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Ostholstein Monets Künstlergarten als Fotomotiv
Lokales Ostholstein Monets Künstlergarten als Fotomotiv
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21:24 28.01.2016
Hubertus Gaßner (v. l.), Kuratorin Susanne Petersen, Frédéric Frank und Friederike von Cossel mit dem Katalog der Ausstellung in Giverny. Quelle: ben

Passend zur Landesgartenschau in Eutin widmet sich auch das Schloss in seiner diesjährigen Sonderausstellung dem Thema Gärten: Ab 22. April werden zeitgenössische Fotografien von Claude Monets Gärten in Giverny gezeigt. „Wir haben uns gefragt: was kann man in so einem besonderen Jahr bieten?“sagt Dr. Friederike von Cossel, Vorstand der Stiftung Schloss Eutin.

Caroline Herzogin von Oldenburg habe das Stichwort Monet fallenlassen, erzählt Prof. Hubertus Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle, der als Berater bereits die Neuausrichtung der Schlossausstellung begleitete.

Echte Monets in Eutin zu zeigen, sei aus vielerlei Gründen nicht machbar gewesen, aber bei einem Besuch im Musée des Impressionnismes Giverny sei er von der dortigen Schau mit Fotografien fünf internationaler Künstler begeistert gewesen und habe sie nach Eutin empfohlen: „Sie ist so ungewöhnlich, ein wunderbares Substitut“, schwärmt er. 52000 Besucher seien von Juli bis November 2015 in der Ausstellung in Frankreich gewesen, berichtet der Leiter des Museums in Giverny, Frédéric Frank. „Ein großer Erfolg für gegenwärtige Fotografie.“ Allerdings sei auch der Garten von Giverny der weltweit meistbesuchte und wohl der auch der bekannteste, so Hubertus Gaßner. Das Thema Garten und Kunst sei schwer angesagt, „die Buchläden sind voll mit Gartenliteratur“.

Der französische Maler Claude Monet (1840-1926) lebte seit 1883 in seinem Haus in Giverny. 1890 kaufte er es und erwarb später ein weiteres Grundstück hinzu. „Gemeinsam mit sechs Gärtnern legte er seinen Garten an und pflegte ihn“, schildert Gaßner. „Die künstlerischen Kompositionen, die er dabei geschaffen hat, waren ihm gleichwertig mit der Malerei. Zudem war das eine neue Art von Kunst: Er hat den Gegenstand, den er malte, selbst hergestellt. Der Künstler wurde zum Schöpfergott. ,Mein Garten ist mein schönstes Meisterwerk‘ ist ein Zitat von ihm.“

Fünf heutige internationale Künstler haben die Gärten des Impressionisten in den vergangenen Jahren fotografiert. „Interessanterweise waren alles Auftragsarbeiten“, so Gaßner. Der Engländer Darren Almond machte Aufnahmen bei Vollmond und im Morgengrauen. In Eutin werden großformatige Detailaufnahmen aus dem Blumengarten zu sehen sein, Blüten und Stängel in bläulich-graues Zwielicht getaucht.

Elger Esser übernachtete sogar im Freien (nur dank Sondergenehmigung), um in der Dämmerung und in der Nacht Ansichten des Wassergartens zu fotografieren: Entstanden sind zeitlos wirkende, in verschiedenen Grautönen abgestufte Ansichten. Der Franzose Henri Foucault fertigte Fotogramme von Pflanzen: Er legte sie auf lichtempfindliches Papier, belichtete kurz, verschob die Pflanze und belichtete erneut. Sein Landsmann Bernard Plossu verfiel der Schönheit der Blüten, die er in Farbe fotografierte. Stephen Shore schließlich dokumentierte bereits ab Ende der 1970-er Jahre die mehrjährige Wiederherstellung der zwischenzeitlich sehr heruntergekommenen Gärten von Monet. ben

Magnet für vier Monate
Geöffnet ist die Ausstellung „Monets Gärten. Zeitgenössische Fotografien“ vom 22. bis 27. April freitags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, danach bis 21. August täglich von 10 bis 18 Uhr.

LN

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