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Ostholstein Mordprozess mit grausamen Details
Lokales Ostholstein Mordprozess mit grausamen Details
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20:25 14.04.2016

Das Vorstrafenregister von Wolfgang E. ist lang. Bereits 1970 fiel er wegen schwerer Unzucht auf. Da war er 17 Jahre alt. 1981 folgte die erste Anklage wegen Vergewaltigung. Es war der Auftakt einer Reihe von Sexualstraftaten. Zuletzt soll er die 37-Jährige Sina L. am 26. Juli vergangenen Jahres zwischen Neustadt und Altenkrempe an einer A-1-Unterführung erwürgt und den Leichnam anschließend sexuell missbraucht haben. E. ist geständig.

Der zweite Prozesstag vor dem Lübecker Landgericht brachte gestern weitere grausame Details ans Licht. Richter Christian Singelmann und seine Kolleginnen verlasen, dass Wolfgang E. am 9. November 1983 wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt wurde. Damals überfiel er eine 60-jährige Rentnerin. Vor Gericht sei damals deutlich geworden, dass neue Straftaten zu erwarten seien. Und so kam es auch. Im Juni 1989 war er mit Bekannten in einer Badeanstalt, konsumierte Alkohol und misshandelte eine Frau aus der Gruppe sexuell. Ein Fachmann vom zuständigen Gesundheitsamt in Kiel warnte damals, dass die Rückfallgefahr hoch sei.

E. wurde freigesprochen und ermordete im Mai 1990 in Nortorf (nördlich von Neumünster) eine 64-Jährige. Zuvor hatte er sie auf eine Koppel gebracht, gezwungen sich auszuziehen und versucht zu vergewaltigen. Jedoch war er dazu nicht in der Lage. Nur wenige Tage später, am 11. Mai 1990, stoppte er ein neunjähriges Mädchen, das auf dem Nachhauseweg war. „Er fasste den Entschluss, es zu vergewaltigen, missbrauchte sie 1,5 Stunden lang“, so Singelmann. Das Kind überlebte das Martyrium. Kurz darauf verurteilte das Kieler Landgericht Wolfgang E. zu 13 Jahren Haft sowie anschließender Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus, da eine krankhafte Alkoholsucht und eine Persönlichkeitsstörung festgestellt wurden. 2011 entschied die Strafvollstreckungskammer Lübeck jedoch, dass der Verurteilte unter Bewährungsaufsicht auf dem Ameos-Gelände in Neustadt leben darf.

Vier Jahre später traf Wolfgang E. auf Sina L.. Die Ostholsteinerin befand sich als Patientin auf einer offenen Station des Ameos-Klinikums. Sie war gerade am Binnenwasser spazieren, als Wolfgang E.

sie überfiel.

Der Prozess geht am 18. April weiter.

Von Sebastian Rosenkötter

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