nötig, sind die beauftragten Rohrnetzkolonnen von SH Netz innerhalb kürzester Zeit vor Ort, um den Schaden sofort zu beheben.

Pro Jahr läuft ein Gasspürer, je nach Einsatzgebiet, etwa 600 bis 800 Kilometer. Gutes Wetter gehört dabei (fast) zum Alltag. Denn bei Regen, Frost und Schnee kann kein Gas gespürt werden – dann fallen nämlich die Messergebnisse viel zu unsicher aus. An diesem Tag in Landkirchen hat Albers Glück, dass nach einigen Regentagen wieder trockenes Wetter herrscht. Er läuft seine Runde ab – dann verstaut er alles wieder. Bohrer, Schlauch und Spaten können im Fahrzeug bleiben. Albers: „Es gibt kein Gasleck auf der Insel.“

 Gerd-J. Schwennsen

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