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Ostholstein „Mit menschlichen Schicksalen darf man nicht taktieren“
Lokales Ostholstein „Mit menschlichen Schicksalen darf man nicht taktieren“
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21:17 26.08.2013
„Das wird den Widerstand weiter befeuern.“ Ruth Kastner, Grüne
Bad Schwartaus

Die Einschätzung der Bahn, ein Ausbau der Bestandstrasse sei schonender als die vom Kreis vorgeschlagene Trennung der Hinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung in den Personennahverkehr auf der Alttrasse und den Güter- und Fernverkehr auf einer zweigleisigen ortsfernen Trasse, stößt in der Region auf scharfe Kritik. Der Kreis setzt nun auf den Abwägungsprozess beim Land, um eine extreme Belastung für die Ostseebäder doch noch abwenden zu können.

„Da sowohl der Ministerpräsident als auch der Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein bei der kürzlich in der Region geführten Gesprächsrunde mit Bahnchef Rüdiger Grube signalisiert haben, dass man die Befürchtungen der Region ernst nehmen möchte, hoffen wir auf eine kluge und differenzierte Abwägung der Interessen und auf eine kritische Überprüfung der aktuellen Analyse der Bahn durch das Land“, sagt Landrat Reinhard Sager (CDU). Er fordert die Landesregierung auf, „mutig zu agieren“. Der Kreis seinerseits werde die von der Bahn eingereichten Unterlagen „einer intensiven Prüfung“ unterziehen.

Es sei „erstaunlich, welche neuen Annahmen die Deutsche Bahn bei der jetzt vorgelegten Bewertung der Trassenvarianten einbringt“, so Sager. Die Analyse spiegele nicht das vom Kreis eingebrachte Konzept der 2+1-Varianten wider und sei aus seiner Sicht daher auch nicht geeignet, sachgerechte Argumente für die Entscheidung der Landesregierung zur raumverträglichsten Trassenführung zu liefern, sagt der Landrat. So habe die Bahn entgegen der Vorschläge des Kreises auch die Elektrifizierung des Bestandsgleises und den damit verbundenen massiven Flächenverbrauch angenommen. „Wenn bei der Bewertung der 2+1-Varianten die erheblichen Auswirkungen der Elektrifizierungsmaßnahmen an der Bestandstrasse einbezogen werden, verwundert es nicht, wenn diese insgesamt negativ bewertet werden“, kritisiert Sager. Außerdem sei eine unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Kriterien, anders als in der Stellungnahme des Kreises gefordert, weiterhin nicht erfolgt.

„Das riecht nach Poker“, schlägt die Grünen-Landesvorsitzende, Ruth Kastner, Alarm. Bahnchef Grube habe die teure 2+1-Variante prüfen lassen wollen und jetzt schrecke die Nachricht auf, dass die Bahn die Hinterlandanbindung weitgehend auf der Bestands-Trasse ausbauen will. Damit bahne sich an, was viele Anwohner als schlimmste Befürchtung hätten: Güterzüge würden künftig durch die Tourismusorte rasen. „Das wird den Widerstand weiter befeuern“, mutmaßt Kastner. Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) bezeichnet es als unverantwortlich, dass erst durch Bahnchef Grube Hoffnungen geschürt würden, die sich im nächsten Augenblick wieder auflösten. „Hier geht es um Schicksale von Menschen. Damit kann man nicht taktieren“, so Bürgermeisterin Kara.

Timmendorfs CDU-Fraktionschef Rainer Steen vermutet ein Taktieren der Bahn, um mehr Geld für den Bau der Schienenanbindung aus Berlin zu bekommen.

Wählertäuschung: Wegener greift Hagedorn an
Bad Schwartaus ehemaliger Bürgermeister und Ex- Kreispräsident Joachim Wegener (CDU) wirft der SPD-Bundestagskandidatin Bettina Hagedorn Wählertäuschung vor.

Hagedorn gehe mit falschen Versprechungen bezüglich der Beltquerung auf Stimmenfang. Dabei wisse sie wie jeder andere, dass am Staatsvertrag nicht mehr zu rütteln sei. Trotzdem versuche sie, den betroffenen Bürgern vorzugaukeln, sie könne die Beltquerung noch verhindern. Joachim Wegener bezieht sich bei seiner Kritik auch auf die Großplakate der SPD-Politikerin mit der Aufschrift „Feste Beltquerung — nein Danke“ und ihre öffentliche Ankündigungen im Wahlkampf, weiter gegen die feste Beltquerung kämpfen zu wollen.

Und das, obwohl Landes-SPD, Bundes-SPD sowie SPD-Ministerpräsident Albig und die SPD-Landtagsfraktion sich ohne wenn und aber hinter die Beltquerung gestellt hätten. Wegener: „So zu tun, als könne sie das Rad dennoch wieder zurückdrehen, sei „geradezu grotesk“. Es gehe Bettina Hagedorn nur um Stimmenfang besorgter und verunsicherter Bürger, um großangelegte dreiste Wählertäuschung. Es sei ja auch leichter und bequemer, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, um ein paar Stimmen einzufangen als ernsthaft an einer Problemlösung mitzuarbeiten, kritisiert Wegener die SPD-Abgeordnete Hagedorn.

Holger Marohn

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