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Ostholstein Mit den Personalkosten geht‘s aufwärts
Lokales Ostholstein Mit den Personalkosten geht‘s aufwärts
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15:28 04.02.2016
„Bei den Planstellen je 1000 Einwohner haben wir den geringsten Stellenanteil.“ Andreas Zimmermann, Ahrensbök

Etwas zu vergleichen, was sich nur schwer vergleichen lässt, ist eine knifflige Angelegenheit. Der Altkreis Eutin umfasst sieben Großgemeinden und die Stadt Eutin. Sie alle brauchen Personal, die einen mehr, die anderen weniger. Klar, die eine ist größer als die andere. Aber gibt es noch andere Gründe für unterschiedliche Personalkosten und wie viel lassen sich die Kommunalverwaltungen ihre Mitarbeiter kosten?

Eines zeigt sich auf den ersten Blick: Es sind Millionen. Nur Süsel kommt mit 236000 Euro aus, aber die Gemeinde ist Teil einer Verwaltungsgemeinschaft mit Eutin. Als zentrale Stadt steht Eutin mit 6,8 Millionen Euro (geplant) Personalkosten im laufenden Jahr an der Spitze. In Timmendorfer Strand sind es 4,75 Millionen Euro, eine Zahl, die Kritik hervorrief, da seit 2014 eine erhebliche Steigerung zu verzeichnen ist. Es hätte sogar noch mehr sein können. Wären alle Wünsche, auch die der Kommunalpolitik, erfüllt worden, wären es laut Hauptamtsleiter Martin Scheel 6,6 Millionen Euro gewesen.

Bei den Personalkosten der Gemeinde meldet die Bürgermeisterin von Timmendorfer Strand, Hatice Kara (SPD), Erklärungsbedarf an. „Aufgrund der touristischen Ausrichtung der Gemeinde fallen in der Gemeindeverwaltung zusätzlich Aufgaben an, die zusätzlichen Verwaltungsaufwand und Personalkosten bedingen.“ Dazu gehöre etwa die Bearbeitung der Zweitwohnungssteuer und des Tourismusbeitrages, aber auch die bauplanerische Entwicklung von touristischen Aufgaben und sogar die Parkplatz-Überwachung. Wegen der vielen Gäste sind allein dafür in Timmendorfer Stand laut Kara 6,08 Vollzeitstellen notwendig.

Leistet sich Timmendorfer Strand mehr Personal als nötig? Mehr als andere Gemeinden? Das ist schwierig bis gar nicht zu beantworten. Für die Gemeinde Malente etwa teilt der Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung und Finanzen, Christoph Grützmacher, mit, dass die Kurverwaltung und die Gemeindebetriebe nicht in den Personalkosten enthalten sind. Die Besonderheit bei Bosau, so Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) liegt darin, dass die Gemeinde geschäftsführend für das Amt (7900 Einwohner) Großer Plöner See ist, von denen wiederum einige Gemeinden eigene Kindertagesstätten unterhalten, andere die Abwasserbeseitigung selbst organisieren. Auf eine Ratekauer Spezialität weist Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) hin: Die Gemeinde betreibt drei Kindertagesstätten mit fast zwölf Vollzeitstellen.

Lassen sich also Personalkosten gar nicht miteinander vergleichen? Ansätze dazu gibt es. „Bei den Planstellen je 1000 Einwohner ist die Gemeinde Ahrensbök im Vergleich zu anderen Kommunen die Gemeinde mit dem geringsten Stellenanteil“, teilt deren Bürgermeister Andreas Zimmerann (parteilos) mit und verweist auf die überörtliche Prüfung 2009 bis 2014 des Gemeindeprüfungsamtes. Dort werden als Durchschnittswert 2,87 Stellen je 1000 Einwohner genannt. Der Spitzenreiter hat 4,34 Stellen, Ahrensbök als größter Personalsparer nur 2,11.

Eine solche Rechnung sei wenig wert, sagt Bürgermeisterin Kara für Timmendorfer Strand. Ihre Gemeinde müsste sich im interkommunalen Vergleich der Einwohnerzahl mit Ahrensbök, der Stadt Oldenburg oder dem Amt Lensahn messen. „Von den Vergleichskommunen weist nur Timmendorfer Strand eine stark touristische Prägung auf. Daher müsste unsere Gemeinde unabhängig von der Einwohnerzahl eher mit ähnlich touristisch geprägten Gemeinden verglichen werden“, so Kara.

Ein Vergleich ist also fast unmöglich. Eine Zahl aber trifft zurzeit alle Kommunen gleich: die des Personalaufwandes für die Flüchtlinge. So schafft Malente für diesen Zweck voraussichtlich fünf zusätzliche Stellen (falls die Kommunalpolitik zustimmt). Bosau hat für die Flüchtlingsbetreuung 2015 rund 5000 Euro ausgegeben, in diesem Jahr sind 43500 Euro geplant. Grund ist ein neu eingestellter Flüchtlingsbetreuer. Scharbeutz hat zwei neue Vollzeitstellen, befristet auf zwei Jahre, für 85700 Euro pro Jahr. 4,5 der insgesamt 141 Stellen der Stadt Eutin entfallen auf die Flüchtlingsbetreuung.

Susanne Peyronnet

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