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Ostholstein „Mörderische Schwestern“ tagen an der Ostsee
Lokales Ostholstein „Mörderische Schwestern“ tagen an der Ostsee
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17:53 26.10.2018
Die „Mörderischen Schwestern“ treffen sich in Heiligenhafen (v. l.): Vizepräsidentin Anja Marschall, die Autorinnen Angelika Svensson und Jutta Motz sowie die Präsidentin des Verbandes Janet Clark. Quelle: MARKUS BILLHARDT
Heiligenhafen

 Große Namen der schreibenden Zunft im Norden wie Eva Almstädt oder Gisa Pauly zählen zu ihnen, den „Mörderischen Schwestern“. Der Autorenverband ist ein Netzwerk von Frauen, deren gemeinsames Ziel es ist, aus weiblicher Feder geschriebene, deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern. Die alljährliche Vollversammlung findet an diesem Wochenende, 26. bis 28. Oktober, erstmalig in Heiligenhafen statt.

„Nach wie vor sind deutschsprachige Krimis von Frauen in den großen Verlagshäusern oder auch im Buchhandel stark unterrepräsentiert“, betont die Präsidentin Janet Clark. Das Genre werde auf den Bestsellerlisten zu über 80 Prozent von Männern dominiert. Dies möchte der Verband ändern. Und so treffen sich von den insgesamt etwa 600 Mitgliedern rund 100 Autorinnen drei Tage lang an der Ostsee.

„Es ist für mich erweiterte Familie. Wir reden Tag und Nacht über Krimis“, erzählt Anja Marschall. Die Vizepräsidentin und Mitorganisation schreibt vor allem historische Krimiserien, die in Schleswig-Holstein spielen, ebenso wie die Werke von Angelika Svensson, die sich auf viele Gespräche in diesen Tagen freut. Jutta Motz kommt extra aus der Schweiz. Sie ist seit 2001 bei den „Mörderischen Schwestern“: „Gegenseitige Unterstützung schreiben wir ganz groß. Im Verband hilft man sich und holt bei den Frauen das Beste hervor.“

Einblicke in die Rechtsmedizin

Es geht aber auch um mehr als nur einen Erfahrungsaustausch. „Wir erleben ein spannendes Festprogramm“, betont Marschall. Bereits Freitagabend tauchten die Krimi-Expertinnen in die Faszination der Rechtsmedizin ein. Professor Klaus Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, brachte dazu extra den Original-Störtebeker-Schädel mit. Und so geht es dann im Verlaufe der Veranstaltung weiter mit Wissenswertem, dass sicher für die eine oder andere Krimi-Geschichte nützlich sein kann.

„Wir erhalten durch eine forensische Psychiaterin Einblicke in den Kopf eines Psychopaten. Es wird aber auch um Erzählperspektiven und Szenenschreiben gehen“, erläutert Anja Marschall. Besonders freut sie sich über den Vortrag „Davidwache: ein Insider packt aus“. Hauptkommissar a. D. Thomas Michael Hebe schaut dabei mit den Autorinnen hinter die roten Gardinen der sündigsten Meile Europas. Neben der Versammlung im Hotel „Meereszeiten“ beinhaltet die Tagung der „Mörderischen Schwestern“ aber auch öffentliche Angebote.

Preisverleihung und Lesungen

Zoe Beck bekommt von den Mörderischen Schwestern die Goldene Auguste verliehen. Quelle: HFR

So gibt es am Sonnabend um 17.15 Uhr eine Lesung in der Heiligenhafener Bimmelbahn mit sechs Autorinnen ab Willi-Freter-Platz. Darüber hinaus steht Zoe Beck aus ganz besonderem Anlass im Mittelpunkt. Sie wird mit der „Goldenen Auguste“ ausgezeichnet. Benannt ist der Preis nach einer der ersten Krimiautorinnen, Auguste Groner aus Wien. Die Verleihung mit Lesung findet am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Ton & Text statt. Es gibt noch Restkarten.

Die „Goldene Auguste“ wird seit 2009 alle drei Jahre an Personen verliehen, die sich um die von Frauen verfasste Kriminalliteratur besonders verdient gemacht haben. Jedes Jahr vergeben die „Mörderischen Schwestern“ zudem ein Arbeitsstipendium. Es ist mit 1500 Euro dotiert und geht diesmal an Laura Noll für ihr Projekt „Das Attentat“. „Dadurch möchten wir talentierten Frauen die Möglichkeit geben, einer Arbeit die benötigte Extrazeit zu widmen“, so Janet Clark.

Die Präsidentin hat die „Mörderischen Schwestern“ auch politischer gemacht: „Der Buchmarkt ist im Umbruch. Autorinnen müssen sich über Verbandsgrenzen hinweg stärker vernetzen.“ Im Zeichen der Digitalisierung müssten beispielsweise Autorenrechte verteidigt werden. In Heiligenhafen wird es somit viel zu besprechen geben. „Wir werden dabei sehr umgänglich miteinander sein. Unsere Feinde haben wir ja schon vorher mit der Feder umgebracht“, sagt Jutta Motz abschließend mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Markus Billhardt

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