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Ostholstein Mit einem Wikingerschiff Flagge zeigen für Europa
Lokales Ostholstein Mit einem Wikingerschiff Flagge zeigen für Europa
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21:24 25.08.2016
Die Jugendlichen aus Schleswig-Holstein, Dänemark und der Ukraine mit ihrer Besucherin aus Kiel. Die Negativform für den Rumpf des Wikingerschiffs wurde an einem Original in Oslo abgenommen. Fotos (2): Petersen

Bootsbauer Lennart Hartmann ist voll des Lobes: „Alle arbeiten super mit, einige haben sogar richtig Feuer gefangen.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. War das künftige Wikingerschiff zu Beginn der vergangenen Woche nur ein blanker Laminat-Rumpf, hat es inzwischen sauber eingearbeitete Planken und Bänke bekommen. Am Wochenende soll der Innenausbau fertig sein.

In Süsel arbeiten Jugendliche grenzüberschreitend an einem ungewöhnlichen Projekt – Gestern kam Sozialministerin Alheit – Besuch auch beim Frauennotruf in Eutin.

Gut 25 Jugendliche aus Schleswig-Holstein, Dänemark und der Ukraine bauen zur Zeit in einem Workcamp in Süsel/Tannenhöhe das zehn Meter lange Wikingerschiff. Das Original steht im Wikingerschiffmuseum Oslo. Das Besondere an diesem Projekt: Es kennt keine Grenzen. Die Jugendlichen begannen mit ihrer Arbeit im Sommer 2015 in Dänemark, in Süsel geht es jetzt weiter, 2017 wird das Schiff in der Ukraine fertiggestellt. Dort wird es dann dauerhaft in der internationalen Jugendarbeit eingesetzt – und zwar vom Verein Euro-Viking („Segeln statt saufen – Rudern statt raufen“) des Abenteurers Burghard Pieske. Der Lübecker hatte 1991/92 mit dem Originalnachbau eines Wikingerschiffs den Atlantik von Dänemark nach New York überquert.

„Eine tolle Idee“, die mit ihrer Kooperation über Grenzen hinweg den europäischen Gedanken symbolisiere, findet Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit (SPD). Im Herbst 2015 hatte sie die Schirmherrschaft übernommen. Für zwei Stunden besuchte sie gestern im Rahmen ihrer Sommertour, bei der innovative Sozialprojekte im Mittelpunkt stehen, die Jugendlichen – und zollte viel Anerkennung.

„Ich möchte euch beklatschen für das, was ihr leistet. Egal, woher man kommt und welche Sprache man spricht, wenn man ein gemeinsames Ziel hat, funktioniert es“, fasste sie ihre Eindrücke zusammen.

Umgesetzt wird das Schiffsprojekt vom Verein „Alte Schule“ in Buchholz bei Ratzeburg. 1999 lief unter seiner Regie das erste Wikingerschiff vom Stapel, das jetzt auf dem Ratzeburger See liegt.

Aktuell entsteht das sechste Schiff. Über 2000 junge Menschen machten im Laufe der Jahre mit, viele hätten in weiterbildende Projekte oder in eine Ausbildung vermittelt werden können, berichtete Vereinsvorstand Christof Müller. Gefördert und betreut wird das Schiffbau-Projekt vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) mit Bundesmitteln.

Im Workcamp wird aber nicht nur gearbeitet. Auch Ausflüge und kultureller Austausch stehen auf dem Programm, wobei die Minderheiten in Europa eine besondere Rolle spielen. Die Teilnehmer aus der Ukraine und Dänemark gehören zur dortigen deutschen Minderheit. Wladimir Finger aus Kiew etwa findet es „sehr interessant, wie die deutsche Minderheit in Dänemark lebt“. Für viele Jugendliche in der Ukraine sei das eine neue Erfahrung.

Ministerin Alheit hatte zuvor auch den Frauennotruf in Eutin besucht. Dort galt ihr Interesse dem Projekt „Suse – sicher und selbstbestimmt“. Das Netzwerk Suse will behinderten Mädchen und Frauen, die besonders oft körperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind, den Zugang zu Unterstützung erleichtern. Der Kreis Ostholstein ist dabei eine von fünf Modellregionen bundesweit.

pet

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