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Ostholstein Mit Sicherheit ins Netz: Experten beraten Eltern
Lokales Ostholstein Mit Sicherheit ins Netz: Experten beraten Eltern
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20:30 26.04.2018
Jasper und Tino Seßelberg vom Oldenburger Jugendbeirat haben sich bei Jeannot Gersner (v. l.) informiert.
Ostholstein

„Kinder haben heutzutage viel zu früh und ganz einfach per Klick Zugriff auf Onlineseiten, die eigentlich nicht für sie geeignet sind“, erläutert Jeannot Gersner vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein (OKSH), der mit dem Filtercafé ein Infoprojekt anbietet, das in Büchereien im ganzen Land unterwegs ist. Hierbei werden Schutzfilter für den Kinder- und Jugendschutz auf Smartphones, Tablets und Co.

Wie können sich Kinder und Jugendliche selbst vor Gefahren und nicht altersgerechten Inhalten im Internet schützen und wie können sie geschützt werden? Experten sensibilisieren junge Menschen und deren Eltern auch in Ostholstein für das Thema.

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Beschreibung

Schutzfilter

Im Filtercafé können Eltern, Jugendarbeitende und Lehrkräfte Aufbau und Funktion der verschiedenen Schutzfilter kennenlernen und testen. Der OKSH kommt in die Einrichtung und bringt eine Kiste voll mit Endgeräten mit. Kontakt zum Koordinationsbüro des OKSH unter Telefon 0431/ 6400415 oder

per E-Mail an

Coordes@oksh.de.

vorgestellt. Die Vielfalt ist groß, daher sei es wichtig, die Möglichkeiten aber auch die Grenzen zu kennen, erläutert Philip Voswinckel vom OKSH.

Es gehe nicht darum, dass Eltern ihre Kinder kontrollieren sollen. Der beste Schutz vor Fallen im Netz sei immer noch, sagt Gersner, dass Erwachsene mit den Kindern das Internet und seine Angebote gemeinsam, entdecken. Schutzfilter könnten nur eine Hilfestellung geben. Das sieht auch der Kinder- und Jugendberater der Gemeinde Scharbeutz, Benjamin Schmidt, so: „Kein Programm kann komplett schützen.“ Dafür sei das Internet viel zu schnelllebig.

Es lauern aber im Netz Gefahren, deren Tragweite die Kinder und Jugendlichen aufgrund ihres Alters und ihres Entwicklungsstandes nicht erkennen können. „So kann die Neugierde leicht zur Gefahr werden, Inhalte aufzurufen, die für die jungen Persönlichkeiten verstörend sein können“, sagt Schmidt. Knapp 97 aller Jugendlichen besitzen ein Smartphone. Die Jugend sei den Erwachsenen in der Benutzung oftmals um Längen voraus. Als Eltern-Medien-Lotse des Landes Schleswig-Holstein weiß Schmidt daher: „Wenn Eltern ein Handy schenken, machen sie sich manchmal zu wenig Gedanken, in welche Welt sie das Kind eintauchen lassen.“

Vernetzt über die sozialen Kanäle seien Kinder und Jugendliche oftmals viel zu sorglos und offen, bestätigt auch Michael Bergmann, Präventionsbeauftragter der Polizei in Ostholstein. Das locke Täter bis hin in den Bereich der Pornografie an. Jeden Tag sei er in den Schulen unterwegs, um aufzuzeigen, wie schnell es gehe, dass es beispielsweise zu Cyber-Mobbing komme und man nicht mehr nur Opfer sei. Soziale Netzwerke bieten viel Potenzial für soziale Ausgrenzung. „Wir wollen vorbeugen und zeigen, wofür man sich schon ab 13 Jahren zu verantworten hat“, sagt Bergmann.

Genauer hinschauen bei jedem Klick

Benjamin Schmidt betont: „Es geht am Ende darum, dass Eltern einen guten, eigenen Umgang finden, im Gespräch mit den Kindern zu bleiben.“ Probleme sollten gemeinsam gelöst werden. Die treten auch in finanzieller Sicht das eine oder andere Mal auf. „Wie schnell sind Verträge übers Handy abgeschlossen, weil die Geschäftsbedingungen nicht gelesen wurden und einfach rübergeklickt wurde“, sagt Bergmann.

Tino Seßelberg vom Kinder- und Jugendbeirat Oldenburg gibt zu, dass er selbst schon in eine sogenannte Abo-Falle geraten ist. So nutzt er das Infoangebot des OKSH, um sich für die Arbeit im Beirat – aber auch aus privatem Interesse – zu informieren. Gerade in seiner Generation würden ständig Fragen zum Schutz auf den mobilen Geräten auftauchen.

Generell sei es wichtig, das Medienverhalten innerhalb der Familie zu reflektieren, sagt Voswinckel, schließlich gehe es am Ende auch darum, dass nicht jeder von außen einfach so übers weltweite Netz Zugang ins Kinderzimmer bekomme.

Markus Billhardt

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