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Ostholstein Mordprozess: Angeklagter wollte seine Frau „entsorgen“
Lokales Ostholstein Mordprozess: Angeklagter wollte seine Frau „entsorgen“
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19:20 09.11.2018
Der Prozess wird am Landgericht Lübeck verhandelt. Ende November werden die Plädoyers gehalten. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck/Wulfsdorf

Nur noch einen Verhandlungstag wird es in der kommenden Woche geben, dann sollen schon die Plädoyers im Wulfsdorfer Mordprozess gehalten werden. Am Freitag wurde unter anderem das rechtsmedizinische Gutachten besprochen – laut der Gerichtsmedizinerin Dr. Ivana Gerling weisen die Ergebnisse ihrer Untersuchung darauf hin, dass Ute K. (Name von der Redaktion geändert) erstickt wurde. Der Erstickungstod sei „am ehesten durch Bedeckung der Atemwege und Kompression des Halses“ eingetreten. Hinweise auf eine andere Todesursache habe die Gerichtsmedizinerin nicht gefunden, so ihre Aussage gestern.

Angeklagter schrieb in Chats von „Entsorgung“ seiner Frau

Des Mordes beschuldigt wird der Ehemann von Ute K. Laut Anklage soll er seine Frau in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember 2017 im eigenen Haus in Wulfsdorf (Gemeinde Scharbeutz) im Schlaf erstickt, in Folie gewickelt und im Garten neben einem Sielschacht vergraben haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Angeklagte eine Geliebte, die ihren Ehemann verließ und noch am 27. Dezember bei ihm einzog.

Im Prozess schweigt der Wulfsdorfer. Nach der Aussage einer psychiatrischen Gutachterin zu Prozessbeginn soll er ihr gegenüber allerdings gestanden haben, „ein Kissen genommen“ und sich danach an nichts mehr erinnern zu können. Am Morgen habe seine Frau tot neben ihm gelegen, er habe Panik bekommen, sie in Decke und Folie gewickelt und später im Garten vergraben. Der Polizei, seiner Geliebten und seinem Umfeld gegenüber hatte der Mann hingegen behauptet, seine Frau sei in die Schweiz abgereist.

Die Chat-Protokolle zwischen dem Angeklagten und verschiedenen Zeugen zeichnen das Bild eines – vorsichtig ausgedrückt – sehr kühlen Verhältnisses zwischen dem Angeklagten und der Getöteten. Eine Kriminalbeamtin, die die Chats ausgewertet hatte, sagte dazu gestern aus. Im Nachrichtenverlauf zwischen der Geliebten und dem Angeklagten wird Ute K. als ,die mit Papier’ bezeichnet – also die Frau, mit der der Angeklagte auf dem Papier verheiratet ist. Seiner Geliebten soll der Angeklagte schon Mitte Dezember angeboten haben, bei ihm einzuziehen. Auf die Frage, was dann mit seiner Ehefrau geschehe, soll der Angeklagte geschrieben haben: „Die entsorge ich danach.“

Neujahrsgruß an die Getötete

Der Wunsch, das Bedürfnis oder das Vorhaben, seine Frau loszuwerden, drückte sich auch in späteren, expliziten, Nachrichten des Angeklagten aus. Der Vorsitzende Richter Christian Singelmann verlas sie exemplarisch. „Die muss weg“, hieß es da am 21. Dezember. „Der Ansporn ist sehr groß, dass sie verschwindet“ am 22. Dezember.

Der Chatverlauf zwischen dem Wulfsdorfer und seiner Frau sei hingegen eher spärlich und von organisatorischer Prägung, berichtete die Kriminalbeamtin. In der Silvesternacht sei von seinem Handy noch ein Neujahrsgruß an sie geschickt worden sein. Und am 2. Januar dann die letzte Nachricht: „Ich dachte, dass du dich Mal meldest“ heißt es da und „mich interessiert es langsam, was los ist“.

Luisa Jacobsen

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