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Ostholstein Mordprozess: Staatsanwalt fordert lebenslänglich
Lokales Ostholstein Mordprozess: Staatsanwalt fordert lebenslänglich
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14:30 01.07.2016
Die Staatsanwaltschaft fordert in ihrem Plädoyer eine lebenslange Haft für die Angeklagte. Quelle: Peer Hellerling
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Kabelhorst/Lübeck

Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe für die Ehefrau des getöteten Kabelhorster Familienvaters Jean-Claude T.. Es gebe „keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit“, sagte Staatsanwalt Niels-Broder Greve gestern in seinem Plädoyer vor dem Lübecker Landgericht. Rechtsanwalt Andre Vogel, der die beiden kleinen Söhne des Ehepaars als Nebenkläger vertritt, schloss sich dieser Einschätzung an. Während der Staatsanwalt den Tatbestand des Mordes erfüllt sah, verzichtete Vogel aber auf eine genaue Bewertung. Er sprach von einem Tötungsdelikt; zu beurteilen, ob es Mord war, überlasse er dem Gericht. Das Plädoyer der Verteidigung wird für den nächsten Verhandlungstag am Freitag, 8. Juli, erwartet (9 Uhr).

Die 43-jährige Angeklagte hat gestanden, ihren Ehemann getötet zu haben. Insgesamt 14-mal soll sie mit einem Messer auf den 58-Jährigen eingestochen haben, während er geschlafen hat (die LN berichteten). T. sei zum Tatzeitpunkt arg- und wehrlos gewesen, sagte Staatsanwalt Greve, das Mordmerkmal der Heimtücke sei erfüllt. Die Schilderungen der Angeklagten bezeichnete er zudem überwiegend als „nicht glaubhaft“. So halte er beispielsweise ihre Behauptung, sie habe T. nur getötet, weil er die Kinder habe umbringen wollen, für „völlig abwegig“. Ihre Angaben hätten vor Gericht ständig gewechselt; auch habe sie oft ausweichend oder gar nicht auf Fragen geantwortet. Greve: „Eine offene und aufrichtige Aussage sieht anders aus.“

Dass der Vater die zwei und vier Jahre alten Söhne habe töten wollen, ist auch nach Überzeugung von Nebenklage-Vertreter Vogel „ausgeschlossen“. Ein konkretes Strafmaß beantragte der Anwalt allerdings nicht. Seine Aufgabe bestehe darin, die Interessen der Kinder zu vertreten. Der aktuelle Fall sei jedoch ein besonderer, weil die Jungen die Söhne des Opfers und zugleich die der Angeklagten seien. Ohnehin seien die beiden noch sehr jung, weshalb es vorrangig darum gehe, die Informationen für sie zu bündeln, damit sie sich zu einem späteren Zeitpunkt damit auseinandersetzen könnten. Dass sie dann erfahren müssten, dass ihre Mutter den Vater beschuldigt habe, die Kinder töten zu wollen, bedauere er zutiefst.

Staatsanwalt Greve bezweifelte generell die Darstellung der Angeklagten, nach der sie sich in der Ehe habe unterordnen müssen. Dabei berief er sich unter anderem auf das Anfang der Woche vorgestellte psychiatrische Gutachten. Daraus gehe auch klar hervor, dass die Tat nicht als Affekthandlung zu werten sei. Vielmehr deute alles darauf hin, dass die Angeklagte ihr Entsetzen geschauspielert habe.

jen

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