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Mittelalterliche Gärten wie der Blitz

Eutin Mittelalterliche Gärten wie der Blitz

Landschaftsgärtner-Cup Nord auf der LGS – Der beste Nachwuchs des Nordens werkelte um die Wette.

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Die Mitglieder der Jury, Mirko Emich (v. l.), Manuel Bleyder und Felix Heyne, schauen den beiden Auszubildenden Levin Gräßmann aus Niebüll und Johannes Walz aus Munkmarsch bei ihren Arbeiten genau auf die Finger. Alles wird bewertet.

Quelle: Fotos: Petersen (3), Hfr (1)

Eutin. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu den Azubis gehn, hieß es gestern auf der Landesgartenschau. In der Stadtbucht Eutin sägte, klopfte und zirkelte der Nachwuchs der Landschaftsgärtner um die Wette. Die besten Auszubildenden aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wetteiferten um den Titel des jeweiligen Landesmeisters. Insgesamt 18 Zweier-Teams aus den drei Ländern traten beim so genannten Landschaftsgärtner-Cup Nord an, für den Schleswig-Holstein zuletzt vor vier Jahren Gastgeber war.

 

LN-Bild

Paul Wieder aus Wees im Kreis Schleswig-Flensburg nimmt es sehr genau mit den Abständen.

Quelle:
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Marcel Hilpert (l.) und Philip Ammon aus Betrieben in Klein Rönnau und Großensee vor ihrem Werk.

Quelle:
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Anne Sadler, Auszubildende in Zinnowitz auf Usedom, klopft mit sicherem Schlag die Steine fest.

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Marcel Hilpert (l.) und Philip Ammon aus Betrieben in Klein Rönnau und Großensee vor ihrem Werk.

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Paul Wieder aus Wees im Kreis Schleswig-Flensburg nimmt es sehr genau mit den Abständen.

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Neben theoretischem Wissen zählt vor allem das handwerkliche Können. Die Bauaufgabe ist das Herzstück des Wettbewerbs. Die anspruchsvolle Aufgabe in Eutin: Innerhalb von sechs Stunden musste jedes Team einen mittelalterlichen Garten anlegen – und das unter den kritischen Augen der Jury und des Publikums. Auf 16 Quadratmetern galt es, in dieser Zeit eine Burgruinenmauer und eine Pergola zu errichten, einen Bauerngarten anzulegen und einen Weg aus Kopfsteinpflaster zu legen. Eine kleine Zugbrücke aus Dielen durfte dabei auch nicht fehlen.

Da die Uhr gnadenlos tickte, musste jeder Handgriff sitzen, zumal nicht nur der fertige Garten, sondern auch die Qualität der Ausführung bewertet wurde. Dem kritischen Blick der Jury aus erfahrenen Ausbildern entging nichts. Routiniert gingen die angehenden Landschaftsgärtner ans Werk, ließen sich von nichts und niemanden ablenken. „Es macht Spaß, aber es ist auch Stress dabei“, meinte Paul Wieder, während er sich penibel um gleich große Fugenabstände beim Pflasterlegen kümmerte. Nur ungern ließ sich der angehende Landschaftsgärtner aus Wees im Kreis Schleswig-Flensburg von seiner Arbeit ablenken.

„Es ist toll zu sehen, mit welchem Biss die jungen Menschen dabei sind“, meinte Regina Vogt aus Neustadt, selbst leidenschaftliche Gärtnerin. Sie hatte gestern eigens für diesen Wettbewerb die Gartenschau angesteuert und legte die Kamera nicht aus der Hand. Vogt war kein Einzelfall. Am Vortag habe er Besucher begrüßt, die extra wegen des zweitägigen Nachwuchs-Wettbewerbs aus dem Rheinland angereist seien, berichtete Reimer Meier, Ehrenpräsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (Galabau) Schleswig-Holstein. Meier moderierte die Veranstaltung und band dabei die Besucher mit ein. Die konnten im Zeitraffer erleben, wie ein Garten entsteht. „Den raschen Fortschritt zu sehen, das ist schon sehr faszinierend“, kommentierte Regina Vogt. „Das ist großes Kino, das die jungen Leute hier zeigen“, stimmte ihr Ludger Plaßmann, der Sprecher der Jury, zu.

Neben Kreativität beim Entwurf des Mustergarten und einer sauberen Ausführung der Arbeiten sei vor allem auch die Selbstorganisation auf der Kleinstbaustelle für den Erfolg entscheidend, erläuterte Plaßmann. Vor drei Wochen war den Nachwuchstalenten die Aufgabe mitgeteilt worden, vor zwei Wochen wurden die zu verbauenden Materialien genannt. Was daraus am besten zu machen ist, musste sich jedes Team selbst überlegen. Sechs Stunden für die Ausführung bedeuteten einen enormen Zeitdruck. „Wir nehmen in Kauf, dass nicht jedes Team fertig wird, denn wir wollen ja die Besten ermitteln“, erläuterte Meier. „Wer den Wettbewerb gemacht hat, für den ist die Abschlussprüfung ein Lacher“, meinte Plaßmann und bescheinigte den Wettbewerbsteilnehmern eine „Wahnsinnsmotivation“.

Die Garten- und Landschaftsbauer tun viel, um junge Leute für den Beruf zu interessieren. Sie gehen in Schulen, sind auf Messen präsent. Die Landesmeisterschaft auf der Landesgartenschau gehörte auch zu diesem Werben. „Wir haben keine Nachwuchssorgen, aber Arbeitskräftemangel. Unsere Betriebe suchen händeringend Fachpersonal“, erläuterte Meier. Etwa 100 Auszubildende pro Jahr gebe es in Schleswig-Holstein. Für die, die am Freitag und Sonnabend in Eutin dabei waren, war der Wettbewerb mit dem Errichten der Gärten nicht zu Ende. Nach Begutachtung der Jury ging es an den Abbau. Außer Fotos und der Erinnerung an den Stress und Spaß beim Aufbau wird von den mittelalterlichen LGS-Gärten nichts bleiben.

Endstation Abu Dhabi

18 Zweierteams aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern waren am Start. Die drei besten Teams aus jedem Land reisen zur deutschen Meisterschaft der Landschaftsgärtner-Azubis, die im September in Nürnberg stattfindet. Wer hier die Nase vorn hat, soll dann dem weltweiten Gärtner-Nachwuchs zeigen, was eine Harke ist.

Das Gewinnerteam von Nürnberg nimmt 2017 an der Internationalen Berufeweltmeisterschaft in Abu Dhabi teil. Bei Redaktionsschluss standen die Gewinner von Eutin noch nicht fest.

pet

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