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Ostholstein Mountainbike-Strecke für Bungsberg geplant
Lokales Ostholstein Mountainbike-Strecke für Bungsberg geplant
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15:52 12.11.2018
Mit Vollgas durch den Wald. Quelle: HFR
Schönwalde

Mit Vollgas den Bungsberg hinabrasen, über Erdhaufen springen, im Zickzack in Richtung Tal – und das mit dem Mountainbike. Geht es nach Andreas Schulenburg vom Gemeindebeirat „Schönwalde aktiv“ könnte dies schon bald Realität werden. Die Planung für das Projekt läuft seit Monaten. Jugendliche Fahrer, der Revierförster, die Landesforsten und die Gemeinde seien zu Gesprächen eingeladen worden. Noch in diesem Jahr soll die Finanzierung abgesichert werden (siehe Infokasten).

Laut Andreas Schulenburg hätten zwei Dinge zu der Idee geführt. Zunächst habe es im vergangenen Jahr eine Ausschreibung der Sparkassen-Stiftung Ostholstein gegeben. Vereine und Verbände konnten sich bewerben. Es ging um einen vierstelligen Geldbetrag. „Wir haben ein Video über eine Mountainbike-Strecke gemacht, bei Minus zehn Grad und Sonnenschein.“ Jedoch sei der Film aufgrund fehlender Gemeinnützigkeit des Beirats nicht gewertet worden. Kurz darauf habe er im Dezember 2017 einen Zeitungsartikel gelesen, in dem Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) folgendes sagte: „Radtourismus ist mehr als ein ausgebauter Radweg und das Aufhängen eines Hinweisschildes.“ Eine richtig tolle Mountainbike-Strecke habe er hier noch nicht gesehen. „Ich habe gedacht, wenn es eine geben sollte, dann auf dem Bungsberg“, betont Schulenburg.

Industriekletterer müssen bezahlt werden

Mehrere Gespräche mit Förster, Bürgermeister, Landesforsten und jungen Mountainbike-Fahrern aus der Region folgten. Von Anfang an habe festgestanden, dass die Route nicht mit Wanderwegen und dem Erlebnis Bungsberg kollidieren soll. Eine der größten Herausforderungen sei die Verkehrssicherheit. „Industriekletterer müssen tote Äste absägen. Das kostet pro Jahr 12 bis 15 000 Euro. Wir haben ein Waldstück zugewiesen bekommen, wo das machbar wäre. Dieses muss forstrechtlich bearbeitet werden“, sagt Schulenburg. Die genannten Kosten könnten Gemeinde und Sparkassen-Stiftung übernehmen. Letztere will laut Schulenburg 75 Prozent tragen.

Die übrigen 25 Prozent könnte die Gemeinde aufbringen. Voraussetzung ist ein entsprechendes Votum des Ausschusses sowie die endgültige Zustimmung der Gemeindevertretung. Diese tagt am 12. Dezember. Laut Florian Albrecht (CDU), Vorsitzender des Ausschusses, stehe man dem Vorhaben positiv gegenüber. Laufe alles glatt, könne 2019 gebaut werden. Ziel sei es, den Bungsberg noch mehr zu beleben. Reitstrecken und weitere Wanderwege seien vorstellbar.

Der Bungsberg mit seinem Funkturm und dem Elisabethturm aus der Vogelperspektive. Quelle: Louis Gäbler

Ähnliche Signale sendet der Kreis aus. Sprecherin Carina Leonhardt teilt mit, dass das Gelände zentraler Teil des im Unterschutzstellungsverfahren befindlichen Landschaftsschutzgebietes „Bungsberg mit Vorland“ sei. „Die natur- und landschaftsgebundenen Möglichkeiten zur Erholung sowie zum Natur- und Landschaftserleben sind ausdrücklich ein Grund der beabsichtigten Unterschutzstellung. Mountainbikefahren zum Zwecke des Natur- und Landschaftserlebens ist daher grundsätzlich zulässig“, betont sie. Die Einrichtung einer geeigneten Strecke werde als Lenkungsmaßnahmen für Ortsunkundige ausdrücklich begrüßt. Die Neuanlage von Wegen sei im Einzelfall zu prüfen.

Strecke soll aus Erde geformt werden

Fest steht, wie die Strecke aussehen könnte. „Down Hill“ ist das Stichwort. Spricht, es soll eine Route runter vom 168 Meter hohen Bungsberg geben. Startpunkt wäre unweit des Funkturms. Hoch würden die Sportler über die reguläre Zufahrt gelangen. Aus der Sitzungsvorlage geht hervor, dass die Piste überwiegend durch Erdaushub des Waldbodens geformt werden soll. „Kleine bis mittlere Sprünge, mehrere hintereinander folgende wechselseitige Kurven sollen die Strecke prägen. Einige Holzkonstruktionen, wie ein Holzsteg oder eine Rampe wären die Ausnahme“, heißt es. Alle Bereiche, in den Sprünge möglich wären, sollen auch umfahren werden können. Die Arbeiten sollen durch Eigeninitiative von Eltern, Sponsoren und weiteren Helfern kostenneutral durchgeführt werden. „Hierbei erfolgt eine intensive und direkte Beteiligung zwischen Revierförster und den Streckenbauern“, betont Schulenburg. Es solle so wenig wie möglich in den Wald eingegriffen werden.

Der Ausschuss empfiehlt

Der Schönwalder Ausschuss für Soziales, Jugend und Kultur tagt am 19. November. Ab 19. 30 Uhr geht es in der Bürgerbegegnungsstätte Klönstuv um die geplante Mountainbike-Strecke. Auch steht die Seniorenweihnachtsfeier 2018 sowie ein Bericht der Kita auf der Tagesordnung. Die Sitzung ist öffentlich. Das endgültige Okay für die Biker soll es am 12. Dezember von der Gemeindevertretung geben.

Sebastian Rosenkötter

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