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Ostholstein Mit Ködern aus Oldenburg auf der Jagd nach dem Riesendorsch
Lokales Ostholstein Mit Ködern aus Oldenburg auf der Jagd nach dem Riesendorsch
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02:21 28.05.2013
Wie Räucherfische hängt Michael Eisele die lackierten, beklebten und versiegelten Pilker-Schmuckstücke zum Trocknen in den Ofen.

Sie heißen Jubi-Hering, Cool-Fish, Highway to Hell oder Black Panther. Mehr als 1000 verschiedene Kunstköder hängen im Showroom der Oldenburger Firma Eisele Sea-Fishing. Allesamt produziert in Oldenburg, für Meeresangler in aller Welt — und das seit 30 Jahren. „Wer erfolgreich angeln will, muss probieren, welcher Köder geht. Ansonsten lässt man nur Köder baden“, sagt Michael Eisele. Ziel sei immer, die Aufmerksamkeit des Raubfisches zu erzeugen. Und das funktioniere am Morgen unter Umständen mit einem ganz anderen Pilker oder Blinker als wenige Stunden später in der Mittagssonne. Michael Eisele, Sohn des Firmengründers Dieter Eisele, muss es wissen. Erst vor wenigen Wochen hat der 44-Jährige vor Norwegen mit dem „Hörminator“, Version „Puffin“, aus eigener Produktion den größten Dorsch aller Zeiten aus dem Atlantik gezogen (LN berichteten).

Etwa zwölf Arbeitsschritte sind je nach Modell erforderlich, um aus einem Klumpen Metall einen erfolgreichen Köder zu machen, sagt Juniorchef Michael Eisele. Während für einige Köder-Klassiker die Rohlinge wie vor 30 Jahren noch in Oldenburg gegossen werden, kauft seine Firma einen Großteil inzwischen im Ausland ein. In der Oldenburger Werkstatt werden die bis zu 400 Gramm schweren Bleistücke dann grundiert, in verschiedenen Schichten lackiert und versiegelt. „Das ist hier alles Handarbeit“, sagt Reinhold Lange , während er den schwarzlackierten Bleistangen mit der Sprühpistole einen orangefarbenen Kopf „verpasst“.

Um später mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen wird der einmal klarlackierte Pilker nach dem Trocknen im Ofen mit einer hauchdünnen Hologramm-Folie beklebt.

Dann wird er erneut mit Klarlack überzogen und schließlich mit einem Haken versehen, endkontrolliert und verpackt. Andere Modelle (wie der „Hörminator“) bekommen über den mit einem festen Haken versehenen Bleikörper einen Gummi-Fischkörper gezogen. „Bis so ein Schmuckstück bei uns im Auslieferungslager liegt, vergeht etwa eine Woche“, sagt Juniorchef Eisele. Zehn bis 20 Euro legt der ambitionierte Hobbyangler später dafür im Fachgeschäft auf den Tisch.

Anfang der 80er Jahre entschied sich der Polizist und gelernte Dekorateur Dieter Eisele, seinen Job als Leiter der Spielwarenabteilung eines Oldenburger Kaufhauses an den Nagel zu hängen und das Hobby Angeln zum Beruf zu machen. Nach einigen Jahren als Deutschland-Repräsentant eines Zubehör-Herstellers gründete er in Oldenburg die eigene Firma. Inzwischen gehört diese mit zwölf Mitarbeitern zu den führenden Kunstköder-Herstellern der Szene. Weit über zwei Millionen Blinker und Pilker sind in den vergangenen Jahren in Oldenburg produziert und in alle Welt verschickt worden. Und Michael Eiseles Rekord-Dorsch kurbelt das Geschäft derzeit noch mehr an.

„Wer nicht nur Köder baden will, muss probieren, welcher Pilker geht.“
Michael Eisele, Weltrekordangler

Holger Marohn

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