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Ostholstein Mückenwald: Kreis rät von Hotelbau ab
Lokales Ostholstein Mückenwald: Kreis rät von Hotelbau ab
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22:19 01.06.2016

/Niendorf. Es soll, sagen die Befürworter, ja nur ein kleiner Teil des Mückenwaldes bebaut werden. Doch die Gegner eines Hotelneubaus auf dem sieben Hektar großen Waldstück zwischen Niendorf und Timmendorfer Strand bekommen nun Oberwasser. Auftrieb verleiht ihnen ein Schreiben des Kreises Ostholstein. Darin heißt es: „Die Umwandlung des Mückenwäldchens in eine Hotelanlage wird aus naturschutzfachlicher Sicht für nicht vertretbar gehalten.“ Fazit des Kreises mit Blick auf den Naturschutz: „Es wird dringend empfohlen, auf die Planung zu verzichten und das Mückenwäldchen als Verbindungsglied einer Grünachse zwischen Aalbeek-Niederung und Ostseestrand dauerhaft zu sichern.“

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Für SPD und Grüne ist das Projekt tot / CDU will daran festhalten, WUB abwägen.

Das, sagen SPD und Grüne in der Gemeindevertretung von Timmendorfer Strand, sei jetzt der Zeitpunkt, alle weiteren Planungen zu stoppen. Die CDU dagegen will die Pläne fortführen.

Ein Antrag der SPD-Fraktion für die Bauausschusssitzung am 9. Juni ging zu spät ein. Er lautete, sämtliche Planungen für das Projekt einzustellen. Bisher, so Fraktionschef Jörn Eckert, hätte die SPD das Projekt mitgetragen unter der Voraussetzung, dass die Untere Naturschutzbehörde des Kreises einer kleineren Hotel-Version zustimme. Unter den neuen Vorzeichen habe sich das geändert. „Wir sind auf jeden Fall dagegen.“ In der Begründung für den Antrag gibt es noch einen anderen Aspekt, der nach Ansicht der SPD gegen eine Bebauung des Waldes spricht. Seitens des Kreises werde angeführt, dass damit die Zäsur zwischen Niendorf und Timmendorfer Strand aufgehoben werde, womit das Projekt aus „ortsgestalterischen Gründen“ für nicht vertretbar gehalten werde. Außerdem enthält das Schreiben eine Warnung. Die großflächige Versiegelung des Waldes dürfte die schwierige Entwässerung in Timmendorfer Strand weiter verschärfen.

„Für uns ist ganz klar, dass für das Hotel keine Chance mehr besteht“, sagt Jan Karthäuser (Grüne). „Jetzt werden die Hotelpläne dorthin verschwinden, wo sie hingehören: in die Schublade der Waldbesitzerin. Der nächste Beratungstermin wird sicher der letzte zu diesem Thema sein.“

Das sieht Rainer Steen, Fraktionsvorsitzender der CDU, ganz anders. „Wir verstehen nicht, warum der Kreis die Pläne ablehnt“, sagt er. Zumal die Kieler Landesplanung signalisiert habe, dass die Pläne genehmigungsfähig seien und sogar Planvarianten empfohlen habe. Steen sieht keine Probleme durch einen Hotelneubau: „Der Wald soll erhalten bleiben, es sind doch nur geringe Flächen, die bebaut werden sollen. Dort, wo das Hotel stehen soll, stehen gar keine großen Bäume.“ Für die CDU sei klar: „Wir wollen das Ziel weiterverfolgen.“

Fraktionschefin Kerstin Raber erklärt für die WUB, es befremde schon sehr, dass aufgrund der Stellungnahme des Kreises, möge sie für sich allein gewichtig und richtig erscheinen, das Beteiligungs- und Stellungnahmerecht aller anderen nach Vorstellung der Grünen vollständig beschnitten werden solle. Der Kreis habe in seiner Stellungnahme seine Hinweise und Bedenken vorgetragen, so wie andere auch. „Es wird eine Abwägungsempfehlung der Gemeindeverwaltung geben, die wir dann als Selbstverwaltung in den zuständigen Gremien zu diskutieren haben.“

Der Mückenwald war einst ein Feuchtwald. Daher hat er seinen Namen – als Schlaraffenland für Mücken.

Susanne Peyronnet

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