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Ostholstein Montessori-Schule Fehmarn setzt neue Maßstäbe
Lokales Ostholstein Montessori-Schule Fehmarn setzt neue Maßstäbe
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00:29 06.09.2016
Die ersten 18 Kinder der neuen Montessori-Schule Fehmarn in ihren türkisen T-Shirts freuen sich auf das vor ihnen liegende Schuljahr. Quelle: Fotos: Kirchner
Burg a.F

Jetzt kommt Farbe ins Schulleben: Die Bildungslandschaft auf Fehmarn ist erneut in Bewegung geraten: Mit dem gestrigen Schulbeginn nach den Sommerferien hat in Burg eine neue Einrichtung ihren Betrieb aufgenommen, zunächst mit gerade einmal 18 Kindern in einem jahrgangsübergreifenden gemeinsamen Klassenverband und zwei Lehrkräften. Die Montessori-Schule, so ihr Name, bietet eine Alternative zu den bestehenden beiden Grundschulen in Burg und Landkirchen, wird von einer Gemeinnützigen Gesellschaft betrieben und ist staatlich anerkannt. Es wird ein Schulgeld erhoben. Die total renovierten und kindgerecht freundlich gestalteten Räumlichkeiten befinden sich in einem Flügel der ehemaligen Klaus-Groth-Schule in Burg, die vor einiger Zeit von einem Landwirt erworben worden ist und nun vermietet wird.

In Burg startet eine private Grundschule mit besonderem pädagogischen Konzept. Im Mittelpunkt stehen selbstständiges Lernen, Bewegung und Wecken von Interessen.

Wie Schulleiterin und Lehrerin Bettina Moritz (38) erklärt, besteht die Absicht, die derzeit noch als Grundschule (1. bis 4. Klasse) ausgelegte Einrichtung auf längere Sicht und bei ausreichender Akzeptanz bis zum 10. Schuljahr und die Möglichkeiten des Mittleren Bildungsabschlusses zu erweitern.

„Wir freuen uns, dass wir es in der relativ kurzen Zeit von neun Monaten geschafft haben, dieses Projekt auf die Beine zu stellen“, erklärte seitens der Elterninitiative und der Träger-GmbH die Geschäftsführerin Inke Weilandt im Rahmen der Eröffnungsfeier, die bereits am Sonnabend mit großer Beteiligung stattfand. Zusammen mit ihrem Ehemann Claus und dem Ehepaar Ute und Thorsten Kühl hat Inke Weilandt die Initiative für die Gründung der neuen Schule ergriffen. Ihr Gruß galt unter anderem Fehmarns Bürgervorsteherin Brigitte Brill und Bürgermeister Jörg Weber (beide SPD), Burgs Pastorin Barbara Häußler und Ostholsteins Schulrat Manfred Meyer. Und ganz besonders freilich den ersten 18 Schulkindern, davon zehn Abc-Schützen, die direkt in die Montessori-Schule eingeschult wurden, sowie acht Wechsler von den bestehenden herkömmlichen Grundschulen der Insel. Sie wurden mit Blumensträußen und türkisen T-Shirts mit ihren aufgedruckten Namen sowie den besten Wünschen empfangen. Für Eltern, Schüler und Gäste stand ein opulentes kaltes Büfett bereit und bei einem Rundgang konnten sich alle von der kindgerechten Gestaltung der Schule überzeugen.

Bettina Moritz und ihr Kollege René Leipnitz (35), beide aus Berlin kommend, leisten im Norden echte pädagogische Pionierarbeit (siehe Beschreibung links). Montessori-Schulen gibt es in der Region noch sehr selten, die nächste befindet sich in Ratzeburg.

Schon beim morgendlichen Schulbeginn unterscheidet sich die Montessori-Schule von den herkömmlichen Schulen, es gibt den „gleitenden Unterrichtsbeginn“ ab 7.30 Uhr. Schulschluss ist gegen 13.30 Uhr.

Grundprinzip sei es, erläutert Bettina Moritz, das Interesse des Kindes an den Lerninhalten zu wecken und die Sinne und Bewegung mit einzubeziehen. Dafür liegen in offenen Regalen nach Themen geordnete Materialien bereit, aus denen sich die Kinder selbst bedienen können.

Was ist Montessori?

Die Lehrkonzepte an den Montessori- Schulen gehen zurück auf die Ideen und Erfahrungen der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870 - 1952).

Die hochbegabte Tochter aus gutem Hause schockierte die Gesellschaft mit ungewohnt eigenwilligem Benehmen. Sie war die erste weibliche Studentin Italiens und machte 1896 ihr Doktorexamen. Die von ihr entwickelten Förderprogramme fanden bald Eingang in Kindergärten und Vorschulen.

Wichtigstes Prinzip ist, das Kind müsse zuerst Sicherheit und Vertrauen in die eigene Leistung aufbauen, der Erwachsene dürfe das Kind weder bedrängen noch behindern und die gesamte kindliche Entwicklung müsse berücksichtigt werden. So wird im Schulalltag unnötiges Auswendiglernen vermieden, die Kinder werden dazu angehalten, sich selbstständig Wissen anzueignen.

 

Weitere Infos: www.montessori-fehmarn.de.

 Michael Kirchner

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