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Mit Wathosen über den Wiesenweg

Malente Mit Wathosen über den Wiesenweg

Die kleine Straße in Malente ist überflutet. Auch eine leistungsstarke Pumpe bringt keine Verbesserung. Die Anwohner werden ungeduldig.

An der tiefsten Stelle reicht das Wasser Helmut Hermanns fast bis an die Knie. Nur mit Wathosen kann er über den Wiesenweg gehen.

Quelle: Susanne Peyronnet

Malente. Die Pumpen laufen fast unablässig. Die Blässhühner haben sich längst an den Krach gewöhnt, wechseln von der Schwentine bis in den unteren Wiesenweg – schwimmend. Denn die kleine Anwohnerstraße in Malente steht unter Wasser. So sehr, dass niemand mehr durchkommt. Kein Anwohner, keine Post, keine Müllabfuhr, kein Zeitungszusteller. Der einzige noch offene Zugang ist eine kleine Fußgängerbrücke. Die Anlieger sind mit ihrer Geduld am Ende.

Die kleine Straße in Malente ist  überflutet. Auch eine leistungsstarke Pumpe bringt keine Verbesserung. Die Anwohner werden ungeduldig.

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„Hier kommt ja nicht mal ein Rettungswagen durch“, sagt Wiesenweg-Anlieger Dieter zum Felde. „Eine sehr unangenehme Situation.“ Sein Nachbar Helmut Hermanns berichtet davon, dass die Anlieger bereits seit November eine von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Tauchpumpe betreiben, die es angesichts ausgiebiger Regenfälle nicht mehr schaffe, das Wasser wegzubringen. Deshalb läuft nun zusätzlich fünf bis sechs Stunden pro Tag eine Hochleistungspumpe der Feuerwehr.

Am Wasserstand ändert das nichts. Hermanns’ Fazit: „Durch den Pumpeneinsatz kann der Pegel auf dem überfluteten Wiesenwegabschnitt sowie den unmittelbar am Wiesenweg angrenzenden Campingplatzparzellen und Grundstücken gehalten werden. Eine Verbesserung der Lage konnte bisher nicht erreicht werden.“

Warum das Wasser nicht abfließt, ist nach Angaben von Hermanns unstrittig: Ein Abflussrohr soll das Wasser aus einem kleinen, zwischen Wiesenweg und Schwentine verlaufenden Graben zu einem Schöpfwerk führen, das es dann in die höher gelegene Schwentine pumpt. Das Wasser kommt von Flächen jenseits der L174, der Landesstraße von Malente nach Eutin.

Doch das Abflussrohr ist seit vergangenem Herbst verstopft. Seitdem läuft die kleinere Pumpe, die von den Anliegern betrieben wird. Die Gemeinde Malente, klagt Hermanns, kenne das Problem, habe es aber immer wieder verschleppt. „Sie haben es ausgesessen.“ Zum Felde stimmt zu: „Wir werden vertröstet und zwischen den Kompetenzen hin- und hergeschoben. Wir kommen uns vor wie Hase und Igel.“ Es sei klar und ihm auch von der Gemeindeverwaltung mitgeteilt worden, dass das vorhandene Rohr nicht instandgesetzt werden könne, weil es unter Privatgrundstücken verläuft. Die einfachste Möglichkeit wäre es aus seiner Sicht, im Wiesenweg ein neues Rohr zu verlegen, so Hermanns.

Doch jetzt müssen die Anlieger erst einmal mit dem Wasser fertig werden. Der einzige trockene Zugang zu ihren Häusern führt zurzeit über die Fußgängerbrücke über die Schwentine zwischen dem Wendehammer am Rothensander Weg und dem Wiesenweg. Mit den Anliegern des Wendehammers haben die Leute vom Wiesenweg vereinbart, dass ihre Autos auf dem Wendehammer stehen dürfen. „Nun muss jede Getränkekiste über die Brücke geschleppt werden“, berichtet zum Felde. Und Hermanns fügt hinzu: „Die Einkäufe holen wir mit der Schubkarre. Man ist von allem abgeschnitten.“ Den umgekehrten Weg über die Brücke nehmen die Mülltonnen, wenn Abholtag ist.

Das Hochwasser hat noch weitere Auswirkungen. Der Schaltkasten und der Schacht der Abwasserhebeanlage für den tief liegenden unteren Wiesenweg wurden vom Bauhof mit Sandsäcken vor dem Eindringen des Wasser geschützt. Trotzdem stehe Wasser auf dem Schachtdeckel und fließe in die Schmutzwasserkanalisation.

„Im Hinblick auf die in der Vergangenheit erfolgten zahlreichen Vertröstungen erwarten die Anlieger nunmehr die Darlegung klarer und erfolgversprechender Lösungen des Problems“, hat Hermanns an den Malenter Bürgermeister Michael Koch (CDU) geschrieben und ihm das gesamte Problem dargelegt. Auf LN-Anfrage teilte Koch gestern mit, er nehme in den nächsten Tagen schriftlich Stellung.

Die Anlieger haben außer mit der Gemeinde mit der Wasserbehörde des Kreises und dem Wasser- und Bodenverband Kontakt gehabt. Zuständig sei aber alleine die Gemeinde. Sie berufen sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 1992, in dem steht: „Das Schöpfwerk soll künftig Bestandteil der Oberflächenentwässerung der beklagten Gemeinde sein, die es zur Entwässerung bebauter Grundstücke im Gemeindegebiet weiterbetreiben will.“ 1982 hatte der Wasser- und Bodenverband seine Entwässerung stillgelegt.

Von Susanne Peyronnet

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