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Ostholstein Mit dem 179. Schuss zur Majestät
Lokales Ostholstein Mit dem 179. Schuss zur Majestät
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20:47 07.08.2017
Ein Traum wird wahr: Der Malenter Schützenkönig Jürgen Möller freut sich riesig über seinen Sieg. Auch seine Frau Susanne Jürgens ist glücklich. Björn Freiburg (rechts) war im vergangenen Jahr erfolgreich. Quelle: Fotos: Ulrike Benthien
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Malente

Sie spannten Schützen und Zuschauer mächtig auf die Folter: Jürgen Möller (53) und Lothar Bruhn (65) lieferten sich einen spannenden 90-minütigen Wettkampf, ehe Möller mit dem 179. Schuss das Herz des Vogels herunterholte und Malenter Schützenkönig 2017 wurde.

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Im fünften Anlauf hat es endlich geklappt: Jürgen Möller ist der neue Schützenkönig von Malente.

Vier Mal war der dritte Vorsitzende des Malenter Schützenvereins von 1925 schon vergeblich angetreten. Sein Konkurrent Lothar Bruhn hatte sogar schon sechs Mal nach der Königswürde gegriffen und war jedes Mal Mitbewerbern unterlegen. Dass es auch diesmal nicht geklappt hat, entmutigt ihn nicht: Im kommenden Jahr will er erneut antreten. „Wir haben uns nichts geschenkt. Da waren schöne Schüsse dabei“, sagte die neue Majestät nach dem Duell. „Es hätte ebenso gut Lothar werden können, es war offen bis zum Schluss.“

In der Tat entlockten beide Männer dem Publikum am Schießstand immer wieder begeisterte und aufmunternde Kommentare: „Aah“, und „Oooh“ oder „Das war'n Ding“hallte es durch den Raum. „Wenn die rote Farbe vom Herz weg ist, dann wird’s ernst“, wurden die Nicht-Fachkundigen ins Bild gesetzt. Nach dem 90. Schuss kam Unruhe unter den Schützen auf: „Wir woll’n den König seh’n, wir woll'n den König seh’n . . .“, skandierten sie lautstark.

Da mussten sie sich aber noch eine ganze Weile gedulden. Drei Mal gingen Ladeschütze Gerd- Siegfried Schulz und Vogelbauer Jens Albrecht zum Ende der Schießbahn und überprüften den Halt des stählernen Herzens. „So, nun macht mal hin, die Tagesschau fängt bald an“, witzelte ein Schützenbruder. Ehemalige Könige boten sich an, den beiden unter die Arme zu greifen. „Das ist eine Anspannung, ich hab’ heute noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke, sagte Horst Jürgens rückblickend, der 1994 Majestät war.

Ein ums andere Mal legten Jürgen Möller und Lothar Bruhn an. Nach dem 160. Schuss wackelte das Herz immer wieder bedenklich, fiel aber nicht. Die Schützen schüttelten schon selbst ungläubig die Köpfe. Um 18.25 Uhr riss Jürgen Möller dann endlich die Arme hoch und jubelte. Nach Lothar Bruhn und Gerd-Siegfried Schulz gratulierte gleich Möllers Frau Susanne Jürgens (50). Danach hatten sich auch Björn Freiburg, Majestät von 2016, und Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) ihren Weg durch die Menge gebahnt.

„Das ist die Freude“, rief der neue König in die Runde, als bei ihm die Tränen kullerten. Er habe sich einen Traum erfüllt und freue sich auf ein Jahr mit vielen Umzügen und Besuchen bei anderen Gilden, sagte er später. „Das kostet heute ein paar Runden. Jetzt wird gefeiert. Das haben sich alle, die das Fest ausgerichtet haben, wirklich verdient.“

Eine Bildergalerie zum Schützenfest finden Sie im Internet unter www.LN-Online.de/malente

Ulrike Benthien

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