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Ostholstein Mit glänzenden Rädern auf der Erfolgsspur
Lokales Ostholstein Mit glänzenden Rädern auf der Erfolgsspur
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18:27 22.10.2017
Und los geht’s, die neue Rad-Waschanlage in Aktion.

Als Tourenwagen bringen die Lamborghinis, Porsches oder Audis bei den Rennen mehr als 500 PS auf den Asphalt, doch Hingucker im Fahrerlager ist ein Vehikel, das mit nur drei Pferdestärken unterwegs ist: eine Ape. Die Idee, mit dem kultigen Dreirad-Rollermobil aus Italien an den Start zu gehen, hatte Lars Sandte. Für seine Firma Shiny Wheels (Glänzende Räder) reist er mit einer Reinigungsmaschine, die mit der Ape in einen Sprinter verladen wird, zu den Rennstrecken.

Scharbeutzer gründete Service-Firma für den internationalen Rennsport – Shiny-Wheels-Konzept auf Fachmesse vorgestellt – Erste Buchungen für 2018.

DIE IDEE:

Shiny Wheels bietet ein Service- Angebot für professionelle Motorsport-Teams. Das Konzept sieht die Felgenreinigung an Rennwochen- enden direkt im Fahrerlager vor, um die Boxencrew zu entlasten.

DAS ZIEL:

Das Shiny-Wheels-Konzept wurde im November 2016 erstmals auf der Fachmesse in Köln vorgestellt.

Ziel von Lars Sandte ist es, dass der Service-Betrieb in den nächsten fünf Jahren zum Hauptjob wird.

DER GRÜNDER:

Bereits als Zehnjähriger begleitete Lars Sandte seinen Vater, einen Kfz-Sachverständigen, bei Probefahrten. Der 51-Jährige wurde in Elmshorn geboren, lebt aber seit vielen Jahren in Ostholstein.

Noch verdient der Scharbeutzer seinen Lebensunterhalt als Vertriebsleiter eines großen Luftfilter- Herstellers, doch wenn Träume wahr werden, erobert die „Rad- Waschmaschine“ des Ostholsteiners bald die Rennplätze dieser Welt. „Das Prinzip funktioniert wie bei einem Geschirrspüler“, sagt Lars Sandte. „Klappe auf, Rad rein, Klappe zu, 50-Grad-Programm drücken und fertig.“

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Der erste Einsatz führte im Frühjahr dieses Jahres nach Portugal. „Dort flogen alle Sicherungen raus.“ Die Maschine war nicht mehr zu gebrauchen und musste, wieder zu Hause, erst einmal repariert werden. „Uns blieb das Schaulaufen mit der Ape“, sagt der 51-Jährige lächelnd.

Der Rennzirkus – ein schwieriges Geschäft

Bei seinen Reisen – „ich stückele meinen Urlaub um die Wochenenden herum“ – wird er von seinem Cousin oder Freunden und Bekannten begleitet, die ähnlich autoverrückt sind wie er. Neben Marseille und Barcelona standen in dieser Saison bereits der Nürburgring und die Rennstrecke Spa-Francorchamps in Belgien auf der Reiseagenda. „Es ist nicht einfach, im Rennzirkus mitzuspielen. Das ist schon eine sehr eingeschworene Gemeinschaft“, sagt Lars Sandte.

Mit seinem schnell gezimmerten Messestand aus einer Rückwand, zwei Stühlen und einem Tisch habe er auf der Fachmesse in Köln im vergangenen November vor allem deshalb Aufmerksamkeit erregt, „weil der Auftritt deutlich bescheidener war“, als der aller anderen.

Aber davon lässt sich ein Netzwerker wie Lars Sandte nicht abschrecken. Er hatte die spezielle Waschmaschine bei Reifenhändlern entdeckt und war gleich überzeugt, damit eine begehrte Service-Leistung für internationale Rennteams anbieten zu können. Denn die müssten sonst über Tag jemanden abstellen, der die Räder mit einem Schlauch abspritzt und reinigt. Neben ganz normalem Dreck würden Verschmutzungen aus dem Rennen wie Gummianhaftungen auf den Felgen kleben bleiben, und die müssten wieder runter. Dabei dürfen die Gewichte an den Felgen, die zum Auswuchten angebracht wurden, nicht beschädigt werden.

Ist das Rein- und Rausschieben der Räder nicht ein Knochenjob? „Das geht“, sagt Lars Sandte. Viele Felgen seien aus Carbon. „Die sind ganz leicht. Da hat man an den Alufelgen mehr zu schleppen.“

Inzwischen hat der Shiny-Wheels-Chef mit dem Hersteller der Rad-Waschanlage einige Änderungen, beispielsweise bei der Anordnung der Düsen, besprochen, die die Maschine künftig noch effizienter machen sollen.

Weitere Modelle sind in Planung, denn inzwischen gibt es bereits sieben Buchungen für Rennen im nächsten Jahr. Unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Und auch nach England knüpfte Lars Sandte Kontakte: die dortige Tourenwagen-Meisterschaft ist 2018 ein neues Ziel.

Mehr über das Unternehmen gibt es auch auf der Homepage im Internet unter:

www.shinywheels.net

Jetzt schon bewerben: LN-Existenzgründerpreis 2018

Zum achten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus.

Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises im Frühjahr 2018 können Sie sich schon jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1.

Januar 2014 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben. 5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee.

Bewerber fordern die Unterlagen

unter existenzgruenderpreis@

LN-Luebeck.de an oder auf www.LN-existenzgruenderpreis.de

 Martina Janke-Hansen

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